In unserer Rubrik "Trainer-Trickkiste" werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den F.C. Hertha 03 Zehlendorf. Das Medienteam des Clubs hat den Gegner analysiert, um euch optimal auf das anstehende Heimspiel einzustimmen. Am Samstag, um 13 Uhr, ist Anpfiff im Stadion – An der Gellertstraße.
Der Aufsteiger aus der NOFV-Oberliga-Nord schlug mit einem lauten Knall in der Liga auf. 5:0 gewannen die Berliner am ersten Spieltag zu Hause gegen den FSV Zwickau. Seitdem konnte sich die Mannschaft von Cheftrainer Robert Schröder in der oberen Tabellenhälfte festsetzen (6.). Wir schauen uns an, wie der Regionalliga-Frischling die bisherigen Partien anging.
1. Spielspaß auf engem Raum
Den Berlinern beim Fußballspielen zuzuschauen macht einfach Spaß. Die Zehlendorfer bringen den Schwung eines Aufsteigers mit und strahlen dabei stets Spielfreude aus.
Die Zehlendorfer bauen aus ihrem 4-3-3-System häufig über eine Dreierkette auf, indem Mittelfeldspieler Reimann in die Abwehr zurückrückt und die Außenverteidiger nach vorne schieben. Ihr bevorzugter Weg führt durch das Zentrum. Aus der Abwehr heraus suchen die Berliner oft den Pass in Drucksituationen und überspielen dabei eine oder zwei gegnerische Linien. Besonders Viera sticht hervor: Er kann mit Druck umgehen, den Ball zum Innenverteidiger prallen lassen oder sich mit einer schnellen Drehung freispielen.
Nach dem Aufdrehen hat Viera viele Optionen, um sich auf engem Raum durch Kombinationen gegen die nachrückenden Verteidiger durchzusetzen. Zwei Stürmer ziehen in die Tiefe und zwingen die Abwehrspieler zur Rückwärtsbewegung, wodurch der ballführende Spieler Platzfreiheit bekommt. Zudem bieten ein bis zwei weitere Mitspieler kurze Anspielstationen, meist ebenfalls im Zentrum.
Die Zehlendorfer schaffen dadurch gezielt Umschaltsituationen, in denen sie im Zentrum Gleich- oder Überzahl erzeugen. Besonders in diesen Momenten fühlen sich die Berliner wohl und lösen sie, wie zuvor beschrieben, mit einem klaren Fokus auf das Zentrum.
2. Hohe Präzision
Vor dem Tor zeigen die Blau-Weißen meist eiskalte Effizienz. Mit 13 Treffern stellen sie die zweitbeste Offensive der Liga. Von ihren 59 Torschüssen (16.) gingen 34 direkt auf das gegnerische Tor (2.), was bedeutet, dass mehr als jeder dritte Versuch den Torhüter zu einer Abwehr zwingt – eine beachtliche Quote für einen Regionalligisten. Dies liegt vor allem daran, dass Hertha 40 ihrer Schüsse im Strafraum des Gegners abgegeben hat (10.) – ein sehr hoher Anteil bei 59 Versuchen – und nur 19 Schüsse außerhalb des Sechzehners abfeuerte (17.). Nach dem Prinzip von Pep Guardiola gilt: "Je näher der Ball am Tor ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit zu treffen."
3. Pressing & Zweikampfverhalten
Die junge Mannschaft der Hertha (Durchschnittsalter: 23,0 Jahre/6.) presst aggressiv, sobald der Gegner das Mittelfeld erreicht. Allerdings verlieren die Berliner dabei in einigen Situationen ihre defensive Ordnung und können besonders über Pässe in die Tiefe auf den Flügeln ausgehebelt werden. Gelingt es dem Gegner, das Pressing zu überwinden, lässt sich die Abwehrreihe der Zehlendorfer überspielen.
In den Zweikämpfen zeigt sich das Defizit: Sowohl in der Luft (44,2 % gewonnen/16.) als auch am Boden (43,6 % gewonnen/16.) fehlt es den technisch versierten und flinken Spielern im Defensivverhalten mitunter an körperlicher Präsenz.
Umso wichtiger ist die Sicherheit im Tor: Keeper Jasper Kühn überzeugt auch in der Regionalliga mit starken Reflexen auf der Linie. Mit dem Fuß ist der 21-Jährige ebenfalls stark und fest in den Spielaufbau der Blau-Weißen eingebunden.
Voraussichtliche Aufstellung: Kühn 1 – Kastrati 17, Wilton 4, Enke 3, Yoldas 21 – Hennecke 30, Reimann 20 (C), Vieria 6 – Polat 7, Beyazit 26, Yildirim 11
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