Donnerstag, 23. April 2020 14:21 Uhr

Gebe alles beim Uno spielen

Das Corona-Virus zwingt den Fußball in die Pause. Der Trainings- und Spielbetrieb ist vorübergehend eingestellt. Die Spieler wurden nach Hause geschickt. Doch wie verbringen unsere himmelblauen Drittliga-Profis diese für uns alle unbekannte Zeit?

In unserem vierten Teil schauen wir auf unseren Winterneuzugang Sandro Sirigu.

Seine gute Form bremste zuletzt eine Muskelzerrung aus und nun schon seit vielen Wochen das Corona-Virus. Die Zeit konnte Sandro Sirigu nutzen, um sich vollständig von seiner Verletzung zu erholen. „Ich bin wieder topfit und hoffe, dass ich bald wieder mit der Mannschaft trainieren darf“, schildert der Außenverteidiger seinen aktuellen Gesundheitsstand. 

Wann es wieder reguläres Mannschaftstraining gibt ist aktuell noch unklar. Bis dahin hält sich der 31-Jährige Zuhause individuell fit. Wie einige andere seiner Mitspieler ist auch er in Chemnitz geblieben. „Meine Frau und ich haben unsere Wohnung und unseren Lebensmittelpunkt in Chemnitz. Aktuell genießen wir die Zweisamkeit. Dadurch, dass wir erst neu hier sind, haben wir auch noch einiges in unseren vier Wänden zu tun und können uns darum kümmern – uns wird also nicht langweilig. Außerdem freut sich unsere Hündin Ivy natürlich, dass wir immer da sind.“ 

Für die Zeit nach der Fußballkarriere hatte Sirigu ein Fernstudium begonnen. In dieser Phase kann sich der leidenschaftliche Leser diesem mehr widmen. „Aktuell lese ich weniger Bücher, sondern hauptsächlich die Skripte meiner Vorlesungen. Aber abends schalte ich zum Einschlafen noch das eine oder andere Hörbuch an.“ Zur Abwechslung treten die Sirigus im Kartenspiel Uno gegeneinander an. Ehefrau Virginia dürfte das gefallen. „Sie hat gegen mich das Glück gepachtet und gewinnt ständig. Das macht nicht wirklich viel Spaß, auch wenn ich es gerne spiele! Aber ich bleibe dran und gebe alles beim Uno.“

Der Deutsch-Italiener beobachtet aus der Ferne auch die Geschehnisse in Italien. Gedanken um seine Verwandtschaft muss er sich allerdings nicht machen. „Meine Oma und mein Opa, der Italiener ist, leben wie meine Eltern in Baden-Württemberg. Ich bin immer in Kontakt mit ihnen und froh, dass es ihnen gut geht“, so Sirigu. Im ständigen Austausch ist der Außenverteidiger auch mit seinen Mitspielern beim CFC. „Wir schreiben fast täglich miteinander und hoffen natürlich alle, dass wir bald wieder durchstarten können. Die Stimmung in der Mannschaft ist top, das hat man zuletzt auch an den Ergebnissen gesehen.“ 

Ein sehr guter Freund Sirigus darf bereits in kleinen Gruppen wieder auf dem Trainingsplatz stehen. Dominik Stroh-Engel ist mit der SpVgg Unterhaching wieder in das Mannschaftstraining eingestiegen. Für die Chemnitzer Nummer 8 wäre das ebenfalls eine gute, wenn auch nicht optimale Variante für den CFC. „Es wäre sicherlich eine willkommene Abwechslung mal wieder auf dem Platz zu stehen, mit Ball am Fuß und einem richtigen Tor. Von daher würde das Training in Vierer-Gruppen schon Sinn machen, anstatt allein Zuhause „Trockenübungen“ zu machen. Aber zurzeit können wir nur abwarten. Die Gesundheit steht dabei eben an oberster Stelle.“ 

Teil 1: Jakubov: Mit Hund und Maske

Teil 2: Bohl: Mit Hand und Kopf

Teil 3: Garcia: "Die mit und haben Glück."

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