Freitag, 07.11.2025

Grimaldi schnürt erneut den Doppelpack – CFC beweist Moral und erkämpft einen Punkt gegen Altglienicke

Unter Flutlicht empfing der Chemnitzer FC am Freitagabend die VSG Altglienicke vor 4.153 Zuschauern im eins-Stadion – An der Gellertstraße. Die Himmelblauen gingen mit zuletzt zwei Liga-Siegen in die Partie des 15. Spieltages und wollten ihre Serie gegen die ambitionierten Berliner ausbauen.

Am Ende trennten sich beide Teams nach einem attraktiven Spiel leistungsgerecht mit 2:2 (0:1). Der CFC zeigte nach frühem Rückstand Moral und drehte die Partie zwischenzeitlich innerhalb von nur sieben Minuten. Doppelpacker Maurizio Grimaldi avancierte dabei zum Man of the Match in Himmelblau.

Cheftrainer Benjamin Duda musste kurzfristig auf zwei Akteure verzichten: Kapitän Tobias Müller (Oberschenkel) und Jonas Marx (Rippe) mussten neben dem langzeitverletzten Niclas Erlbeck (Knie-OP) verletzungsbedingt passen. Dafür rückten der von einem Infekt wiedergenesene Tobias Stockinger und Toptorjäger Dejan Bozic in die Anfangsformation.

Früher Rückschlag – Saliger trifft für die Gäste

Nach ausgeglichener Anfangsphase und ersten Offensivbemühungen der Berliner fiel in der 14. Minute der Führungstreffer für die Volkssport Gemeinschaft: Jonas Saliger zog nach einem Ballverlust im Aufbauspiel der Hausherren aus halblinker Position ab – Daniel Adamczyk war mit den Fingerspitzen noch dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. Beim Gegentreffer sah der 23-jährige Schlussmann etwas unglücklich aus.

CFC kämpft sich ins Spiel – Bochmann hellwach in der Defensive

Der CFC war in der ersten halben Stunde vor allem defensiv gefordert. Dabei trat immer wieder Julius Bochmann stark in Erscheinung: Erst klärte er in höchster Not gegen Philip Türpitz (24.), dann köpfte er auf der Gegenseite nach einem Freistoß knapp drüber (25.) und unterband kurz darauf gleich drei Berliner Kontersituationen nacheinander.

Die Himmelblauen steigerten sich in einem schwierigen Heimspiel von Minute zu Minute, fanden vor allem über den Kampf in die Partie und zeigten mit körperlicher Präsenz, dass sie das Spiel trotz des frühen Rückstandes längst nicht aufgegeben hatten.

Grimaldi sorgt für Offensivakzente

Nach rund einer halben Stunde verlagerte sich das Geschehen zunehmend in die Berliner Hälfte – auch, weil die Gäste einen Gang zurückschalteten. Der CFC setzte sich phasenweise am Strafraum der Hauptstädter fest, suchte aber meist vergebens nach einer aussichtsreichen Abschlussmöglichkeit.

Dabei war Maurizio Grimaldi der auffälligste Offensivakteur im Trikot des CFC. Er hatte im ersten Durchgang die größte Ausgleichschance, als eine verunglückte Flanke des 22-Jährigen auf den Querbalken klatschte (43.).

CFC mit Moral, aber ohne Ertrag nach 45 Minuten

So ging es aus Chemnitzer Sicht mit einem knappen 0:1-Rückstand zum Pausentee in die Katakomben der Fischerwiese. Die Himmelblauen zeigten über weite Strecken der ersten 45 Minuten einen mutigen Auftritt, auch wenn die Berliner in ihrer Spielanlage insgesamt reifer und abgeklärter wirkten und keine echte Torchance zuließen.

Traumstart nach Wiederanpfiff – Grimaldi gleicht aus

Der CFC kam mit Schwung aus der Kabine und erwischte den perfekten Start. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld fiel der Ball Maurizio Grimaldi vor die Füße, der aus vierzehn Metern sehenswert per Volley zum 1:1 traf (50.). Torhüter Luis Klatte war zwar noch hauchzart dran, konnte den Ausgleich aber nicht verhindern. Die Himmelblauen blieben in der Folge am Drücker, suchten über Alberico und Eppendorfer weitere Abschlüsse.

Doppelschlag des Flügelspielers – CFC dreht das Spiel

Nur sieben Minuten nach dem Ausgleich war es erneut Grimaldi, der seine starke Leistung krönte. Nach einem Tempogegenangriff schloss der Offensivmann eiskalt ab und stellte mit seinem zweiten Doppelpack in Folge und dem fünften Saisontreffer auf 2:1 (57.). Die Fischerwiese bebte, der CFC hatte die Partie gedreht. Doch Altglienicke zeigte sofort eine Reaktion und drängte wieder nach vorn.

Saliger gleicht erneut aus – Spannung pur

In der 65. Minute nutzte dann wiederum Jonas Saliger eine Unachtsamkeit in der Chemnitzer Defensive und traf aus der Drehung mit seinem zweiten Treffer zum 2:2. Das Spiel blieb fortan offen, beide Teams suchten die Entscheidung. Cheftrainer Benjamin Duda brachte frische Kräfte: Walther, Mergel und Damer kamen, Torhüter Adamczyk musste verletzt vom Platz und wurde durch David Wunsch ersetzt.

Offener Schlagabtausch bis zum Schluss

Altglienicke erhöhte in der Schlussphase noch einmal den Druck, traf durch Riemer zwar ins Netz, doch der Treffer zählte wegen Abseits nicht (79.). Kurz darauf hatte die VSG die erneute Führung auf dem Fuß, scheiterte aber knapp. 

Auch in den Schlussminuten konnten sie die Chemnitzer Defensive kein weiteres mal überwinden. Die Himmelblauen verteidigten leidenschaftlich und sicherten sich am Ende gegen einen starken Gegner ein verdientes 2:2-Unentschieden – mit Moral, Wille und Kampfgeist.

Damit bleiben die Chemnitzer zum dritten Mal in Serie ungeschlagen. Maurizio Grimaldi schnürt den zweiten Doppelpack in Folge und präsentiert sich in absoluter Topform. Der CFC scheint sich in den letzten Wochen gefunden zu haben.

Am kommenden Wochenende geht es dann für den CFC im Pokal bei Sechstligist Reichenbach um das Weiterkommen – Sonntag ab 13 Uhr rollt der Ball im Vogtland. Die VSG ist bereits einen Tag zuvor im Berlin-Pokal bei Pfeffersport (14.15 Uhr) gefordert.

Chemnitzer FC – VSG Altglienicke 2:2 (0:1)

CFC: Klatte 22 – Lübke 4 (71. Friedrich 29), Roßbach 13, Kapp 16, Kébé 5 – Saliger 19 (86. Kizildemir 8), Sylla 24, Rieder 23, Manske 7 – Türpitz 20 (71. Schickersinsky 11), Nietfeld 10 (86. Manske 9)

VSG: Adamczyk 1 (75. Wunsch 22) – Ekui 27, Bochmann 5, Rücker 17, Pistol 18 - Stockinger 7 (83. Damer 13), Eppendorfer 25 (69. Mergel 10), Baumgart 29 – Grimaldi 23, Bozic 33 (C), Alberico 11 (69. Walther 4)

Tore: 0:1 Saliger (14.), 1:1 Grimaldi (50.), 2:1 Grimaldi (57.), 2:2 Saliger (65.)

Zuschauer: 4.153