Dienstag, 05.08.2025

Campus-Inside: Raum für Entwicklung – Die Philosophie von Markus Mühling und der U17 des CFC

Am CFC-Campus dreht sich alles um Entwicklung. Nachdem wir euch in der ersten Folge "Campus-Inside" die U19 vorgestellt haben, richten wir heute den Blick auf unsere U17-Junioren – und damit auf eine Mannschaft, die sich mitten in einem entscheidenden Abschnitt ihrer Ausbildung befindet. Unter der Leitung von Markus Mühling, der seit dem 1. Juli beim CFC ist, geht es hier nicht nur um Fußball. Es geht um Verantwortung, Selbstbestimmung und den Mut, eigene Wege zu gehen.

Ihr habt Folge 1 verpasst? Keine Sorge! Hier geht es direkt zur ersten Ausgabe des Formates rund um unsere U19 und Cheftrainer Sebastian Kegel.

Ein Trainer mit Weltblick und klarer Haltung

Markus Mühling bringt eine spannende Vita mit nach Chemnitz. Der 46-Jährige stammt aus der Nähe von Nürnberg und hat in seiner Trainerkarriere viele Länder bereist: Seine Trainerkarriere im Leistungsbereich begann bei den U17-Juniorinnen der 1. FC Nürnberg. Stationen in Asien, darunter als Nationaltrainer in Laos und Engagements für den VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt in China prägten seinen weiteren Weg.

Nach zwei Jahren Familienpause ist er nun beim CFC angekommen – mit einem klaren Ziel: "Ich will die Jungs bereit machen für ihren weiteren Weg. Wenn sie weiter in die U19 gehen, soll Sebastian Kegel Spieler haben, die direkt auf dem Niveau mithalten können."

Individuelle Förderung statt Schema F

Ein zentraler Bestandteil von Mühlings Arbeit ist die individuelle Trainingssteuerung. Während es in vielen Teams ein einheitliches Programm für alle gibt, setzt der U17-Coach bewusst auf maßgeschneiderte Inhalte: "Manche Jungs brauchen mehr Kraft, andere müssen ihre Schnelligkeit verbessern oder mental stabiler werden. Wir teilen das Training daher gezielt in Kleingruppen auf – so bekommt jeder genau das, was er braucht, um den nächsten Schritt zu machen."

Deshalb gibt es drei bis vier individuelle Einheiten in der Woche, in denen die Spieler in kleinen Gruppen an ihren Fähigkeiten feilen können. Außerdem steht Mühling im engen Austausch mit seinen Kollegen aus der U16 und der U19. So trainieren immer wieder U16 Spieler in der U17 und U17 Spieler bereits bei der U19 mit.

Ein besonderer Umgang mit Spielzeit

Mühling geht auch beim Thema Spielzeit eigene Wege. Statt große Kader zu Spielen mitzunehmen, reduziert er bewusst die Anzahl: "Ich nehme nur so viele Jungs mit, dass jeder Einsatzzeit bekommt. Die anderen haben dann ein freies Wochenende, was für den Kopf – gerade in diesem Alter – manchmal genauso wertvoll ist wie Training." Damit schafft er eine faire Atmosphäre und sorgt dafür, dass die Entwicklung jedes Spielers im Vordergrund steht. Etwas, dass erst ohne den Leistungsdruck seit der Reform zur DFB-Nachwuchsliga möglich ist.

Ein klarer Plan für die Saison

Die Saison der U17 folgt einem klaren Entwicklungsplan. In der Hinrunde steht zunächst das defensive Spiel im Fokus – kompakt, aggressiv und organisiert. "Erst beginnen wir tief zu stehen, dann im Laufe der Hinrunde gehen wir über das Mittelfeldpressing bis vor ins Offensivpressing." In der Rückrunde wird der Schwerpunkt dann auf Offensivprinzipien gelegt: "Wir wollen, dass die Jungs lernen, in allen Phasen des Spiels flexibel zu agieren. Am Ende sollen sie in der U19 von Tag eins an bestehen können", erklärt Mühling.

Verantwortung auf und neben dem Platz

Nicht nur fußballerisch, sondern auch menschlich will Mühling seine Spieler prägen. „Disziplin, positive Kommunikation und Vorbildfunktion – das sind Werte, die wir gemeinsam mit den Jungs definiert haben“, sagt er. Diese Selbstverpflichtung wird sogar schriftlich festgehalten. Jeder Spieler weiß damit genau, wofür er beim CFC steht und welchen Anspruch er an sich selbst hat – ohne, dass ein Ziel von oben diktiert wurde.

Ein Team mit Qualität und Perspektive

Auch wenn Mühling bewusst keine Namen nennt, macht er deutlich: "Wir haben vier bis fünf Jungs im Kader, bei denen ich absolut davon überzeugt bin, dass sie sich perspektivisch in der Regionalliga durchsetzen können." Die CFC-Fans dürfen sich also auf spannende Talente freuen.

Als Kapitän wird Maxim Näther die Mannschaft auf den Rasen führen, der schon in der vergangenen Saison als U16-Spieler regelmäßig bei der U17 dabei war. Neben ihm sind Verteidiger Alexander Müller und Torwart Eddy Rothbarth Spielführer des Teams.

Der Blick nach vorn

Wenn die U17 des CFC am Campus trainiert, spürt man die Energie und den Teamgeist. Hier werden keine kurzfristigen Tabellenziele verfolgt – hier wird langfristig gearbeitet. "Es geht nicht darum, wer heute die meisten Tore schießt. Daran erinnert sich keiner", sagt Mühling. "Es geht darum, dass diese Jungs in ein paar Jahren als reife Spieler auf dem Platz stehen und möglichst ihre Schritte im Profi-Fußball gehen."

Und wir sehen uns das nächste Mal am Samstag, wenn sich alles um unsere Frauenmannschaft dreht. Mit Cheftrainer Swen Wolf sind wir alle wichtigen Infos zur kommenden Spielzeit durchgegangen und blicken auf das Team.