20. Klinikum-Cup als Jubiläums-Auftakt: Cheforganisator Jens Seidel über Rekordpläne, Ehrenamt und Kindheitserinnerungen
Seit fast sechs Jahrzehnten begleitet Jens Seidel den Chemnitzer FC: 1967 erstmals als Fünfjähriger in der Meistersaison mit seinem Großvater auf der Fischerwiese, heute als eingefleischter CFC-Fan ehrenamtlich fest im Vereinsleben verankert. Seit zehn Jahren trägt der gebürtige Karl-Marx-Städter als Vorsitzender des Fördervereins für Jugend, Sport und Soziales zugleich Verantwortung als Cheforganisator für eines der wichtigsten Nachwuchsturniere in Ostdeutschland.
Einen Tag nach seinem 63. Geburtstag sprachen wir mit Jens Seidel am Telefon über den 20. Klinikum-Cup, das anstehende Vereinsjubiläum, die Organisation eines Nachwuchsturniers und dessen besondere Bedeutung für das Vereinsleben – und darüber, warum der Klinikum-Cup genau das schafft, was ihn so einzigartig macht: Kindheitserinnerungen fürs Leben.
Erst einmal nachträglich alles Gute zu deinem 63. Geburtstag, Jens! Wir hoffen, du hattest eine schöne Feier.
Jens Seidel: Ja, danke der Nachfrage. Die Feier war sehr schön – auch wenn in meinem Alter nicht mehr ganz so wild gefeiert wird.
Wir möchten heute mit dir über dein „Baby“ sprechen: Der Klinikum-Cup feiert 2026 seine 20. Auflage und ist zugleich die offizielle Eröffnungsveranstaltung des Vereinsjubiläums „60 Jahre FCK & CFC“. Welche Bedeutung hat dieses Turnier für die himmelblaue Fußballfamilie?
Seidel: Ich denke, die Bedeutung wird bei der anstehenden Ausgabe noch einmal deutlich größer. Das 60-jährige Vereinsjubiläum spricht für sich. Es ist für uns eine ganz besondere Ehre, dieses Jubiläum offiziell eröffnen zu dürfen. Dass gleichzeitig die 20. Auflage des Klinikum-Cups in dieses Jahr fällt, ist Zufall – aber natürlich ein sehr schöner. Der Klinikum-Cup am 24. Januar 2026 in der Richard-Hartmann-Halle wird der emotionale Auftakt in ein ganz besonderes Vereinsjubiläum.
Für viele Fans ist der Klinikum-Cup längst ein fester Termin im Kalender. Was macht das Turnier aus deiner Sicht so besonders – auch für Fans, die 2026 erstmals dabei sein werden?
Seidel: Ganz klar: die Atmosphäre. Die CFC-Fans schaffen hier jedes Jahr etwas Einzigartiges. Liebevoll in Szene gesetzte Choreografien, Lautstärke, Emotionen – und das alles immer fair und respektvoll. Wohlgemerkt auch gegenüber allen teilnehmenden Teams, inklusive unserer großen sächsischen Rivalen. Diese Mischung ist außergewöhnlich. Der Klinikum-Cup war einst als Nachwuchsturnier dieser Art ein Vorreiter und hat sich in den vergangenen Jahren einen echten Namen gemacht – nicht nur in Sachsen. Inzwischen kommen Vereine aus ganz Deutschland sehr gern nach Chemnitz, um Teil dieses Turniers zu sein. Wir schaffen hier Kindheitserinnerungen, die ein Leben lang bleiben.
In vier Wochen ist es so weit. Wo stehen die Vorbereitungen aktuell?
Seidel: Wir sind in diesem Jahr bereits sehr weit. Das Organisationsteam arbeitet hervorragend zusammen, alle Helferinnen und Helfer sind schon jetzt namentlich für den Turniertag eingeplant. Die Abstimmungen mit dem Sportamt zur Hallennutzung laufen sehr gut, die Stadt unterstützt uns bestens. Wenn alles glatt läuft, können wir in diesem Jahr auch das WLAN der Niners nutzen, was viele organisatorische Abläufe am Turniertag zusätzlich vereinfacht. Für die Teams mit längerer Anreise aus Salzburg, Bremen und Rostock konnten wir Gastfamilien gewinnen – überwiegend aus dem Kreis der Eltern unseres U12-Jahrgangs und des Fördervereins. Auch die neuen Banden sind bereits durch den Verein angeschafft und werden in den kommenden Tagen gemeinsam mit den Logos von Fanclubs und Sponsoren beklebt. Optisch wird das Turnier dadurch noch einmal deutlich aufgewertet.
Ein Turnier dieser Größenordnung funktioniert nur mit vielen helfenden Händen. Welche Rolle spielt dabei das Ehrenamt?
Seidel: Ohne Ehrenamt gäbe es dieses Turnier nicht. Punkt. Das ist die Basis von allem. Nachwuchstrainer, Fanvertreter, CFC-Mitarbeiter, Fanprojekt und das Team der Clubhelfer – alle ziehen mit. In der Kernorganisation arbeiten etwa fünf bis zehn Personen. Am Turniertag selbst sind rund 60 Ehrenamtliche im Einsatz: beim Einlass, im Verkauf, am Kuchenbasar, bei der Tombola, im Turniergericht, bei den Schiedsrichtern, in den Kabinen, bei der Verpflegung oder beim Bandenaufbau. Das ist echte Teamarbeit. Ich bin sehr dankbar und stolz darauf, wie sich alle für das Gelingen des Turniers einsetzen.
Am 24. Januar 2026 soll mit über 2.500 Zuschauerinnen und Zuschauern ein neuer Rekord aufgestellt werden. Wie realistisch ist dieses Ziel?
Seidel: Sehr realistisch. Das attraktive Teilnehmerfeld, die enge Verknüpfung mit dem Vereinsjubiläum, die Zusammenarbeit mit dem Chemnitzer FC und die gewachsene Strahlkraft durch die intensive Bewerbung des Vereins – das passt alles zusammen. Wenn man sieht, wo wir herkommen: Vor zehn Jahren waren einige hundert Zuschauer in der Halle, inzwischen sprechen wir über 2.000 Fans in der Halle. Diese Entwicklung ist beeindruckend. Damals hätte das niemand erwartet. Die Fanszene, der Verein und der Förderverein zusammen mit allen Unterstützern haben daran großen Anteil.
Der Klinikum-Cup steht auch für gelebte Vereinskultur. Worauf dürfen sich die Fans bei der Jubiläumsausgabe besonders freuen?
Seidel: Auf einen ganz besonderen Tag. Die Halle wird so voll sein wie nie zuvor – allein das ist schon ein Erlebnis. Der CFC wird an diesem Tag außerdem das Geheimnis um die Sondertrikots zum Vereinsjubiläum lüften, mit denen auch die U12-Teams der Himmelblauen auflaufen werden. Dazu kommen hochklassiger Nachwuchsfußball, großartige Fanchoreografien, echte Emotionen und Begegnungen mit Vereinslegenden sowie Gründungsmitgliedern des FC Karl-Marx-Stadt. Es sind genau diese vielen kleinen Momente, die den Klinikum-Cup ausmachen. Er ist mehr als ein Turnier. Er ist ein Stück Lebensgefühl des Chemnitzer FC.
Auch der soziale Gedanke gehört fest zum Klinikum-Cup. Wie können Fans spenden – und warum ist dieser Aspekt so wichtig?
Seidel: Der Eintritt ist frei, weil der Klinikum-Cup ein Turnier für alle sein soll. Jeder ist willkommen. Spenden sind über den Kauf einer symbolischen Eintrittskarte mit Sammlerwert am Eingang möglich, außerdem stehen Spendenboxen bereit. Als Vorsitzender des Fördervereins denken wir den sozialen Aspekt immer mit. In den vergangenen Jahren konnten wir unter anderem das Kinderheim „Indira Gandhi“, den Elternverein krebskranker Kinder und natürlich den CFC-Nachwuchs unterstützen. Dieser soziale Gedanke gehört fest zum Klinikum-Cup dazu. Wir wollen nicht nur Fußball zeigen, sondern als CFC-Familie Verantwortung übernehmen.
Vielen Dank für das Gespräch, Jens, und viel Erfolg in der finalen Vorbereitungsphase des 20. Klinikum-Cups. Wir freuen uns schon sehr auf den 24. Januar 2026, wenn das Turnier um kurz nach 9 Uhr in der Richard-Hartmann-Halle eröffnet wird.
Interview: Henry Buschmann



