Mittwoch, 01. Juli 2020 21:13 Uhr

Tiefschlag im Abstiegskracher

Am 37. Spieltag der 3. Liga reiste der Chemnitzer FC zum FSV Zwickau. Das Sachsenderby am 1. Juli war gleichzeitig ein vorentscheidendes Duell im Kampf um den Klassenerhalt. Der FSV stand in der Tabelle vor der Partie nur einen Platz und einen Punkt hinter dem CFC. 

CFC-Trainer Patrick Glöckner wechselte im Vergleich zur Vorwoche gezwungenermaßen einmal in seiner Startformation. Für den gelbgesperrten Philipp Hosiner rückte Matti Langer in die erste Elf. Glöckner kündigte vor der Partie eine offensive Ausrichtung an und vertrauter erneut eine auf 3-4-3 -Formation. 

Von Beginn an war auf beiden Seiten spürbar, wie wichtig diese Partie für die Vereine war. In vielen Aktionen agierten vor allem die Chemnitzer deutlich zu überhastet, aber auch den Zwickauern fehlte in vielen Situation die Zielstrebigkeit. Der CFC lauerte zunächst auf gute Kontermöglichkeiten, während der FSV versuchte das Zepter des Handels zu übernehmen. Gute Möglichkeiten blieben in der Anfangsphase allerdings Mangelware. 

Nach einer halben Stunde gab es dann die erste große Möglichkeit für die Gastgeber. Morris Schröter zog vom rechten Flügel in die Mitte und ließ gleich zwei CFC-Spieler aussteigen, bevor er den Ball in den Strafraum zu Wegkamp durchsteckte. Dessen flacher Abschluss rauschte am langen Pfosten des CFC vorbei (34.). Die Chance war gleichzeitig der Weckruf für den Chemnitzer FC. 

In der Folge war die Elf von Trainer Glöckner besser im Spiel. Nach einem Tallig-Freistoß aus dem Halbfeld flog Bozic zunächst am Ball vorbei, ehe die Kugel an den langen Pfosten der Zwickauer prallte und von da ins Aus ging (38.). Der CFC danach immer wieder mit schnellen Kontermöglichkeiten über die Außenbahnen mit Garcia und Bonga. In der 42. Minute hatten die Chemnitzer dann bereits den Torschrei auf den Lippen. Eine Flanke von Garcia verlängerte Bozic mit dem Kopf in Richtung Zwickauer Tor – der Ball prallte aber nur auf die Latte des FSV-Tors. Mit einem torlosen Unentschieden ging es für beide Mannschaften in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel gab es die erste Chance für den CFC. Einen langen Ball verlängerte Bozic auf den durchgestarteten Tallig, der aber auf sich allein gestellt zumindest einen Eckball für die Gäste herausholen konnte. Danach gab es für den CFC allerdings die kalte Dusche. Nach einer Flanke von Coskun stand Huth vollkommen frei im Strafraum und köpfte den Ball unbedrängt ins lange Eck von Keeper Jakubov. 

Der CFC danach sichtbar geschockt. Zwickau schaltete nach der Führung in den Defensiv-Modus und setzte alles daran, die Führung zu verteidigen. Den Chemnitzern fiel in der Offensive allerdings wenig ein und so zirkulierte der Ball über weite Strecken im Mittelfeld. 

In der 74. Minute, als es nicht wirklich nach einem Tor aussah, schnappt sich Rechtsverteidiger Pascal Itter den Ball am Sechzehner der Zwickauer und zog ab. Seinen scharfen Abschluss konnte Keeper Brinkies nur noch ins Tor zum 1:1 lenken. Für den CFC war das Tor wie ein Dosenöffner. In den folgenden Minuten drückten die Gäste auf die Entscheidung. Garcia fand aus der zweiten Reihe zunächst in Brinkies seinen Meister (76.), ehe erneut ein Garcia-Abschluss per Seitfallzieher knapp am Tor vorbeiflog (77.).

Auf der Gegenseite gaben sich die Zwickauer allerdings nicht geschlagen und setzten ihre Hoffnung vor allem in Kontermöglichkeiten. Einen aussichtsreichen Konter über Elias Huth konnte Hoheneder aber im letzten Moment noch ablaufen und bereinigen. In der 84. Minute schockte der FSV den CFC dann erneut. Viteritti machte den Ball am Chemnitzer Strafraum fest und legte überlegt auf den im Rückraum wartenden Könnecke ab. Der Zwickauer zog scharf ab und der Ball landete flach im Chemnitzer Toreck. 

Danach fiel dem CFC nicht mehr viel ein. Die Zwickauer verteidigten mit allen elf Spielern die Führung und hatte in der fünften Minute der Nachspielzeit noch die Chance auf die Entscheidung. Bei einem Freistoß war Keeper Jakubov mit aufgerückt – der zu kurz geratene Freistoß landete allerdings beim FSV und Huth zog von der Mittellinie ab. Der Ball rollte in Richtung CFC-Tor, prallte aber nur an den Pfosten. Im Nachsetzen klärte dann Jakubov in letzter Sekunde. 

Am Ende verlor der CFC das Spiel mit 1:2, rutscht erneut auf einen Abstiegsplatz und hat den Klassenerhalt jetzt nicht mehr in der eigenen Hand. Am Samstag, dem 4. Juli gastiert zum letzten Saisonspiel der F.C. Hansa Rostock im Stadion – An der Gellertstraße. Der CFC ist dann zum Siegen verdammt und muss gleichzeitig auf einen Patzer der Zwickauer hoffen. Anstoß der Partie ist um 14:00 Uhr. 

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