Donnerstag, 24. Oktober 2019 18:17 Uhr

Das Wesentliche ist der CFC

Insgesamt 225 Spiele absolvierte Christian Tiffert in der 1. Bundesliga. 64 davon für den 1. FC Kaiserslautern, rund die Hälfte als Mannschaftskapitän der Roten Teufel. Am Sonntag, den 27.10. trifft er nun erstmals in verantwortlicher Position auf seinen Ex-Verein vom Betzenberg.

Dabei ist Tiffert unerwartet in die Rolle des Co-Trainers an der Seite von Cheftrainer Patrick Glöckner gerutscht. „Ich war zu Beginn als Hospitant für ein paar Tage eingeplant. Durch den Trainerwechsel ging alles ziemlich schnell. Nun läuft alles nach dem Schema ´learning by doing´“, berichtet Christian Tiffert.

Probleme gibt es dabei keine: „Niemand aus dem Team erwartet von mir, dass ich so agiere, wie jemand der schon 15 Jahre im Trainergeschäft ist. Die Jungs wissen, dass ich vor fünf Monaten selbst noch gespielt habe. Ich wollte bei all meinen Stationen als Spieler immer ich selbst bleiben. Auch als Trainer, will ich mich als Typ nicht verändern. Deshalb gab es auch keine Eingewöhnungsschwierigkeiten.“

Dass Tiffert erst vor kurzem seine aktive Karriere beendet hat, ist seine Stärke. „Ich trage meinen Teil dazu bei, um Patrick, der schon lange im Trainergeschäft ist, zu unterstützen. Das ist aber auch die Idee dahinter. Wir tauschen uns aus, jeder hat seine Meinung. Ganz klar ist aber auch, ich bin der Co-Trainer. Das letzte Wort hat immer Patrick“, sagt der heute 37-Jährige, der auf fast allen Positionen unterwegs war. „Ich habe als Stürmer angefangen, bin dann auf die Außenbahnen, später ins Zentrum gerutscht. Meine letzten Spiele habe ich als Verteidiger gemacht. Ich kenne alle Positionen und die Kriterien, die man erfüllen muss.“ Diese Erfahrungen gibt er nun gemeinsam mit seinem Chef an die Mannschaft weiter.

„Das sieht bei uns schon anders aus.“

Für Tiffert ist die Partie gegen seinen Ex-Verein keine besondere. „Mein Sohn kam in Kaiserslautern zur Welt. Ich hatte eine tolle Zeit auf dem Betzenberg. Natürlich habe ich einen Bezug zum Verein und der Stadt. Ich war Kapitän, die FCK-Fans haben mich zum „Spieler des Jahres 2010/2011“ gewählt. Aber ich bin kein Typ, der in Erinnerungen schwelgt. Ein Blick zurück bringt mir nichts.“

Tiffert lebt im Hier und Jetzt, konzentriert sich auf seine neue Aufgabe an der Gellertstraße. „Ich bin nicht der klassische Fußballromantiker. Wenn ich mich nur damit beschäftigen würde, wie es bei einem meiner Ex-Vereine gerade läuft, fehlt mir die Zeit für das Entscheidende. Das Wesentliche ist der CFC und nicht, was in Kaiserslautern passiert, ob der VfB aufsteigt, oder wie sich die Seattle Sounders in den Playoffs schlagen.“

So oder so ist die Partie gegen die Roten Teufel für Tiffert „ein ganz normales Liga-Spiel.“ Einen Unterschied zu den vergangenen zwei Partien sieht der ehemalige Nachwuchsnationalspieler dennoch: „Dieses Mal spielen wir nicht gegen eine Spitzenmannschaft. Wir sind dennoch gewarnt. Lautern hat sich vor der Saison nicht zu Unrecht gewisse Ziele gesetzt. Der Kader ist top besetzt, sehr harmonisch und mit gefährlichen Stürmern gespickt. Aber wir wissen auch, dass sie zum aktuellen Zeitpunkt nicht das spielen, was alle erwartet haben. Das sieht bei uns schon anders aus.“

Und so soll am Sonntag der Aufwärtstrend gegen den 1. FC Kaiserslautern fortgesetzt werden. Das Trainerteam Glöckner/Tiffert kann dabei auch wieder auf die Kräfte des Mittelfeld-Trios Matti Langer, Georgi Sarmov und Tobias Müller bauen. 

Tickets für das erste Pflichtspiel gegen die Roten Teufel gibt es im CFC-Fanshop am Stadion, bequem im Online-Ticketshop und an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

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