Mittwoch, 07. Oktober 2020 11:36 Uhr

„Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung“

Aus der Jugend in den Profikader aufrücken ist das Ziel aller Spieler im Chemnitzer Nachwuchsleistungszentrum. Tim Campulka ist dieser Sprung gelungen. Mittlerweile ist der 21-Jährige ein fester Bestandteil der Regionalliga-Mannschaft des Chemnitzer FC. Im ClubMagazin-Interview sprach er vor dem Heimsieg gegen den Berliner AK 07 über seinen Verbleib in Chemnitz, das neuformierte Team und seine Kontakte zu Erik Tallig.

Ihr habt einen holprigen Saisonstart hinter euch. Zuletzt gab es in drei Spielen keinen Sieg. Hättest du damit gerechnet, dass der Saisonauftakt derart schwierig wird? 
Campulka: "Es war klar, dass eine neu zusammengestellte Mannschaft zunächst Zeit benötigt und nicht alles auf Anhieb funktioniert. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr ein anderer Prozess als üblich war, mit vielen Neuzugängen und wenig Vorbereitungszeit. Deshalb war mir bewusst, dass wir nicht wieder 15 Spiele in Folge gewinnen werden, wie in unserer letzten Regionalliga-Saison. Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass wir aktuell mit mehr Punkten in der Tabelle stehen würden."

Was fehlt der Mannschaft aktuell? 
"Ich denke, dass ein Erfolgserlebnis fehlt. Wir haben zuletzt nicht gut gespielt und vor allem gegen den BFC Dynamo verdient verloren. Wir müssen versuchen den Bock einfach umzustoßen und Schritt für Schritt eine kleine Serie aufbauen."

Du gehörst zu den Spielern, die dem Verein nach dem Abstieg treu geblieben sind. War es rückblickend die richtige Entscheidung für dich? 
"Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung von mir. Der CFC ist schon immer eine Herzensangelegenheit von mir. Für mich ist es jetzt auch wichtig regelmäßig zu spielen. Das kann ich hier in Chemnitz und fühle mich hier extrem wohl." 

Für dich ist es das dritte Jahr als fester Bestandteil des Herren-Kaders. Wie siehst du deine Entwicklung seit der A-Jugend? 
"Meine Entwicklung ist schon stetig vorangeschritten. Die ersten zwei Jahre waren mit den Verletzungen und wenig Spielzeit nicht optimal für mich. Dieses Jahr merke ich aber, dass es eine Entwicklung gibt, nichtsdestotrotz gibt es noch sehr viel Verbesserungspotential bei mir. Beispielsweise bin ich jetzt in die Innenverteidigung gerückt und muss da noch die Abläufe verinnerlichen. Außerdem will ich meine offensiven Kopfbälle verbessern, um auch endlich mal einen Ball ins Tor zu nicken." 

Du konntest alle Neuzugänge von Tag 1 an kennenlernen – wie siehst du die neuformierte Mannschaft menschlich und sportlich? 
"Es ist eine super Mannschaft, wir verstehen uns alle gut. Die Jungs sind menschlich top und wir sind bereits ein eingeschworener Haufen geworden. Ich denke, es war nicht alles schlecht bis jetzt. Aber jetzt müssen wir mal ein Erfolgserlebnis sammeln. Dann wächst auch das Selbstvertrauen wieder!"

Du bist ein sehr kommunikativer, fröhlicher Mensch – bist du bei der Integration der neuen Spieler mit vorangegangen? 
"Es war definitiv auch eine Aufgabe von mir die neuen Spieler zu integrieren. Wir haben es uns aber gegenseitig leicht gemacht. Sowohl die neuen Spieler als auch die Jungs aus dem ehemaligen Drittliga-Kader. Jetzt gilt es das noch auf dem Feld umzumünzen."

Wir schreiben oder telefonieren fast jeden Tag.

Wo findet man dich abseits des Fußballplatzes? Mit was beschäftigst du dich in deiner Freizeit? 
"Ich bin ein Familienmensch und mittlerweile schon vierfacher Onkel. Deshalb ist immer viel los, wenn ich Zuhause bin. Wenn dann noch ein bisschen Zeit bleibt, spiele ich mit Paule (Anm.d.Red: Paul Milde) und Karsa (Anm.d.Red: Ioannis Karsanidis) gern mal an der Konsole."

Im Sommer ist mit Erik Tallig ein Spieler gegangen, mit dem du unzertrennlich warst. Seid ihr weiterhin in Kontakt und wie verfolgst du seinen Weg beim TSV 1860 München? 
"Ich war unzertrennlich mit ihm und bin es immer noch. Wir schreiben oder telefonieren fast jeden Tag. Wenn er in Chemnitz ist, gehen wir häufig zusammen essen. Mich freut es riesig für ihn, dass er bereits im zweiten Spiel ein Tor erzielen konnte. Er verfolgt meine Spiele und ich seine. Danach kann ich ihm immer sagen, was er falsch und was er richtig gemacht hat." (lacht) 

Wenn du deine Karriere von jetzt an planen könntest – wie würde dein Wunsch-Werdegang aussehen? 
"So weit in die Zukunft will ich noch nicht schauen. Ich will jetzt eine gute Saison spielen und schauen, dass wir schnell Punkte bekommen, damit es wieder bergauf geht. Ich glaube das Persönliche kommt mit der Zeit. Grundsätzlich ist mein Ziel jedes Spiel und eine gute Saison zu spielen. Schon mit meinen 21 Jahren will ich ein bisschen der Leader sein und alle mitnehmen, damit wir da unten wieder rauskommen."

Tim, danke dir für das Gespräch und alles Gute!

1 2 3 4 5 >