Dienstag, 24. März 2020 18:08 Uhr

Mit Hund und Maske

Das Corona-Virus zwingt den Fußball in die Pause. Der Trainings- und Spielbetrieb ist vorübergehend eingestellt. Die Spieler wurden nach Hause geschickt. Doch wie verbringen unsere himmelblauen Drittliga-Profis diese für uns alle unbekannte Zeit?

Im ersten Teil schauen wir auf CFC-Stammkeeper Jakub Jakubov.

Simba zwingt ihn raus. „Es ist eines der ersten Dinge, die ich jeden Tag erledige“, erklärt Jakub Jakubov, der sich während der trainingsfreien Zeit in Prag aufhält. Die morgendliche Spazierrunde lässt sich der Ridgeback trotz Corona-Krise nicht nehmen – und „Kuba“ auch nicht. Und das, obwohl der Keeper jeden unnützen Meter außerhalb der heimischen vier Wände strikt vermeidet.

Die verhängten Einschränkungen in Tschechien sind deutlich größer als in Deutschland. „Wir haben hier schon länger einen Ausnahmezustand. Die Grenze ist geschlossen. Jeder Bürger darf das Haus nur verlassen, wenn er Mund und Nase bedeckt hat“, schildert der 31-Jährige. 

„Ich versuche das Ansteckungsrisiko für mich und meine Familie so niedrig wie möglich zu halten.“ Einkaufen geht Jakubov nur noch alle zehn bis vierzehn Tage. Die Eltern besucht er gar nicht mehr. „Sie zählen aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe. Wir telefonieren oft, vermeiden aber direkten Kontakt“, verrät die Nummer 1 des CFC und betont deutlich: „Es ist wichtig, dass wir die Sache ernst nehmen.“

Jakubov und seine Familie halten sich an die Regeln und Ratschläge der Experten: „Ich denke, es ist notwendig. Niemand möchte zwei Wochen in Quarantäne gesteckt werden. Wir kommen in der Familie gut mit der Situation klar. Wir sind gesund.“

Und so hält sich Jakubov eigenständig fit. Fernab von seinen Teamkollegen und Mitmenschen. Nach der Morgen-Runde mit Simba und dem Frühstück steht Training auf dem Tagesplan. „Entweder im Haus oder bei einer Laufeinheit auf einem kahlen Feld. Das liegt nur circa 100 Meter vom Haus entfernt und niemand kommt in meine Nähe“, so Jakubov. Auch dabei muss er eine Maske tragen. 

Das letzte Drittliga-Spiel liegt nunmehr 17 Tage zurück. Das nächste wird frühestens im Mai folgen. „Für jeden Sportler ist eine längere Zeit, in der er nicht trainieren oder spielen kann, schwierig. Aber wir haben seit Sommer gut gearbeitet. Die Zeit ohne Spielrhythmus ist daher schlimmer. Die größte Herausforderung wird sein, wenn es wieder los geht, auf den Punkt abzuliefern.“

Bis dahin bleibt Jakubov in Tschechien. „Ich verbringe die übrige Zeit Zuhause mit Kochen, Lesen oder Filme schauen. Am Nachmittag gehen wir dann nochmal eine große Runde mit dem Hund“. Denn das lässt sich Simba nicht nehmen.

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