Montag, 12. Oktober 2020 13:57 Uhr

"Werde auch künftig dahin gehen, wo es weh tut"

Der Schock war allen Beteiligten anzusehen, als Isa Dogan im Wernesgrüner Sachsenpokal-Spiel gegen den FC Grimma nach einem Zusammenprall mit seinem Gegenspieler im Strafraum benommen liegen blieb. Die medizinische Abteilung behandelte den Torhüter, der an diesem Tag erstmals für den CFC in einem Pflichtspiel auflief, sofort am blutenden Gesicht. Auch für den Laien war zu erkennen, das mit den Zähnen des 21-Jährigen etwas nicht mehr stimmte.

„Ich bin weggerutscht und wollte mich noch reinschmeißen, um den Ball zu halten. Aber da war es auch schon vorbei. Ich habe sofort schwarz gesehen. Mit der Zunge habe ich gemerkt, dass meine drei vorderen Zähne im Unterkiefer eine falsche Position haben. Ich wusste direkt, dass etwas kaputt ist“, verrät Isa Dogan am Montagmorgen. „Ich hatte natürlich mit dem Schlimmsten gerechnet. Aber in der Notfall-Chirurgie in Chemnitz haben mich die Ärzte beruhigen können. Auf den Röntgenbildern war schnell zu sehen, dass nur meine Zähne betroffen waren. Der Kiefer ist gesund“, so Dogan weiter.

Das Krankenhaus konnte Dogan bereits am Samstagabend wieder verlassen. Eine Operation konnte glücklicherweise vermieden werden: „Mir wurden noch am Samstag die betroffenen Zähne gerichtet und mit einem Draht befestigt. Das hat Gott sei Dank so gut geklappt, dass kein weiterer Eingriff nötig ist.“

Dass im Team ein ganz besonderer Zusammenhalt gepflegt wird, zeigt auch, dass Torwarttrainer Marcel Höttecke selbst seinen verletzten Schützling aus dem Krankenhaus abholte. Beide werden sich auch in den kommenden Tagen regelmäßig sehen. „Ich habe nach einer weiteren Untersuchung am Montagmorgen die Freigabe für individuelles Training bekommen. Ich darf alle Einheiten ohne Körperkontakt mitmachen.“ In ein paar Tagen kann Dogan dann vollständig ins Torwarttraining zurückkehren. 

Gesteigerte Angst vor künftigen Zusammenstößen hat der Keeper nach seinem Unfall keine: „Ich werde auch künftig dahin gehen, wo es weh tut, um ein Tor zu verhindern.“

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