3:1 im Spitzenspiel! CFC schlägt Erfurt und ist neuer Tabellenführer
Was für ein Nachmittag an der Gellertstraße! Der Chemnitzer FC gewinnt das Spitzenspiel der Regionalliga Nordost gegen den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer FC Rot-Weiß Erfurt vor 13.105 Zuschauern mit 3:1 (1:0) und übernimmt damit selbst die Tabellenführung in der Regionalliga Nordost. Die Himmelblauen zeigten vor einer überragenden Kulisse eine Top-Leistung, waren über weite Strecken die gefährlichere Mannschaft und belohnten sich am Ende verdient mit drei Punkten.
Auf dieser großen Bühne durften dabei fast die selben elf Spieler auflaufen, wie beim letzten Liga-Spiel beim RSV Eintracht. Einzig Johannes Pistol musste Maximilian Fesser in der Startformation weichen.
CFC übernimmt von Beginn an die Initiative
Von der ersten Minute an war zu spüren, welche Bedeutung diese Partie hatte. Beide Mannschaften gingen mit hoher Intensität in die Zweikämpfe, doch die erste Großchance gehörte den Himmelblauen. David Vogt nahm den Ball nach neun Minuten in halbrechter Position im Strafraum an, drehte sich um seinen Gegenspieler und zog aus rund zehn Metern ab. Erfurts Schlussmann Otto konnte den Ball erst im Nachfassen sichern.
Der CFC blieb dran. Vogt setzte sich wenig später auf der rechten Seite bis zur Grundlinie durch, seine Hereingabe wurde von Schwarz zur Ecke geklärt. Auch nach Standardsituationen und schnellen Umschaltmomenten entwickelte Chemnitz immer wieder Gefahr. Erfurt versuchte seinerseits insbesondere über die Außenbahnen in die Partie zu kommen, fand gegen die aufmerksame Chemnitzer Defensive aber zunächst kaum Lösungen.
Himmelblaue drücken auf die Führung
Nach rund 20 Minuten erhöhte der CFC noch einmal den Druck. Domenico Alberico wurde bei einem Konter kurz vor dem Strafraum nur per Foul gestoppt, den folgenden Freistoß brachte Dennis Slamar zwar über die Mauer, aber nicht auf das Tor. Direkt danach zog Ken Tchouangue aus der zweiten Reihe ab, der Abpraller konnte von Maximilian Fesser nicht verwertet werden (21.).
Chemnitz trat im Spitzenspiel selbstbewusst auf und war bis dahin die offensiv gefährlichere Mannschaft. Gleichzeitig blieb Erfurt jederzeit in der Lage, über schnelle Aktionen für Gefahr zu sorgen. Die größte Qualität der Himmelblauen lag in dieser Phase allerdings darin, die Gäste gar nicht erst richtig zur Entfaltung kommen zu lassen.
Marx belohnt starke erste Hälfte
Kurz vor der Pause wurde es noch einmal richtig gefährlich. Nach einer Fesser-Flanke kam Dennis Slamar fünf Meter vor dem Tor frei zum Kopfball und drückte das Leder auf das kurze Eck. Otto reagierte stark und verhinderte mit einer Hand die Chemnitzer Führung (40.).
Vier Minuten später war aber auch der Erfurter Schlussmann machtlos. Jonas Marx bekam den Ball von Fesser auf der linken Seite im Strafraum, setzte sich gegen mehrere Gegenspieler durch und zog ab. Adesida fälschte den Abschluss entscheidend ab und der Ball landete zum verdienten und umjubelten 1:0 im Tor (44.). Direkt danach war Pause.
Erfurt kommt stärker aus der Kabine – Marx verpasst das zweite
Nach dem Seitenwechsel kamen die Gäste mit mehr Schwung zurück auf den Rasen. Caciel setzte sich nach einem hohen Ball gegen Löhmannsröben durch und lief auf David Richter zu, sein Querpass auf Assibey-Mensah abgepfiffen aufgrund einer Abseitsposition.
Chemnitz brauchte einige Minuten, um auch offensiv wieder Fuß zu fassen. Erstmals gefährlich in Halbzeit zwei wurde es, als Alberico durch zwei Gegenspieler ging und unfreiwillig auf Fesser ablegte, der am Elfmeterpunkt jedoch nicht mehr vor dem Verteidiger an den Ball kam.
Kurz darauf profitierten Marx und der CFC beinahe von einem Missverständnis zwischen Ikene und Otto, die sich bei einem Rückpass nicht einig wurden. Marx hatte das freie Tor vor sich, doch Adesida grätschte den Ball in letzter Sekunde vor dem freien Chemnitzer weg (56.).
Auch Fesser hatte die Chance auf das 2:0. Nach einem Zuspiel von Vogt bekam er an der linken Strafraumkante viel Platz und zielte auf das lange Eck, doch erneut bekam Adesida noch einen Fuß dazwischen (59.).
Erfurt gleicht aus – CFC antwortet sofort
In der 67. Minute fiel dann der Ausgleich ein wenig aus dem Nichts. Einen langen Einwurf bekamen die Himmelblauen nicht entscheidend geklärt. Schwarz legte den Ball für Dustin Forkel ab, der aus sieben Metern flach gegen Richters Laufrichtung zum 1:1 einschob.
Doch die Antwort des CFC ließ keine zwei Minuten auf sich warten. Andreas Geipl zog ab, sein abgefälschter Schuss senkte sich hinter Otto an den Pfosten. Den Abpraller wollte Laurenz Dehl klären, köpfte den Ball dabei aber ins eigene Tor zur erneuten Chemnitzer Führung (69.). Die Gellertstraße explodierte und die Himmelblauen hatten sich die Führung unmittelbar zurückgeholt.
Cheftrainer Benjamin Duda reagierte anschließend und brachte mit Tobias Stockinger und Ron Berlinski für Maximilian Fesser und Jonas Marx frische Kräfte, die das Spiel entscheidend prägen sollten.
Löhmannsröben rettet – Latte verhindert den Ausgleich
Der CFC gewann danach zunehmend wieder die Kontrolle über die Partie. Tchouangue bekam nach einer Spielverlagerung von Vogt viel Platz an der linken Strafraumkante, setzte seinen Abschluss aber knapp über das kurze Eck.
Dann wurde es noch einmal richtig brenzlig. In der 81. Minute war Forkel plötzlich frei durch und legte kurz vor Richter quer. Im Zentrum war Jan Löhmannsröben zur Stelle und klärte in höchster Not vor dem einschussbereiten Erfurter Angreifer.
Nur eine Minute später hatte Chemnitz erneut Glück. Nach der anschließenden Ecke kam der ehemalige Chemnitzer Niclas Walther am zweiten Pfosten zum Abschluss und schlenzte den Ball auf das lange Eck. Das Leder klatschte an die Latte und von dort knapp vor die Torlinie.
Berlinski macht den Deckel drauf
Erfurt warf nun alles nach vorn, während die Gellertstraße die Mannschaft in Richtung Schlusspfiff trug. Die Vorentscheidung verpasste Berlinski zunächst noch. Nach einer Hereingabe von Pistol an den kurzen Pfosten versuchte es der Angreifer per Hacke, brachte den Ball aber nicht im Tor unter (89.).
In der dritten Minute der Nachspielzeit fiel dann endgültig die Entscheidung. Nach einem Erfurter Angriff schalteten die Himmelblauen schnell um. Aaron Mensah bediente Ron Berlinski, der frei auf Otto zulief und vor dem Erfurter Schlussmann cool blieb – 3:1, Entscheidung, Emotionen (90.+3).
Kurz darauf war Schluss. Die Gellertstraße feierte und mit ihr eine Mannschaft, die an diesem Nachmittag eine Leistung zeigte, die dem Spitzenspiel gerecht wurde.
Verdienter Sieg und die Tabellenführung
Der Chemnitzer FC schlägt den zuvor ungeschlagenen Tabellenführer aus Erfurt mit 3:1 und setzt damit ein echtes Ausrufezeichen. Von Beginn an zeigten die Himmelblauen, dass sie dieses Spiel unbedingt gewinnen wollten. Gerade im ersten Durchgang ließ der CFC die Gäste kaum zur Entfaltung kommen und erspielte sich die klareren Möglichkeiten.
Auch nach Erfurts Ausgleich zeigte die Mannschaft eine starke Reaktion und schlug unmittelbar zurück. In einer intensiven Schlussphase warfen die Thüringer noch einmal alles nach vorn, doch Chemnitz verteidigte leidenschaftlich und setzte durch Berlinski schließlich den Schlusspunkt.
13.104 Zuschauer, ein verdienter Sieg im Spitzenspiel und die Tabellenführung: Ein Nachmittag, den die Gellertstraße so schnell nicht vergessen wird.
Chemnitzer FC – FC Rot-Weiß Erfurt 3:1 (1:0)
CFC: Richter - Tchouangue, Löhmannsröben (88. Hempel), Slamar, Eppendorfer - Baumgart, Geipl (C) (84. Pistol), Vogt - Alberico (88. Mensah), Marx (71. Berlinski), Fesser (71. Stockinger)
RWE: Otto – Walther, Adesida, Ikene, Dehl – Schwarz, M. Wolf – Assibey-Mensah, Caciel, Forkel – Lucas Falcão
Tore: 1:0 Marx (44.), 1:1 Forkel (67.), 2:1 Dehl ET (69.), 3:1 Berlinski (90. +3)
Zuschauer: 13.105



