In unserer Rubrik „Trainer-Trickkiste“ blicken wir ein letztes Mal im Jahr 2025 auf den kommenden Gegner des Chemnitzer FC: den FSV Luckenwalde. Das Medienteam des CFC hat die Brandenburger analysiert, um euch optimal auf das letzte Heimspiel des Jahres einzustimmen. Am Samstag ab 14 Uhr empfangen die Himmelblauen eine Mannschaft, die sich in dieser Saison als echtes Überraschungsteam etabliert hat – jung, mutig und taktisch klar geführt.
Luckenwalde steht aktuell auf Rang neun, einen Punkt vor dem CFC, und gehört mit 25 Punkten aus 17 Spielen zur stabilen oberen Tabellenhälfte. Auch wenn der FSV seit fünf Partien auf einen Sieg wartet, sammelte er in dieser Phase immerhin drei Unentschieden und bleibt damit schwer zu schlagen. Das Hinspiel gewann Luckenwalde etwas überraschend mit 2:1 gegen die Himmelblauen – ein Zeichen dafür, wie unangenehm die Brandenburger auftreten können. Und wie genau die Mannschaft von Trainer Michael Braune ihre Spiele angeht, schauen wir uns jetzt an.
Strukturierter Aufbau – flexibel, breit und kontrolliert
Luckenwalde setzt im Ballbesitz auf einen klaren, strukturierten Spielaufbau, meist über eine flexible Dreierkette, aus der sich Andres Pollasch situativ nach vorn oder hinten bewegt, um Überzahl zu schaffen. Der Routinier und Kapitän ist dabei weder klar als Innenverteidiger noch als klassischer Sechser einzuordnen. Der Torhüter wird aktiv eingebunden und übernimmt häufig eine zentrale Rolle in der Spieleröffnung. Die Innenverteidiger schieben mutig mit Tempo ins Mittelfeld und treiben das Spiel an, während die Offensivspieler durch gegenläufige Bewegungen Räume öffnen.
Charakteristisch sind breite Außenbahnen, viel Bewegung, aber auch das Prinzip, Sicherheit vor Risiko zu stellen – was dem Angriffsspiel phasenweise etwas Tempo nimmt.
Gefährlich aus Halbräumen – aber wenig zwingend im Strafraum
Im letzten Drittel fehlt Luckenwalde häufig die letzte Durchschlagskraft aus dem eigenen Ballbesitz. Statt klarer Kombinationen setzt der FSV oft auf Halbfeldflanken, zweite Bälle und Nachrückaktionen, um Torgefahr zu erzeugen. Dass Innenverteidiger Soufien Janenne mit vier Treffern der zweitbeste Torschütze des Teams ist, spricht dabei eine deutliche Sprache.
Der gefährlichste Offensivspieler bleibt Tim Maciejewski. Der Jugendspieler von Union Berlin sammelte bereits auf höherem Niveau Spielpraxis (u. a. in Sandhausen und Klagenfurt) und unterstreicht in dieser Spielzeit mit sechs Toren und drei Vorlagen seine herausragende Qualität in der Regionalliga. Vor allem aus der Distanz zeigt er sich besonders treffsicher.
Auch das Umschaltspiel gehört zu den klaren Stärken der Brandenburger. Steht der Gegner unsortiert, stößt der FSV mit vielen schnellen Spielern in die Spitze. Durch die beiden Dreierblöcke in der letzten Linie und im zentralen Mittelfeld bleiben stets genügend Akteure zur Absicherung zurück, um eine stabile Restverteidigung zu gewährleisten.
Defensive Kompaktheit – tief, eng, unangenehm
Gegen den Ball formiert sich der FSV meist in einem tiefen 5-3-2 und läuft erst ab der Mittellinie aktiv an. Luckenwalde macht die Räume eng, lässt den Gegner kommen und zwingt ihn zu einem geduldigen und präzisen Aufbau. Die defensive Dreierkette bleibt kompakt, im Mittelfeld verschieben alle Spieler diszipliniert im Verbund.
Luckenwalde verteidigt nicht spektakulär, aber äußerst konstant – 22 Gegentore bedeuten aktuell die sechstbeste Defensive der Liga.
Voraussichtliche Aufstellung des FSV Luckenwalde
Palmowski 1 – Kühn 24, Seidel 13, Pollasch 6 (C), Janenne 14, Bachmann 11 – Schleinitz 8, Schneider 22, Maciejewski 27 – Gollnack 29, König 26
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