Am 33. Spieltag der Regionalliga Nordost wartete auf die Himmelblauen ein ganz besonderer Heimspiel-Abschluss der Saison 2025/26. Vor 7.362 Zuschauern empfing der Chemnitzer FC den FSV Zwickau zum Bezirksderby im eins-Stadion – An der Gellertstraße. Die Mannschaft von Cheftrainer Benjamin Duda ging dabei mit dem Rückenwind von drei Liga-Siegen in Folge in das Duell mit dem zweitbesten Rückrunden-Team der Liga. Das neue Selbstvertrauen zahlte sich für die Hausherren aus, denn im dritten Derby-Anlauf in dieser Saison gewannen die Himmelblauen mit 3:2.
Cheftrainer Benjamin Duda veränderte seine Startelf im Vergleich zum 2:1-Auswärtssieg der Vorwoche bei der VSG Altglienicke auf zwei Positionen. Dejan Bozic und Felix Müller kehrten nach überstandenen Magen-Darm-Problemen für Aaron Mensah und Julius Bochmann in die Anfangsformation zurück.
Offizielle Verabschiedung vor der Partie
Unmittelbar vor dem Anpfiff wurden unter dem Applaus des Chemnitzer Publikums Co-Trainer Robert Zickert sowie jene neun Spieler offiziell verabschiedet, die den Chemnitzer FC nach dieser Saison verlassen werden. So endet der gemeinsame Weg mit Kapitän Tobias Müller, Eigengewächs Niclas Walther und Torwart Daniel Adamczyk nach dieser Spielzeit. Auch Leon Damer, Artur Mergel, Felix Müller, Anton Rücker und Niclas Erlbeck werden die Himmelblauen verlassen. Dario Gebuhr kehrt nach dem Ende seiner Leihe zu seinem Stammverein Hansa Rostock zurück.
Ball ruht nach dem Anpfiff – Protestaktion beider Vereine für Regionalliga-Reform
Die Zwickauer führten den Anstoß der Partie aus. Anschließend ruhte das Spiel für rund 30 Sekunden. Die im Vorfeld abgestimmte Protestaktion beider Vereine sollte auf die weiterhin ungelöste Regionalliga-Reform aufmerksam machen. Unter der Überschrift „Kompass-Modell jetzt“ richtete Stadionsprecher Olaf Kadner einen klaren Appell an die Fußball-Öffentlichkeit und bekräftigte die Forderung nach mehr Gerechtigkeit sowie nach einem einheitlichen Aufstiegsrecht für alle Regionalliga-Meister. In den kommenden Wochen wird sich nun zeigen, mit welcher Entschlossenheit die zuständigen Verbände den weiteren Reformprozess vorantreiben.
Als der Ball anschließend auf der Fischerwiese rollte, entwickelte sich zunächst eine Partie mit ausgeglichenen Spielanteilen. Beide Teams agierten aus einer kontrollierten Grundordnung heraus und erarbeiteten sich erste Torannäherungen, ohne dabei zunächst wirklich gefährlich zu werden.
Ausgeglichene Partie mit Großchancen auf beiden Seiten
Es lief bereits die 30. Spielminute, als die Gäste den Führungstreffer gleich doppelt auf dem Fuß hatten. Zunächst scheiterte Cemal Sezer am Querbalken, nachdem er über die halbrechte Position plötzlich frei vor Daniel Adamczyk aufgetaucht war. Im direkten Nachsetzen kamen die Zwickauer erneut von der Strafraumgrenze zum Abschluss, doch der CFC-Schlussmann riss seine Arme nach oben und parierte stark.
Die Himmelblauen suchten ihrerseits nach der ersten Großchance der Partie – und die hatte Jonas Marx. Der Offensivspieler brachte in der 35. Minute eine Flanke per Kopf als Aufsetzer auf das Tor, doch der aus dem Chemnitzer Nachwuchs stammende Lucas Hiemann im Kasten der Gäste reagierte stark und entschärfte den Ball.
Torlos geht es in die Pause
Danach neutralisierten sich beide Teams in einer für ein Derby äußerst fair geführten Partie wieder weitestgehend. Eine spannende und über weite Strecken ausgeglichene erste Hälfte endete nach je einer Großchance auf beiden Seiten leistungsgerecht torlos.
Derby nimmt nach der Pause sofort Fahrt auf
Die zweite Halbzeit begann direkt mit Tempo. Nach einem langen Diagonalball tauchte Lennert Möbius unmittelbar nach Wiederanpfiff gefährlich vor Daniel Adamczyk auf, doch Niclas Walther rettete im letzten Moment per Grätsche im Strafraum. Auf der Gegenseite kombinierten sich die Himmelblauen wenig später stark durch den Strafraum, ehe ein Abschluss von Domenico Alberico in der 52. Minute noch geblockt werden konnte.
Traumtor von Walther – Zwickau antwortet sofort
Nur eine Minute später jubelte die Fischerwiese. Nach einem abgewehrten Ball nahm Niclas Walther das Leder aus halblinker Position direkt und nagelte den Ball sehenswert unter die Latte zur 1:0-Führung für den CFC (53.).
Die Antwort der Gäste ließ allerdings nicht lange auf sich warten. Luca Prasse dribbelte nur eine Minute später zentral in den Strafraum und zog aus 14 Metern ab. Der abgefälschte Ball sprang unhaltbar für Adamczyk zum 1:1-Ausgleich ins Netz (54.).
Stockinger bringt die Fischerwiese zum Beben
Das Derby war nun komplett entfacht und die Chemnitzer legten nach. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß trieb Stockinger den Ball über rund 30 Meter nach vorne und schweißte ihn aus 20 Metern ins kurze Eck zur umjubelten 2:1-Führung der Himmelblauen ein (57.). Spätestens jetzt war auch das eins-Stadion – An der Gellertstraße endgültig voll da und peitschte den CFC lautstark nach vorne.
Besonders emotional wurde anschließend der Torjubel des Torschützen: Stockinger ließ sich vom Zeugwart das Trikot mit der Rückennummer 27 seines Teamkollegen Martial Ekui bringen, der sich Anfang der Woche einer Knie-Operation unterziehen musste und dem Chemnitzer FC nun mehrere Monate fehlen wird. Eine starke Geste des Zusammenhalts innerhalb der Mannschaft.
Kurz darauf hatte Tobias Stockinger die erneute Führung zunächst auf dem Fuß, als er nach schnellem Umschaltmoment aus spitzem Winkel am stark reagierenden Lucas Hiemann scheiterte (59.).
Zwickauer Joker stechen sofort
Die Gäste reagierten mit einem Dreifachwechsel und bewiesen ein glückliches Händchen. Nur zwei Minuten nach den Einwechslungen setzte sich Lucas Albert über die linke Seite durch. Sein erster Versuch wurde noch geblockt, doch im Nachsetzen fand der Ball Marc-Philipp Zimmermann, der das Leder aus kurzer Distanz zum 2:2-Ausgleich über die Linie grätschte (71.).
Chancen auf beiden Seiten bis zum Schluss
In der Schlussphase blieb die Partie offen. Die Himmelblauen suchten weiterhin den Weg nach vorne und kamen durch Johannes Pistol per Distanzschuss (75.), Dejan Bozic per Kopf (76.) sowie wenig später per spektakulärem Fallrückzieher ans Außennetz (82.) nochmals gefährlich vor das Tor der Gäste.
Müller entscheidet per Kopf
Kurz vor Schluss machte der eingewechselte Leon Damer noch einmal Druck und holte eine Ecke heraus. Damer trat die Ecke selbst und am kurzen Pfosten stieg Felix Müller in die Luft, der bei seinem letzten Heimauftritt zum 3:2-Derby-Siegtreffer einköpfte. Das Stadion explodierte. Auf dem Platz bildete sich eine himmelblaue Jubeltraube aus Spielern.
Die Gäste kamen noch zu dem ein oder anderen Abschluss allerdings ohne konkret Gefahr auszustrahlen. Nach sechs Minuten Nachspielzeit war dann Schluss.
Vierter Sieg in Folge
Damit setzen die Chemnitzer ihren starken Saisonschlussspurt fort und holen den vierten Sieg in Serie. Im dritten Anlauf klappt es damit in dieser Spielzeit auch mit dem ersten Derbysieg. Über neunzig Minuten waren die Himmelblauen die bessere und aktivere Mannschaft, auch wenn Zwickau immer Gefahr ausstrahlte.
Kommende Woche geht es zum Saisonabschluss ins Sportforum Hohenschönhausen zum BFC Dynamo. Am Samstag um 14 Uhr spielen die Chemnitzer in der Hauptstadt. Zeitgleich empfängt Zwickau die BSG Chemie Leipzig.
Chemnitzer FC – FSV Zwickau 3:2 (0:0)
CFC: Adamczyk - Walther (85. Bochmann), Gebuhr, Müller, Pistol - Baumgart (79. Mensah), Eppendorfer (67. Hempel), Alberico - Bozic, Stockinger (85. Damer), Marx
FSV: Hiemann - Sengersdorf (83. von Baer), Fobassam Nawe, Ziemer, Senkbeil - Startsev, Haubner (69. Albert) - Dobruna, Prasse (89. Jacobi), Möbius (69. Breitenbücher) - Sezer (69. Zimmermann)
Tore: 1:0 Walther (53.), 1:1 Prasse (54.), 2:1 Stockinger (57.), 2:2 Zimmermann (71.), 3:2 Müller (88.)
Zuschauer: 7.362
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