Freitag, 12.12.2025

Vergleich vor dem Landgericht Chemnitz erzielt – OLG Dresden setzt Verfahren im Cateringstreit im neuen Jahr fort

Der Chemnitzer FC informiert mit dieser Pressemitteilung über den aktuellen Stand zweier juristischer Verfahren, die den Verein seit Sommer 2023 begleiten. Während vor dem Landgericht Chemnitz am Freitag im Verfahren mit dem ehemaligen Geschäftsführer Sport Marc Arnold ein Vergleich erzielt wurde, wird das Verfahren im sogenannten Cateringstreit vor dem Kartellsenat des Oberlandesgerichts Dresden im neuen Jahr fortgesetzt.

Arnold-Verfahren: Vergleich vor dem Landgericht Chemnitz

Am Freitag, 12. Dezember 2025, fand vor dem Landgericht Chemnitz (Raum 005) unter der Leitung der Richterin Juliane Schäfer die mündliche Verhandlung in dem Verfahren zwischen der Chemnitzer FC Fußball GmbH und dem ehemaligen Geschäftsführer Sport Marc Arnold statt. Die öffentliche Verhandlung dauerte rund zwei Stunden und war von mehreren Unterbrechungen geprägt.

Die Richterin bemühte sich von Anfang an, zwischen den Parteien und deren Interessen zu vermitteln. Im Ergebnis dieser Bemühungen verpflichtete sich die Chemnitzer FC Fußball GmbH zur Zahlung einer Abfindung in fünfstelliger Höhe. Die vereinbarte Zahlung liegt damit deutlich unter der Hälfte der ursprünglich geltend gemachten Forderungen, die sich an der damaligen Restvertragslaufzeit von Juni 2023 bis Juni 2025 orientierte. Beide Seiten haben eine Widerrufsfrist bis Mitte Januar 2026 vereinbart.

Wirtschaftlich vernünftige und rechtssichere Lösung für den CFC

Tommy Haeder, Geschäftsstellenleiter und als Prokurist Vertreter des Chemnitzer FC vor Gericht, erklärte: „Wir haben die Hinweise der Vorsitzenden Richterin sehr ernst genommen und uns kompromissbereit gezeigt, um einen für beide Seiten sinnvollen Vergleich zu erzielen. Uns war bewusst, dass hier – je nach juristischer Wertung – auch ein angestellter Geschäftsführer besonderen Schutz genießen kann. Auch wenn wir aus unserer Sicht gewichtige Argumente vorgebracht haben und damit eine Erfolgsaussicht von mindestens 50 Prozent bestand, wollten wir diesen Prozess bewusst jetzt beenden, um einen Schlusspunkt unter diese juristische Auseinandersetzung zu setzen. Erfolgt kein Widerruf – wovon ich derzeit ausgehe –, ist das Verfahren beendet.“

Auch die die Chemnitzer FC Fußball GmbH vertretende Rechtsanwältin Annette Neuerburg ordnete den Vergleich ein: „Aus anwaltlicher Sicht ist der erzielte Vergleich eine wirtschaftlich vernünftige und rechtssichere Lösung. Er reduziert die finanziellen Risiken für den Verein erheblich und schafft die notwendige Planungssicherheit, ohne die Erfolgsaussichten eines langwierigen weiteren Verfahrens auszureizen.“

Polster-Verfahren: Zwischenstand im Cateringstreit vor dem Oberlandesgericht Dresden

Bereits am Donnerstag, 11. Dezember 2025, fand vor dem Oberlandesgericht Dresden ab kurz nach 9.30 Uhr der erste Verhandlungstag im Berufungsverfahren rund um die Cateringverträge zwischen der Polster Sport Catering GmbH und der Chemnitzer FC Fußball GmbH statt. Die öffentliche Verhandlung im sogenannten Großen Sitzungssaal (2.5) erstreckte sich über nahezu vier Stunden. Der Chemnitzer FC wird auch in diesem Verfahren von der Kanzlei NP Neuerburg | Peters vertreten. Für den Verein nahm Prokurist Tommy Haeder an der Verhandlung teil.

An diesem Verhandlungstag wurden ausschließlich Zeugen vernommen. Im Mittelpunkt der Befragungen standen die Aussagen der ehemaligen CFC-Präsidentin Romy Polster, ihres Ehemanns Matthias Polster, des ehemaligen Geschäftsführers Marc Arnold sowie von Grit Hoffmann, die in ihrer damaligen Funktion als Prokuristin und Mitglied des Aufsichtsrates des Chemnitzer FC unter anderem mit kaufmännischen und buchhalterischen Themen befasst war. Inhaltlich ging es dabei um Sonderzahlungen im Zusammenhang mit dem DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Union Berlin sowie dem Sachsenpokalspiel gegen den FC Erzgebirge Aue in der Saison 2022/23.

Zahlungen, Beweismittel und rechtliche Kernfragen

Zu klären ist die Frage, ob diese Sonderzahlungen im Sommer 2022 mündlich verbindlich zugesagt und in die Finanzierung der Saison 2022/23 eingeplant waren. Fest steht jedenfalls, dass die in der ersten Instanz vorgelegte schriftliche Vereinbarung mit Datum vom 25. Juli 2022 erst im Mai 2023 angefertigt worden ist, also nachdem Fragen zur Vergütung der beiden Pokalspiele virulent geworden waren.

Während des Verfahrens wurden bereits diverse Beweismittel eingebracht. Darunter befanden sich Budget- und Liquiditätsplanungen, E-Mail-Korrespondenzen sowie weitere Unterlagen, die im Rahmen der Zeugenvernehmungen erörtert wurden.

Zweiter Verhandlungstag am OLG im neuen Jahr

Der Vorsitzende Richter am Oberlandesgericht Dresden, Ulf Johannes Dieker, erklärte, dass geladene Zeugen entschuldigt fehlten, die noch zu vernehmen seien. Zudem sei ein weiterer Schriftsatz der Gegenseite erst einen Tag vor der Verhandlung eingereicht worden, was zusätzlichen Prüfungs- und Bearbeitungsbedarf erfordere. In diesem Zusammenhang erinnerte der Vorsitzende Richter nochmals an die Einhaltung der Zivilprozessordnung.

So schnell wie möglich wieder voller Fokus auf den Fußball

Zum Zwischenstand der Verhandlungen im Cateringstreit vor dem Oberlandesgericht Dresden erklärte Tommy Haeder: „Natürlich ist es für uns nicht befriedigend, dass sich dieses Verfahren nun auch ins neue Jahr zieht. Gleichzeitig haben wir im Gericht gesehen, wie akribisch der Kartellsenat vorgeht und die Zeugen ausführlich befragt, um in der Sache ein Urteil sprechen zu können. Für uns ist entscheidend, dass wir so schnell wie möglich unsere ganze Kraft wieder auf unser Tagesgeschäft konzentrieren können – und das ist der Fußball.“

Der Chemnitzer FC wird seine Mitglieder, Fans, Partner und Sponsoren weiter über den Fortgang beider Verfahren informieren.