Freitag, 11. September 2020 14:50 Uhr

Fünf besondere DFB-Pokal-Fakten

Am Sonntag, den 13. September 2020 empfängt der Chemnitzer FC die TSG 1899 Hoffenheim in der 1. Runde des DFB-Pokals 2020/2021. Anlässlich der Partie haben wir mal einen Blick in die Pokal-Historie geworfen und dabei fünf interessante Fakten zusammengetragen.

Das torreichste Spiel

19 Tore (!) schenkten sich der Chemnitzer FC und der 1.FSV Mainz 05 in der 1. DFB-Pokal-Runde 2014/15 gegenseitig ein. „Fußball-Gott“ Anton Fink bescherte dem CFC eine magische Nacht und den Einzug in Pokalrunde 2 gegen Werder Bremen. Binnen 180 Sekunden glich Fink eine 2:0-Führung der Gäste aus, ehe ein Eigentor von Nico Bungert kurz vor Schluss die erneute Führung der Mainzer zunichte machte. In der Verlängerung war es dann der CFC, der zweimal in Führung lag. Erst glich Bungert den Treffer von Markus Ziereis aus, bevor Johannes Geis in der Nachspielzeit aus der eigenen Hälfte das sicher geglaubte Siegtor von Marco Kehl-Gómez egalisierte. Der damalige CFC-Torhüter Phillip Pentke patzte beim 5:5 mit einem schwachen Abschlag, bevor er im Elfmeterschießen gegen Jara glänzte. Fink machte mit seinem dritten Treffer den Deckel drauf und brachte das Stadion – An der Gellertstraße zum Beben.

Die längste „Reise“

Die wohl erfolgreichste Pokalsaison spielte der Chemnitzer FC in der Saison 1992/93. Durch ein Freilos stieg der CFC erst in der 2. Runde gegen die Stuttgarter Kickers ein - beide Mannschaften spielten damals in der 2. Bundesliga. Angeführt von Trainer Hans Meyer erlebte der CFC Fredi Bobic in seiner ersten Profi-Saison und ein hitziges Spiel mit drei Platzverweisen. Trotz Unterzahl gewann Chemnitz dank Doppelpacker Dirk Bariskow mit 2:1 (0:0). In den folgenden zwei Runden hatte der CFC Losglück und besiegte die Sportfreunde Ricklingen (2:0) und Rot-Weiss Essen (1:0).

Mit Werder Bremen kam im Viertelfinale der amtierende Europapokalsieger und spätere deutsche Meister ins winterliche Chemnitz. Mit Andreas Herzog, Klaus Allofs, Wynton Rufer und Trainerlegende Otto Rehagel im Gepäck erwartete den CFC ein schwerer Gegner. Das Spiel blieb in der regulären Spielzeit torlos, Andreas Herzog ging kurz vor Schluss jedoch mit Gelb-Rot vom Platz. Olaf Renn und Steffen Heidrich trafen kurz nach Beginn der Verlängerung für Chemnitz und brachten über 15.000 Zuschauer zum Jubeln. Zwar verkürzte Klaus Allofs in doppelter Unterzahl noch einmal für Bremen, doch konnte er den himmelblauen Weg ins Halbfinale nicht mehr verhindern.

Im Berliner Olympiastadion stand vier Monate später wohl das ungewöhnlichste Halbfinale der bisherigen Pokalgeschichte an. Die Hertha-“Bubis“, die drittklassige Amateurmannschaft des Hertha BSC, schrieb in jener Saison eine sensationelle Geschichte. 56.000 Zuschauer strömten zum Spiel gegen Chemnitz und sahen ihr Team verdient gewinnen. Oliver Schmidt (5.) und Sven Meyer (22.) brachten die Hertha früh in Führung, Steffen Heidrichs verwandelter Foulelfmeter (36.) war zu wenig für den CFC. Der Kicker schrieb nach der Partie: "Der Erfolg der Amateure war hochverdient gegen die höherklassigen Gäste, die ideenlos auftraten". Die Hertha-Amateure zogen ins Finale ein und verloren gegen Bayer Leverkusen mit 0:1.

Die meisten Spiele und Tore

Unser heutiger Teammanager Torsten „Bitti“ Bittermann machte 19 seiner 364 Spiele für den CFC im DFB-Pokal – bis heute Vereinsrekord. Von 1991 bis 2001 stand er dabei ganze 1591 Minuten auf dem Rasen und spielte 15 Mal über die komplette Spielzeit. Wenn es um Pokal-Tore geht, stehen beim CFC zwei Mittelfeldspieler ganz vorn. Ulf Mehlhorn und Silvio Meißner erzielten jeweils 5 Treffer und stehen damit ganz oben in der Liste des Vereins.

Häufigster Gegner

Häufigster DFB-Pokal-Gegner des CFC waren bisher Werder Bremen (1992/1993 und 2014/2015) und der Karlsruher SC mit zwei Duellen. 1997 verlor der CFC mit 1:3 gegen den KSC (damaliger UEFA-Cup-Teilnehmer), drei Jahre später blieb Chemnitz gegen den KSC erneut in der 1. Pokalrunde sitzen. Im August 2000 hieß es im Wildpark-Stadion 2:1 für den KSC, der mittlerweile in der drittklassigen Regionalliga Süd spielte.

Größte Zuschauerkulisse

Am 27. Oktober 2010 erlebte der Chemnitzer FC die größte Zuschauerkulisse seiner DFB-Pokal-Geschichte. Nachdem Chemnitz in der ersten Runde den FC St. Pauli ausschaltete, strömten 17.145 Zuschauer ins Stadion – An der Gellertstraße, um das 2. Runden-Duell gegen den VfB Stuttgart mitzuerleben. In einem hart umkämpften Spiel ging der CFC nach 73 Minuten durch Benjamin Förster in Führung, VfB-Stürmer Martin Harnik sollte aber an diesem Tag eine Nummer zu groß für die Sachsen sein. In der 80. Minute schickte er beide Mannschaften mit seinem Tor in die Verlängerung, dort machte er in Überzahl seinen Hattrick und gleichzeitig den Endstand von 1:3 (1:1) perfekt.

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