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26.05.2024 - 13.23 Uhr | 1. Mannschaft

34 Jahre Vizemeisterschaft: Als der FCK fast Dynamo stürzte

Heute vor 34 Jahren, am 26.05.1990, holte der FC Karl-Marx-Stadt in einem spannenden Titelkampf die Vizemeisterschaft. Im Saisonschlussspurt mussten sich die Himmelblauen nur der SG Dynamo Dresden geschlagen geben, trotz Heimerfolgs gegen den direkten Konkurrenten aus Magdeburg.

Dabei lief die Spielzeit holprig an. Nach sieben Spieltagen stand nur ein Sieg und damit der achte Tabellenplatz zu Buche. Genau in dieser Zeit fiel auch die Mauer und es war Spielern erstmals erlaub, aus der DDR-Oberliga in die Bundesliga zu wechseln. Das brachte Bewegung und Unruhe in die Liga. Auch auf die Himmelblauen mussten einen Abgang verkraften. Hans Richter wechselte am 01.10.1989 zu den Kickers nach Offenbach.

Trotz der ausbleibenden Siege musste das von Hans Meyer trainierte Team um Steffen Heidrich, Ulf Mehlhorn und Co zu diesem Zeitpunkt auch nur eine Niederlage hinnehmen. Bereits am 3. Spieltag konnten die Himmelblauen im direkten Duell mit der SG Dynamo Dresden einen Punkt holen (1:1). Nach dem 7. Spieltag folgten direkt vier Siege in Folge. Zum Abschluss der Hinrunde gab es erneut eine Punkteteilung (1:1), diesmal gegen den 1. FC Magdeburg. Das bedeutete den 5. Tabellenplatz zur Winterpause mit vier Punkten Rückstand auf die SGD und Magdeburg. Damals gab es noch zwei Punkte für einen Sieg, was die vier Punkte schwieriger aufzuholen machte, als es heute der Fall wäre.

Der Start in die Rückrunde glückte mehr als der in die Hinrunde. Mit dem Rückenwind aus zwei Siegen über Cottbus (3:1) und Halle (4:0) ging es in das zweite Duell mit der Mannschaft aus der Landeshauptstadt. In Dresden war allerdings nichts zu holen. Mathias Sammer schickte die Himmelblauen mit einem Doppelpack (35./39.) punktlos zurück nach Karl-Marx-Stadt. Das sollte allerdings die letzte Niederlage der Karl-Marx-Städter in der Spielzeit 1989/90 bleiben. Die Himmelblauen drehten im weiteren Saisonverlauf richtig auf und sollten am Ende mit zwanzig Punkten das beste Team der DDR-Oberliga-Rückrunde werden. Auch dank Steffen Heidrichs Toren (12 Tore, zweitbester Torschütze der Liga) spielten sich die Karl-Marx-Städter an der Tabellenspitze fest.

Vor dem letzten Spieltag kam es damit zu der Situation, dass Dynamo Dresden (1.), der 1. FC Magdeburg (2.) und der FC Karl-Marx-Stadt (3.) punktgleich (34 Punkte) die Tabelle anführten. Seit dem vierten Spieltag hieß der Tabellenführer immer entweder Dresden oder Magdeburg. Nun konnten die Himmelblauen auf den letzten Metern beide hinter sich lassen und den Titel nach 1967 wieder zurück in die Stadt holen. Dynamo traf am letzten Spieltag auf Lokomotive Leipzig (7.) und der FCK empfing zu Hause den 1. FC Magdeburg. Die Ausgangslage war klar: Es musste ein Heimsieg her und Dynamo durfte aufgrund der deutlich besseren Tordifferenz nicht gewinnen.

Ein früher Treffer von Torsten Kracht (21.) ließ die Marx-Städter Hoffnungen aufblühen. Nach dem Wiederanpfiff brachte Arnd Spranger den FCK in Führung (52.). Himmelblau war auf Meisterkurs! Die eigene Aufgabe erfüllte das Team von Hans Meyer. Parallel drehte die SGD allerdings das Spiel gegen die Leipziger. Ulf Kirsten (54.), Torsten Gütschow (81.) und Sven Ratke (90.) schossen die Elf aus der Landeshauptstadt spät zur Meisterschaft und stießen den FCK im letzten Moment vom Thron. Am Ende machte nur die Tordifferenz von +21 zugunsten von Dynamo Dresden gegenüber den +16 der Himmelblauen den Unterschied.

Dynamo Dresden gewann außerdem den FDGB-Pokal gegen Zweitligist PSV Schwerin. Weil Dynamo jedoch durch die Meisterschaft bereits für den Pokal der Landesmeister qualifiziert war, traten die Schweriner als Zweitligist im Pokal der Pokalsieger international an.