In unserer Rubrik "Trainer-Trickkiste" werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den SV Babelsberg 03. Das Medienteam des Clubs hat den Gegner analysiert, um euch optimal auf das Auswärtsspiel im Karl-Liebknecht-Stadion einzustimmen. Am Samstag sind die Himmelblauen ab 16 Uhr in Potsdam gefordert.
Effizienz als Markenzeichen – Babelsbergs Offensivstil
Mit 12 Treffern aus sechs Spielen stellt Babelsberg die viertbeste Offensive der Liga – und das, obwohl sie lediglich 25 Schüsse in dieser Saison aufs Tor brachten. Fast jeder zweite Abschluss ist ein Treffer, was die extreme Effizienz der Potsdamer unterstreicht. Ein zentraler Erfolgsfaktor: Sie suchen gezielt gute Abschlusssituationen im Strafraum. Mit 50 Strafraum-Abschlüssen liegt Babelsberg hier ligaweit auf dem 4. Platz – gemeinsam mit dem CFC.
Zentrum statt Flügel – Kombinationen statt Zufall
Die Babelsberger Offensivstruktur ist klar auf das Zentrum fokussiert. George Didoss (3 Tore, 3 Assists) und Tino Schmidt (4 Tore) – nominell Flügelstürmer – agieren als Halbraumspieler, lassen sich tief fallen und holen sich die Bälle aus dem Mittelfeld, um sie mit engen Kombinationen weiterzuverarbeiten.
Der zentrale Stürmer Luis Müller (3 Tore, 1 Assist) fungiert als Anspielstation und Fixpunkt im Angriff. Gemeinsam erzielte das Trio 10 der 12 Tore – sie sind also das Herzstück des Offensivspiels. Gefährlich wird es dabei vor allem durch Kurzpassspiel, Positionswechsel und Tiefenläufe, selten über klassische Flügelaktionen.
Spielkontrolle oder Kontermodus?
Auffällig: Bei allen drei Siegen hatte Babelsberg weniger Ballbesitz als der Gegner. In Spielen, in denen man das Spiel selbst gestalten musste, blieb man hingegen sieglos. Der SVB fühlt sich also wohler in einer reaktiven Rolle, in der sie nach Ballgewinnen gezielt umschalten. Der Sechser lässt sich häufig zwischen die Innenverteidiger fallen und leitet so immer wieder den Spielaufbau ein, mit flachen Pässen in den Zwischenraum – dort warten Didoss und Schmidt, um das Spiel in der Offensive anzukurbeln. Aktuell besetzt Marko Perovic diese flexible Rolle zwischen Sechser und Innenverteidiger.
Das wirkt etwas Paradox, da doch die Stärke der Babelsberger das technisch saubere Kombinationsspiel durch das Zentrum ist. Hier kommt die Spielstärke der Mittelfeldspieler zum Tragen, die immer wieder von Schmidt aus der Angriffslinie unterstützt werden. Die Kombinationen laufen trotz höchstem Tempo sauber durch.
Tief stehen, dann zustechen – das Spiel gegen den Ball
Defensiv organisiert sich Babelsberg in einem kompakten 5-2-3 bzw. 5-4-1 mit gut abgestimmten Ketten. Der zentrale Innenverteidiger Perovic schiebt situativ auch immer wieder auf die Sechs, wodurch eine Viererkette in der Abwehr entsteht. Die Mannschaft scheut sich nicht, tief im eigenen Strafraum zu verteidigen, wenn es nötig ist – in klassischer "Busparker"-Manier. Kommt es zum Ballgewinn, ist das Umschaltspiel sofort aktiviert: Tempo, Tiefgang und klare Wege zum Tor. Besonders Didoss und Müller bringen die nötige Geschwindigkeit mit, um bei hochstehenden Gegnern effektiv in die Tiefe zu starten.
Mit der Verpflichtung von Luis Müller aus den USA (ehemals LAFC II & Ventura County) hat Babelsberg einen echten Glücksgriff gelandet. Der Mittelstürmer glänzt mit Körperlichkeit und Effizienz. Hinzu kommt der nachverpflichtete Torwart Yannick Stein, der bereits in der abgelaufenen Rückrunde für Babelsberg spielte und den bisherigen Stammtorwart Maximus Babke nach schwankenden Leistungen im Tor ablösen soll. Stein gehört zu den spielstärksten Keepern der Liga und soll die Defensive zusätzlich stabilisieren.
Wacklig im eigenen Stadion
Trotz der aktuellen Serie von drei Siegen in Folge (gegen Chemie, Greifswald und den BFC Dynamo) zeigt sich Babelsberg im eigenen Stadion bislang anfällig. Nur ein Heimerfolg steht zu Buche, während die Filmstädter auswärts noch ungeschlagen sind. Für den CFC könnte das Duell in Potsdam daher eine ideale Gelegenheit sein, mit eigener Struktur, Aggressivität und Kompaktheit die Räume eng zu halten und den Gastgeber so aus dem Rhythmus zu bringen.
Voraussichtliche Aufstellung: Stein 34 – Büch 27, Weyh 5, Perovic 14, Kastenhofer 33, Lang 3 – Covic 10, Schätzle 8 – Didoss 17, Müller 9, Schmidt 11 (C)
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