Entwicklung des Chemnitzer Fußballclubs
Die Geschichte des Chemnitzer FC reicht bis in das Jahr 1899 zurück und macht den Verein zu einem der traditionsreichsten Fußballclubs Deutschlands. Am 2. Dezember 1899 wurde der Chemnitzer SC Britannia gegründet. Bereits wenige Wochen später gehörte der Verein am 28. Januar 1900 zu den Gründungsmitgliedern des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Im April desselben Jahres erfolgte die Umbenennung in Chemnitzer BC 1899, unter dessen Namen der Club über Jahrzehnte hinweg die Fußballgeschichte der Stadt prägte.
Nach einem Konkurs wurde der Verein 1933 als Chemnitzer BC 1933 neu gegründet. Mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs begann eine Zeit tiefgreifender struktureller Veränderungen. Aus dem Chemnitzer BC entwickelte sich über mehrere Stationen zunächst die SG Chemnitz Nord (1945–1948), anschließend die BSG Fewa Chemnitz (1948–1950), die BSG Chemie Chemnitz (1951–1953) und später die BSG Chemie Karl-Marx-Stadt (1953–1956).
Am 14. Februar 1956 wurde der SC Motor Karl-Marx-Stadt gegründet, dessen offizielle Gründungsfeier am 3. März 1956 stattfand. Aus dem Sportclub entwickelte sich ab 1963 der SC Karl-Marx-Stadt, ehe am 15. Januar 1966 die Fußballabteilung ausgegliedert und als eigenständiger FC Karl-Marx-Stadt neu gegründet wurde. In dieser Zeit feierte der Verein seine größten sportlichen Erfolge. Höhepunkt war der Gewinn der DDR-Meisterschaft in der Saison 1966/67.
Ein weiterer Höhepunkt der Vereinsgeschichte fällt in die späten 1980er Jahre. Unter Trainerlegende Hans Meyer entwickelte sich der FC Karl-Marx-Stadt zu einer der stärksten Mannschaften der DDR-Oberliga. In der Saison 1988/89 belegten die Himmelblauen den dritten Tabellenplatz und qualifizierten sich damit für den UEFA-Pokal. Dort sorgte die Mannschaft auch international für Aufsehen: Nach Erfolgen gegen den portugiesischen Vertreter Boavista Porto und den FC Sion aus der Schweiz erreichte der FCK das Achtelfinale. Erst der spätere UEFA-Pokalsieger Juventus Turin beendete die Europapokalreise der Karl-Marx-Städter.
Mit der politischen Wende und der Rückbenennung der Stadt in Chemnitz begann ein neues Kapitel. Am 13. Juni 1990 wurde aus dem FC Karl-Marx-Stadt offiziell der Chemnitzer FC. Unter diesem Namen spielte der Club unter anderem in der 2. Bundesliga, erreichte 1993 das Halbfinale des DFB-Pokals und etablierte sich über viele Jahre als feste Größe im ostdeutschen Fußball.
Ein Meilenstein der jüngeren Vereinsgeschichte war die Eröffnung des modernen Stadion – An der Gellertstraße am 18. Juni 2016, das heute zu den modernsten Fußballstadien der Region zählt und die Heimat der Himmelblauen bildet.
Die folgenden Jahre stellten den Verein jedoch vor große Herausforderungen. Am 10. April 2018 stellte der Chemnitzer FC einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens, das am 29. Juni 2018 offiziell eröffnet wurde. Um den Profifußball langfristig auf stabile wirtschaftliche Füße zu stellen, gründete der Verein am 18. Oktober 2018 die Chemnitzer FC Fußball GmbH.
Nach einem intensiven Sanierungsprozess konnte schließlich am 5. März 2021 das Insolvenzverfahren erfolgreich beendet werden.
Die wichtigsten Stationen im Überblick
- 02.12.1899: Gründung des Chemnitzer SC Britannia
- 28.01.1900: Gründungsmitglied des Deutschen Fußball-Bundes (DFB)
- April 1900: Umbenennung in Chemnitzer BC 1899
- 1933: Neugründung als Chemnitzer BC 1933
- 1945–1948: SG Chemnitz Nord
- 1948–1950: BSG Fewa Chemnitz
- 1951–1953: BSG Chemie Chemnitz
- 1953–1956: BSG Chemie Karl-Marx-Stadt
- 14.02.1956: Gründung des SC Motor Karl-Marx-Stadt
- 01.07.1963: SC Karl-Marx-Stadt
- 15.01.1966: Gründung des FC Karl-Marx-Stadt
- 13.06.1990: Umbenennung in Chemnitzer FC
- 18.06.2016: Eröffnung des neuen Stadions an der Gellertstraße
- 10.04.2018: Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens
- 29.06.2018: Eröffnung des Insolvenzverfahrens
- 18.10.2018: Gründung der Chemnitzer FC Fußball GmbH
- 05.03.2021: Erfolgreiche Beendigung des Insolvenzverfahrens
Mannschaftserfolge
- 1964: Intercup Gruppensieger
- 1967: Deutscher Fußballmeister der DDR und EC I (RSC Anderlecht)
- 1969: FDGB-Pokalfinalist
- 1972: FUWO-Pokalsieger
- 1983: FDGB-Pokalfinalist und internationales Spiel
- 1989: FDGB-Pokalfinalist und EC III (Boavista Porto, FC Sion, Juventus Turin)
- 1990: Vizemeister und EC III (Borussia Dortmund)
- 1991: Aufstieg 2. Bundesliga
- 1993: DFB-Pokalhalbfinale und DFB-Hallenmastersfinale
- 1997: Sachsenpokalsieger
- 1998: Sachsenpokalsieger
- 1999: Aufstieg 2. Bundesliga
- 2006: Sachsenpokalsieger
- 2008: Sachsenpokalsieger
- 2008: Aufstieg Regionalliga
- 2010: Sachsenpokalsieger
- 2011: Aufstieg 3. Liga
- 2012: Sachsenpokalsieger
- 2014: Sachsenpokalsieger
- 2015: Sachsenpokalsieger
- 2017: Sachsenpokalsieger
- 2019: Aufstieg 3. Liga und Sachsenpokalsieger
- 2020: Sachsenpokalsieger
- 2022: Sachsenpokalsieger
