Montag, 27. Januar 2020 12:26 Uhr

„!Nie wieder“: Chemnitzer FC gedenkt Opfern des Holocausts

Heute vor 75 Jahren, am 27.01.1945, wurden 7.000 Überlebende aus dem Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz befreit und dabei die Gräueltaten der Nationalsozialisten aufgedeckt. Mehr als eine Million Juden wurden allein in Auschwitz ermordet. Insgesamt verloren über sechs Millionen jüdische Männer, Frauen und Kinder ihr Leben in den Konzentrationslagern – auch im KZ Buchenwald.

Zu diesem Anlass besuchte der Chemnitzer FC in Zusammenarbeit mit dem AWO Fanprojekt Chemnitz am Sonntag, den 26.01.2020, die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Buchenwald.

In einem gemeinsamen Rundgang über das Areal des ehemaligen Konzentrationslagers erfuhren die Teilnehmer der Bildungsreise einen anschaulichen Einblick in die schreckliche Geschichte des deutschen Reiches. Anschließend hatten die Mitglieder und Fans des CFC die Möglichkeit sich eigenständig im Museum mit den Themen KZ-Alltag, Kunst oder Kultur auseinanderzusetzen.

Anlässlich des internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocausts (27.01.) legten Siegfried Rümmler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Chemnitzer FC e.V., Mitglieder des Fanclubs „CFC-Fans gegen Rassismus“ sowie Vertreter des Fanszene Chemnitz e.V. Seite an Seite am „Denkmal für alle Häftlinge des Konzentrationslagers Buchenwald“ Blumen nieder.

„Die verächtlichen Handlungen der Nationalsozialisten hier in Buchenwald und allen anderen Konzentrations- und Vernichtungslagern wurden uns heute noch einmal deutlich vor Augen geführt. Es ist für uns heutzutage kaum vorzustellen, welchem Leid die Menschen hier zu Unrecht und unverschuldet ausgesetzt waren“, erklärte Siegfried Rümmler, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Chemnitzer FC e.V., im Anschluss an den Rundgang.

„Die Bildungsreise nach Buchenwald kann für uns nur ein weiterer erster Schritt sein. Bereits unmittelbar nach dem Rundgang sind im gemeinsamen Austausch neue Ideen zur weiteren Aufarbeitung des Themas entstanden, die wir nun angehen wollen. Wichtig ist, das Problembewusstsein gegenüber jeder Art von Extremismus, Rassismus und Antisemitismus zu schärfen und niemals zu vergessen, was hier in Buchenwald und an vielen anderen Orten geschehen ist. Dafür werden wir auch die bereits begonnenen Workshops in unserem Nachwuchsleistungszentrum fortführen“, so Rümmler weiter.

Im kreativen Austausch mit den Mitgliedern und Fans des Chemnitzer FC soll künftig zudem ein gemeinsames, demokratisches Leitbild erstellt werden.   

Auch der Deutsche Fußball gedenkt am heutigen Tag den Opfern des Nationalsozialismus. „!Nie wieder“, diese Botschaft der Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau, haben Fußballfans im Jahr 2004 aufgegriffen und den „Erinnerungstag im deutschen Fußball“ ins Leben gerufen. Am 27. Januar 2004 wurde die Initiative in der Evangelischen Versöhnungskirche, KZ-Gedenkstätte Dachau, gegründet. Die Anregung kam aus Italien. Ein Bündnis aus Einzelpersonen, Fangruppen und Fanprojekten, Vereinen, Verbänden und Institutionen aus dem Fußball gedenkt seitdem der preisgegebenen Familienmitglieder und engagiert sich für eine würdige Gedenkkultur und für ein Stadion ohne Diskriminierung.

Mehr Informationen unter: www.niewieder.info

Das Konzentrationslager Buchenwald wurde 1937 in der Nähe von Weimar errichtet. In das KZ deportierte die SS zahlreiche Kinder, Jugendliche und Männer: Politische Gegner des Regimes, sogenannte Asoziale und Kriminelle, Homosexuelle, Juden und Sinti und Roma aus fast allen europäischen Ländern. 95 % der Häftlinge stammten zum Zeitpunkt der Lagerbefreiung nicht aus dem Deutschen Reich. Insgesamt waren von 1937 bis 1945 fast 280.000 Menschen aus über 50 Nationen inhaftiert, rund 56.000 Menschen kamen im KZ Buchenwald und seinen Außenlagern ums Leben, wurden willkürlich getötet, starben an Hunger, durch Krankheit oder medizinische Versuche. Von Buchenwald starteten Vernichtungstransporte mit Kindern und kranken Häftlingen nach Auschwitz. Das Konzentrationslager Buchenwald wurde am 11. April 1945 befreit.

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