25 Jahre Flutlicht-Magie: Der Tag, als die Gellertstraße erleuchtete!
Es gibt wohl kaum etwas, das die Magie und die gesamte Romantik des Fußballs besser einfängt als ein Spiel unter Flutlicht. Am 22. November 1999 war es auch an der Gellertstraße endlich soweit: Die neu errichtete Flutlichtanlage des Stadions wurde offiziell eingeweiht. 25 Jahre später blicken wir nun auf einen Meilenstein in der Geschichte des Chemnitzer FC zurück.
Ein Husarenritt für die Lizenz
Der Weg zur ersten Flutlichtanlage war ein echter Kraftakt. Sven-Uwe Kühn, damaliger Geschäftsführer der Marketing GmbH des Vereins und heute Mitglied des Ehrenrats, erinnert sich: "Das Projekt, unser Stadion nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga zweitligatauglich zu machen, wurde 1999 mit unglaublich großem Engagement von vielen Beteiligten umgesetzt – von der Stadt, Sponsoren und unzähligen Helferinnen und Unterstützern. Es war eine große, gemeinsame Kraftanstrengung, die mit der Errichtung der Flutlichtanlage ihre Krönung fand."
Die Masten waren nicht nur ein technisches Highlight, sondern auch eine notwendige Maßnahme, um die Lizenzauflagen nach der Rückkehr in die 2. Bundesliga zu erfüllen. Es wurden insgesamt mehr als 3,5 Millionen D-Mark in das Stadion investiert, davon allein fast eine Million DM in die Flutlichtanlage. Alles geschah unter großem Zeitdruck, da alle Beteiligten unbedingt pünktlich mit dem Umbau fertig werden wollten, um keinen Lizenzverstoß zu riskieren.
Die Masten selbst wurden damals von der Firma Beling aus Wiesbaden installiert, die mit ihrer Expertise maßgeblich dazu beitrug, das Projekt in kürzester Zeit erfolgreich umzusetzen. Sven-Uwe Kühn, der seit mehr als 50 Jahren mit dem CFC verbunden ist und von 1993 bis 2018 für den Verein in verschiedenen Funktionen verantwortlich tätig war, verbindet mit der Installation der Flutlichtmasten aber auch die Firma eines speziellen CFC-Sponsors. "Es waren die Schwerlastkräne unserer Chemnitzer Firma Kran Walther, die die Flutlichtmasten erstmals in die Höhe und dann an ihren jeweiligen Bestimmungort hoben."
Ein würdiger Rahmen trotz Wintereinbruch
Doch wie so oft hatte die Geschichte eine unerwartete Wendung, denn fast wäre das Eröffnungsspiel der Flutlichtanlage tatsächlich ausgefallen: Am Morgen des 22. November 1999 legte ein Wintereinbruch die Stadt lahm. "Alle mussten anpacken, um das Stadion verkehrssicher und den Rasen bespielbar zu bekommen. Die Flutlichtweihe mit einem Live-Spiel im damaligen DSF wollte und konnte keiner wirklich absagen.", erinnert sich Kühn. Trotz aller Widrigkeiten erstrahlten die vier Masten am Abend zum ersten Mal und schenkten 11.000 Zuschauern auf der Fischerwiese ein unvergessliches Erlebnis. Zudem verfolgten mehr als 2 Millionen TV-Zuschauer im DSF (heute Sport1) das Flutlicht-Duell auf schneebedecktem Platz. Der 1. FC Köln sorgte als klangvoller Traditionsverein für einen würdigen Rahmen.
Ein absolutes Traumtor des Chemnitzers Jens König nach 26 gespielten Minuten ließ den himmelblauen Emotionen erstmals in neuem Schein freien Lauf. Die Domstädter hatten allerdings etwas gegen eine große Chemnitzer Party und gaben an diesem Abend den Spielverderber beim 1:3 aus Chemnitzer Sicht.
Ein Verein, ein Stadion
Das Stadion an der Gellertstraße ist seit jeher ein Ort voller Tradition. Bereits in der DDR war die "Fischerwiese" als eines der ganz wenigen reinen Fußballstadien im Osten bei jedem Fußballer und Fan in der Republik beliebt. Die Rückkehr des CFC nach fünf Jahren im doch eher ungeliebten Sportforum im Jahr 1996 bedeutete für viele Fans auch die Heimkehr in ihr Chemnitzer Fußball-Wohnzimmer. Denn hier schlägt das himmelblaue Herz des Vereins – damals wie heute.
Von der Vergangenheit in die Zukunft
Mit Unterstützung der Stadt und Sponsoren wurde das Stadion in den vergangenen Jahrzehnten stetig weiterentwickelt. Der Teilumbau und die Errichtung der Flutlichtanlage von 1999 war nur der Anfang. Seit 2016 steht an gleicher Stelle eine moderne Arena, die mit ihrer hochmodernen Haupttribüne, der himmelblauen Osttribüne, dem einzigartigen Schriftzug "CHEMNITZ", der CFC-Legendenwand im XXL-Format, der Vereinsgeschäftsstelle und vielen weiteren Highlights an die glorreichen Tage anknüpft.
Ein weiteres charmantes Kapitel in der Geschichte der Flutlichtanlage: Im Zuge des Stadionneubaus ab 2014 mussten die Flutlichtmasten sogar erneut mit Spezialkränen angehoben und leicht versetzt werden, um dem neuen, himmelblauen Wohnzimmer des Chemnitzer FC genügend Platz zu bieten. In den vergangenen 25 Jahren fanden zudem regelmäßig Instandsetzungsarbeiten statt und auch die Leuchtmittel wurden bei Bedarf gewechselt.
Ein Vierteljahrhundert voller Erinnerungen – inklusive Trikot-Erinnerung
Das Jubiläum der Flutlichtmasten zeigt einmal mehr, dass der Chemnitzer FC und seine Heimat an der Gellertstraße für weit mehr als Fußball stehen: für Heimat, für Identifikation, für Vision, für Geschichte, für Leidenschaft und die Gemeinschaft, die Himmelblau lebt.
Diese Identifikation zeigt sich beim Club auch im aktuellen Heimtrikot der Spielzeit 2024/25. Auf dem quer über die Brust in himmelblau und weiß gespaltenen Trikot sind die markanten Flutlichtmasten der Fischerwiese im Hüftbereich abgebildet. Mehr dazu findet ihr hier!
Auf die nächsten 25 Jahre unter Flutlicht auf der Fischerwiese. Fußball-Chemnitz sehnt sich nach vielen weiteren magischen Nächten. Happy Birthday, liebe Flutlichtmasten! Es ist schön, dass ihr seit 25 Jahren fester Bestandteil unseres geliebten Wohnzimmers seid. Daran wird sich jede Chemnitzerin und jeder Chemnitzer spätestens dann erinnern, wenn ihr das nächste Mal die Gellertstraße erleuchtet.



