Donnerstag, 03.10.2024

Trainer-Trickkiste: Zu Gast bei mutigen Luckenwaldern

In unserer Rubrik "Trainer-Trickkiste" werfen wir wieder einen genauen Blick auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den FSV 63 Luckenwalde. Das Medienteam des Clubs hat den Gegner analysiert, um euch optimal auf das anstehende Auswärtsspiel einzustimmen. Am Samstag um 13 Uhr ist Anpfiff im Werner-Seelenbinder-Stadion.  

Auch der FSV Luckenwalde kommt aktuell noch nicht so richtig in Fahrt. Mit nur sieben erzielten Toren (Platz 17) und 16 Gegentreffern (Platz 12) stehen die Brandenburger nach dem 10. Spieltag auf Rang 17 der Tabelle. Dennoch lohnt ein genauer Blick auf die Spielweise des Teams von Cheftrainer Michael Braune (38), um zu verstehen, warum sie trotz dieser Zahlen jederzeit gefährlich sein können.

Mutiger Torwart und Spielaufbau

Der FSV Luckenwalde setzt auf eine mutige Spielweise, bei der alle Positionen offensiv eingebunden werden – besonders der Torwart spielt eine zentrale Rolle. Derzeit steht Kevin Tittel für den verletzten Florian Palmowski im Tor und agiert dabei sehr offensiv. Bei eigenem Ballbesitz rückt der Keeper weit nach vorne zwischen die Innenverteidiger der Viererkette, um aktiv am Spielaufbau teilzunehmen.

Durch diese offensive Einbindung des Torwarts können die Verteidiger breiter stehen und das Spiel von hinten mit mehr Optionen aufbauen. Der Torwart als zusätzlicher Spieler im Aufbau schafft Überzahl gegenüber dem Gegner. Besonders auffällig ist auch Sechser Levin Mattmüller, der als zentrale Verbindung zwischen Defensive und Offensive agiert und dem FSV dabei hilft, Drucksituationen im Spielaufbau zu entschärfen.

Spielerischer Ansatz und Schwachstellen

Angesichts des jungen Alters der Mannschaft (durchschnittlich 22,4 Jahre) und ihrer hohen technischen Qualität ist der spielerische Ansatz naheliegend. Viele Spieler kommen aus Nachwuchsleistungszentren oder zweiten Mannschaften großer Vereine. In Ballbesitz agiert das Team in einer 4-2-2-2-Formation, die eine kompakte zentrale Besetzung und klare Struktur im Spielaufbau ermöglicht. Wie bereits erwähnt, schiebt sich der Torwart in eine zentrale Rolle im Aufbau, um eine Überzahl zu schaffen.

Allerdings zeigt das Team Schwächen, wenn es darum geht, größere Räume schnell zu überbrücken und gut gestaffelte Mittelfeldketten des Gegners zu durchbrechen. Umschaltmomente, in denen der Gegner noch unsortiert ist, kommen den Brandenburgern zugute. Dann können sie ihre Stärken auf engem Raum ausspielen und schnelle, kreative Lösungen finden.

Die körperliche Unterlegenheit, die mit dem jungen Alter einhergeht, macht es jedoch schwierig, sich in direkten Zweikämpfen gegen physisch stärkere Gegner zu behaupten. Besonders anfällig zeigt sich die Mannschaft bei hohen Hereingaben des Gegners, wo sie Schwierigkeiten hat, sich durchzusetzen.

Platz auf den Flügeln

Gegen den Ball agiert der FSV Luckenwalde in einem 5-3-2, wobei Levin Mattmüller aus dem Mittelfeld als zentraler Innenverteidiger in die Fünferkette zurückrückt. Aus dieser Formation schiebt der ballnahe Außenverteidiger meist aggressiv raus, um Druck auf den Gegner auszuüben. Diese Bewegung öffnet jedoch oft Räume hinter den Außenverteidigern, da die Flügel in der Regel nur einfach besetzt sind.

Zudem wird der FSV häufig tief in die eigene Hälfte gedrängt, was sie anfällig für Flanken und schnelle Spielverlagerungen macht.

Voraussichtliche Aufstellung FSV Luckenwalde: Tittel – Rühlemann, Jennene, Mattmüller, Bruns, Merke – Schneider, Schleinitz, Jacobi – Gollnack, Kühn (Formation: 5-3-2)