Donnerstag, 29. August 2019 13:41 Uhr

„Zeigen, dass ich etwas vorhabe.“

Als Tarsis Bonga den Ball von der Grundlinie des Grünwalder Stadions über links in den Strafraum spielte, lief Davud Tuma schulbuchmäßig an den zweiten Pfosten. Doch der Ball wird abgewehrt. Tuma bleibt in der Situation, bietet sich direkt wieder auf Höhe des Elfmeterpunktes bei seinem Mitspieler an. Nach Zuspiel von Daniel Bohl die kurze Drehung in Richtung Tor, platzierter Abschluss mit links auf den kurzen Pfosten. FC Bayern-Keeper Früchtl ist noch dran, kann den satten Schuss aber nicht abwehren. Als der Ball ins Netzt trudelt, ballt Tuma bereits beide Fäuste. Ein lauter Schrei entlädt sich. Es platze aus dem sonst so ruhigen Außenbahnspieler heraus. 

„Es war ein Mix aus Befreiung und Freude! Im Endeffekt war ich froh, dass der Ball dieses Mal reingegangen ist“, verrät der 23-jährige Neuzugang, der bei seinem CFC-Debüt eine Woche zuvor im Heimspiel an der Gellertstraße gegen den 1. FC Magdeburg noch die Großchance auf den Siegtreffer liegen ließ. „Die Situation hatte ich noch Tage später im Kopf. Aber mit dem Anpfiff in München war es vergessene Sache.“

Bei seinem vorherigen Verein, dem Halleschen FC, fehlte zuletzt das Vertrauen in seine Stärken. Diese spielt Tuma nun beim CFC aus. Nach seinen zwei auffälligen Kurzeinsätzen drängt der gebürtige Gütersloher aufgrund seinen Leistungen förmlich in die Startelf.

„Ich versuche im Training und den Spielen, die ich kriege, zu zeigen, dass ich etwas vorhabe. Ich kann nur Gas geben und beweisen, dass ich will. Ich bin aber nur ein kleiner Teil unseres Teams. Die Entscheidung treffen die Verantwortlichen. Das respektiere ich.“

Denn Tuma nimmt sich und seinen Treffer nicht so wichtig. Er ist bescheiden, sieht sich als Arbeiter fürs große Ganze. „Ich freue mich für das Team und die Fans, dass wir durch das Tor das Ergebnis hochschrauben konnten. Dass ich es war, spielt überhaupt keine Rolle.“

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