Sonntag, 13. September 2020 20:17 Uhr

Großer Pokalfight ohne Happy End

Der Chemnitzer FC ist denkbar knapp am Einzug in die 2. Hauptrunde des DFB-Pokals gescheitert. In einem emotionalen Pokalfight gegen die TSG 1899 Hoffenheim ging es nach 120 Minuten ohne Sieger bis ins Elfmeterschießen. Dort scheiterte Chemnitz zuletzt am überragenden TSG-Torhüter Oliver Baumann mit 4:5 n.E. (2:2 (0:0))

Nach dem verlorenen Elfmeterschießen gegen den HSV in der vergangenen Saison, stellte der Chemnitzer FC seine Fans am Sonntag erneut auf eine nervenaufreibende Zereißprobe. Der CFC zeigte den Hoffenheimern vom Anpfiff weg eine ebenbürtige Leistung. Die TSG baute das Spiel zu Beginn über die eigene Viererkette auf und hatte mehr Spielanteile, wirkte aber überwiegend ideenlos. Chemnitz setzte hingegen auf Konter und eventuelle Hoffenheimer Nachlässigkeiten. Immer wieder stürmten Ogbidi und Breitfelder mit viel Wucht über die linke Seite, blieben aber häufig an der Viererkette oder am herausstürmenden Torhüter Baumann hängen.

Zum Ende der ersten Hälfte war es vor allem Ihlas Bebou, der die Chemnitzer Abwehr in Gefahr brachte. Oft war es letztlich Jakubov, der den Ball jedoch klärte. Zum Vergleich: Der CFC hatte das gesamte Spiel über nur 38% Ballbesitz, doch die TSG scheiterte vorwiegend an der dicht stehenden Abwehrkette der Gastgeber.

Hoffenheim kam deutlich schwungvoller aus der Halbzeit-Pause. Bebou erreichte einen Pass in die Gasse als erster und legte, nachdem er Jakubov überwunden hatte, auf Kramarić quer – 0:1 (48.). Chemnitz versuchte direkt zu kontern. Ein Lupfer von Kurt war jedoch etwas zu weit für Breitfelder. Fast aus dem Nichts glich Chemnitz kurz darauf aus! Müller steckte auf Milde in die Gasse, der den Ball scharf in die Mitte gab. Breitfelder lies passieren und Freiberger schob den Ball nach Drehung an Baumann vorbei ins Tor (59.).

Hoffenheim versuchte im Gegenzug den Druck hochzuhalten, der CFC hielt aber im Zweikampf dagegen. Ausschlaggebend waren hier vor allem die knapp 3.000 Fans, die ihre Mannschaft nach vorne peitschten. Bis zum Ende der regulären Spielzeit war Hoffenheim spielerisch und technisch klar überlegen, doch Chemnitz hielt die Gäste mit gefährlichen Umschaltaktionen vom letzten Risiko ab. Kurz vor Schluss hatte der CFC noch einmal die Chance auf den Sieg. Roscher bekam nach gutem Nachsetzen von Freiberger den Ball vor die Füße. Sein Schuss ging aus spitzem Winkel knapp links vorbei (90.).

Dann hieß es Verlängerung! Chemnitz ließ seinen Offensivdrang nicht hängen, doch Hoffenheim wirkte nun etwas frischer. In der 94. Minute zeigte Schiedsrichter Hanslbauer auf den Punkt, nachdem Gacinovic am Strafraumrand zu Boden ging. Doch die Rücksprache mit seinem Assistenten stimmte ihn um – kein Elfmeter. Das schwungvolle Chemnitzer Kombinationsspiel aus der zweiten Halbzeit war mit steigender Spieldauer nicht mehr zu sehen. Das Spiel ging mehr als zuvor nur auf ein Tor.

Entgegen aller Erwartungen klingelte es in der 100. Minute aber plötzlich im Tor der Gäste. Dartsch verlängerte einen weiten Einwurf auf den zweiten Pfosten, wo Bickel den Ball nach Ablage von Freiberger über die Linie drückte. Der Jubel auf der Tribüne war riesig, doch der Regionalligist konnte dem Druck in der zweiten Hälfte der Verlängerung nicht standhalten. Kramaric setzte zum Solo über die linke Seite an, nahm zwei Spieler aus und wurde beim Pass ins Zentrum von den Beinen geholt – Elfmeter. Kramaric trat selbst an und setzte den Ball halbhoch in die Mitte zum Ausgleich (109.).

Chemnitz fehlte schließlich die Kraft, um nach Ballgewinn noch Akzente nach vorn zu setzen. Hoffenheim kam mit der zweiten Luft, doch verpasste die erneute Führung nur knapp. Elfmeterschießen!

Oliver Baumann hielt die ersten beiden Schüsse der Chemnitzer. Erst parierte er Grym's Schuss in die Mitte, dann fischte er Müllers Elfmeter aus dem linken oberen Eck. Doch auch Baumanns Gegenüber Jakubov zeigte seine Qualitäten als „Elfmeter-Killer“ und hielt Gacinovics halbhohen Schuss sicher. Nachdem Bičakčić die Latte traf und Campulka Baumann in gewohnter Manier verlud, behielt Hoffenheim das letzte Wort. Baumgartner traf ins linke Eck, Bickel hingegen verlor die Nerven und setzte den Ball über die Latte!

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