Montag, 18. November 2019 17:52 Uhr

Mögliche Lösung zur Finanzierung des Nachwuchsleistungszentrums herbeigeführt

Der Notvorstand des Chemnitzer FC e.V., vertreten durch die Vorsitzende Romy Polster, Stellvertreter Siegfried Rümmler und Udo Pfeifer sowie die Gesellschafter der Chemnitzer FC Fußball GmbH haben gemeinsam mit ihren Partnern der Stadt Chemnitz und dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine mögliche Lösung zur Finanzierung des Nachwuchsleistungszentrums (NLZ) des Chemnitzer FC herbeigeführt.

Die anhaltende Insolvenz des Chemnitzer FC e.V. und damit die ungesicherte finanzielle Fortführung des NLZ im insolvenzfreien Bereich sind mit dem immer noch anhängigen Rechtsstreit um die Verfügungsgewalt eines vom früheren Notvorstand neu eingerichteten Bankkontos zum Existenzproblem des NLZ geworden.

Einerseits verlangt der DFB für die erforderliche Zertifizierung zum Fortbestand des NLZ neue Arbeitsverträge für hauptamtliche Trainerstellen und ordnungsgemäße Übungsleiterverträge, die an Gehaltszahlungen gebunden sind, andererseits können bewilligte, so dringend benötigte Fördermittel der Stadt und Zuwendungen des DFB nicht ausbezahlt werden, da es an einem dafür notwendigen empfängergerechten Bankkonto mangelt, welches nicht in die Insolvenzmasse übergehen muss. Damit würde ansonsten der Förderzweck nicht erfüllt und eine Auszahlung ist nicht möglich.

Der neu bestellte Notvorstand des CFC hat daher nach einer Möglichkeit gesucht, die für den Fortbetrieb des NLZ überlebenswichtige Organisation und Finanzierung mit Unterstützung der Chemnitzer FC Fußball GmbH abzusichern. Diese Möglichkeit greift allerdings erst dann, wenn der DFB die Auflagen zur Zertifizierung der Nachwuchsabteilung durch den Chemnitzer FC erfüllt sieht und somit den Titel “Nachwuchsleistungszentrum“ erneut erteilt.

In dieser Ausnahmesituation wurde von den Fördermittelgebern genehmigt, dass die Fördermittel an die Chemnitzer FC Fußball GmbH ausbezahlt werden dürfen. Diese Ausnahme steht allerdings unter der strengen Bedingung, dass alle eingehenden Fördermittel zweckgebunden und lediglich treuhänderisch über ein Anderkonto für den Chemnitzer FC e.V. verwaltet werden, bis dieser wieder selbst Verfügungen über ein eigenes insolvenzfreies Bankkonto abwickeln kann. Ein entsprechender Verwendungsnachweis ist seitens der Chemnitzer FC Fußball GmbH zu erbringen. 

„Mit dieser Verfahrensweise kann die Fortführung des Nachwuchsleistungszentrums gewährleistet werden. Ich danke im Namen des Chemnitzer FC ausdrücklich unseren Fördermittelgebern, dass sie dieser Sonderregelung zugestimmt haben und somit zur Fortführung des Nachwuchsleistungszentrums unter dem Dach des Chemnitzer FC e.V. maßgeblich beitragen“, erklärte Romy Polster, Vorsitzende des Notvorstandes des Chemnitzer FC.

„In aller Deutlichkeit möchte ich herausstellen, dass die „Treuhand-Lösung“ eine vorübergehende Praxis ist. Sie ermöglicht uns aber auch weitergehend, dass Spendengelder und sonstige Zuwendungen für das NLZ nunmehr wieder möglich sind und direkt zufließen können. Das Nachwuchsleistungszentrum soll, wie auf der Mitgliederversammlung im August 2019 beschlossen, unter dem Dach des e.V. fortgeführt werden. Die Bedeutung eines eigenen, starken NLZ  für den sportlichen Nachwuchs des CFC ist allen Gesellschaftern bewusst. Nach Beendigung des Insolvenzverfahrens werden die Finanzstrukturen wieder dem Verein zurück geführt“, so Polster weiter. Eine entsprechende vertragliche Regelung zwischen der GmbH und dem Notvorstand des Vereins schreibt das zusätzlich fest.

Darüber hinaus einigten sich die Partner zudem innerhalb der Nachfrist gegenüber dem DFB auf die Übernahme bzw. die Fortführung der Arbeitsverhältnisse der bislang beim Förderverein für Jugend, Sport und Soziales e.V. angestellten drei hauptamtlichen Mitarbeiter durch die GmbH. Dies war notwendig geworden, da der DFB im Rahmen der Zertifizierung des NLZ die Arbeitsverhältnisse mit dem Förderverein nicht mehr anerkennt. Da der Chemnitzer FC e.V.i.I. die derzeitigen Gehälter nicht zahlen kann, war der Übergang dieser Arbeitsverträge in die GmbH nötig und seitens des DFB akzeptiert. Auch hierbei herrscht Klarheit, diese Arbeitsverträge nach Beendigung des Insolvenzverfahrens in den e.V. zurückzuführen.

Alle anderen Übungsleiter- und Nachwuchsspielerverträge können dank der Treuhand-Lösung im e.V. verbleiben und fristgerecht gezahlt werden.

Es ist geplant, die frei werdenden Mittel im Förderverein für Jugend, Sport und Soziales e.V. im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung mit der GmbH an das genannte Anderkonto auszuzahlen, um neben der von der Stadt geförderten zwei Trainerstellen die anfallenden Gehaltszahlungen abzufedern. Im Gegenzug sind die Mitarbeiter weiterhin auch für Aufgaben im Förderverein eingesetzt.

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