Freitag, 25. September 2020 10:38 Uhr

„Einen großen Clou habe ich noch im Tank.“

Mit einem Tor und einer Vorlage war Kevin Freiberger einer der Garanten für den bockstarken Auftritt im DFB-Pokal gegen die TSG Hoffenheim. Und auch neben dem Platz ist der 31-Jährige einer, der sich ungern versteckt. Christoph Antal hat sich vor dem Heimspiel gegen den BFC Dynamo mit dem Außenbahnspieler zum Interview für das ClubMagazin getroffen. 

Welche drei Dinge fallen dir als erstes ein, wenn du an den Chemnitzer FC denkst?
Freiberger: „Schönes Stadion. Fußballtradition. Himmelblau!“

Wie hast du die Stadt Chemnitz in den wenigen Wochen bisher kennengelernt?
„Ich finde, dass Chemnitz überraschend grün ist. Ich fühle mich hier sehr wohl und habe die Stadt bisher rundum positiv kennengelernt!“

Hast du bereits ein paar Orte rundum Chemnitz entdecken können?
„Ich war bisher schon mehrmals in Freiberg. Die Landschaft und die Region in Richtung Erzgebirge gefällt mir auch ziemlich gut. Außerdem wurde mir gesagt, dass es in Seiffen das ganze Jahr über Weihnachtsdeko gibt. Das nehme ich mir dann für den Winter vor.“ 

Mit dem Fußball hast du sozusagen dein Hobby zum Beruf gemacht. Welche Dinge sind in deinem Leben bis heute einfach nur Hobbys geblieben?
„Ich habe nicht das eine spezielle Hobby, wie beispielsweise Lesen. Ich finde Sport generell gut und beschäftige mich auch viel mit anderen Sportarten außerhalb des Fußballs. Außerdem verbringe ich gern Abende mit Freunden bei Gesellschaftsspielen oder koche häufig.“

Mit 31 Jahren gehörst du zu den erfahrensten Spielern im Team. Welches Fazit würdest du ziehen, wenn du auf deine bisherige Karriere zurückschaust?
„Das Wort Karriere klingt für mich immer ein wenig befremdlich. Schließlich habe ich auch „nur“ in der 3. Liga oder Regionalliga gespielt. Trotzdem bin ich mit mir selbst im Reinen, auch wenn ich mit etwas Glück vielleicht noch eine Liga weiter oben funktioniert hätte. Ich muss sagen, einen Aufstieg oder eine Sensation habe ich lieber gehabt als zehn Jahre lang im Mittelfeld der 2. Bundesliga zu spielen. Aber einen großen Clou oder Aufstieg habe ich auf jeden Fall noch im Tank und den möchte ich bestenfalls hier abrufen!“

Wo liegen, deiner Meinung, nach die Qualitäten von Kevin Freiberger, mit denen er seine Mannschaft unterstützt?
„Meine Stärken liegen definitiv im verbalen Bereich. Ich habe ein gutes Gefühl dafür das Team zusammenzuhalten. Spieler, die hinten dran sind, will ich unterstützen. Nur so kann man mit dem Team etwas Großes erreichen. Auf dem Platz kann ich auch noch ein bisschen was (lacht). Ich habe ein gutes Gespür dafür, wo der Ball hinkommt und wo das Tor steht.“

Wenn man auf deine Karriere schaut, fällt vor allem eins auf: Du warst oft in Lotte, dann wieder weg und dann wieder in Lotte. Deine Torquote in Lotte spricht ebenfalls dafür, dass du dich da besonders wohl gefühlt hast. Was war bei den Sportfreunden anders, als bei anderen Vereinen
„Erstmalig kam der Wechsel nach Lotte zustande, als ich aus Burghausen wieder zurück in die Heimat wollte. Ich war zu dieser Zeit einfach noch nicht bereit, weiter entfernt von der gewohnten Umgebung in Nordrhein-Westfalen zu sein. In Lotte wurde ich dann sehr gut aufgenommen. Wenn man dann, wie ich in Lotte, Erfolg hatte, kommt man natürlich auch immer wieder gern zurück. Außerdem war der Trainer Ismail Atalan ausschlaggebend. Seine Idee vom Fußball hat sehr gut zu mir gepasst. Ich bin bis heute sehr gut befreundet mit ihm.“

Ihr seid in diesem Jahr eine neu zusammengestellte Truppe. Fiel es dir da leicht dich schnell im Team einzuleben?
„Es fiel mir leicht! Einfach deshalb, weil es eine Fußballmannschaft ist. Wenn man das Leben in der Kabine kennt, fühlt man sich eigentlich bei jedem Verein schnell wohl. Ich glaube, wenn ich irgendwann einmal mit Fußball aufhören sollte, wird mir genau diese Zeit mit der Mannschaft fehlen.“

Auf und neben dem Rasen wirkst du oftmals sehr locker und bist häufig mit einem Lächeln unterwegs. Würdest du dich selbst als stets gut gelaunte Person bezeichnen, die nicht alles so verbissen sieht?
„Ich bin schon locker auf dem Platz. Wenn man zu verbissen ist, verkrampft man eher. Mein Job ist Fußballspielen und ich bin unglaublich dankbar dafür. Es macht mir extrem viel Spaß. Ich verdiene mit meinem Hobby Geld, andere Leute schauen mir zu und jubeln und schimpfen. Unter dem Strich lebe ich meinen Traum!“

Kevin, vielen Dank für das ehrliche und unterhaltsame Gespräch!

Das ClubMagazin ist das offizielle Stadionheft des Chemnitzer FC und erscheint pünktlich zu jedem Heimspiel der Regionalliga-Mannschaft. Das 40-seitige Heft ist für 1 Euro im CFC-Fanshop am Stadion - An der Gellertstraße erhältlich.

1 2 3 4 5 >