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15.06.2024 - 15.52 Uhr | 1. Mannschaft

90 Jahre "Fischerwiese" - TEIL 4 der Geschichte des Stadions - An der Gellertstraße

Im Mai 2024 jährt sich zum 90. Male der Geburtstag der heutigen Spielstätte unserer Himmelblauen. Die Eckdaten sind weitgehend bekannt - die Eröffnung erfolgte am 13. Mai 1934 durch den Polizeisportverein Chemnitz, welcher 1945 nach Kriegsende aufgelöst werden musste. Die "Fischerwiese" wurde zur Heimstätte des FCK, und nach der Wende zu der des CFC. Zwischen 2014 bis 2016 erfolgte ein Neubau während des laufenden Spielbetriebs. Wir möchten in vier Teilen auf die Geschichte dieser für Chemnitz so traditionsreichen Sportstätte zurückblicken.

Teil 4: Vom alten zum neuen Fussballtempel an der Gellertstraße

Im Jahr 2009 hatte man mit dem Errichten eines neuen Haupteingangs an der Heinrich-Schütz-Straße und dem Einbau einer Rasenheizung die alte Fischerwiese in ihrem Umfeld und unter der Grasnarbe zwar enorm aufgewertet, aber die alten Traversen und die Haupttribüne blieben auf dem Vorwendestand von 1989 stehen. Die Vorstellung der Studie "Vision 2020" hatte Appetit auf mehr gemacht, und in der Saison 2010/11 schickte sich der CFC an, den Ligafavoriten RB Leipzig nicht nur zu ärgern, sondern ihm ab dem 6. Spieltag eine besonders lange Nase zu drehen. Tabellenführer CFC! Der Aufstieg in die 3. Liga winkte! Aber würde der DFB für die alte Fischerwiese eine Lizenz erteilen? Äußerst fraglich. Forderungen wurden laut, dass Chemnitz ein neues und modernes Stadion bräuchte. Aber aus dem Rathaus kamen völlig andere Signale.

Hier geht's zum ersten Teil der Geschichte!

In einem Interview der Freien Presse mit Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig aus dem März 2011 heißt es: "Der CFC marschiert Richtung dritte Liga. Dem Verein fehlt aber ein zeitgemäßes Stadion. Warum sind neue Arenen in Magdeburg oder Halle möglich, in Chemnitz jedoch nicht?"

Barbara Ludwig: "Der CFC spielt seit Saisonbeginn erfolgreichen Fußball. Dennoch kommen nach wie vor nur 3.000 bis 4.000 Besucher. Außerdem ist das Stadion weitestgehend drittliga-tauglich, seit wir 2009 rund 1,5 Millionen Euro investiert haben. Wenn sich die Mannschaft in der dritten Liga etabliert, werden wir mit den CFC-Verantwortlichen reden, um eine Lösung zu finden. Und was andere Städte angeht: Ich staune über die Hallenser, dass sie sich trotz hoher Verschuldung ihrer Kommune ein neues Stadion leisten. In Chemnitz wäre das nicht möglich, weil die Landesdirektion so ein Projekt gar nicht genehmigen würde."

Der CFC packte den Aufstieg 2011, und bei der Meisterfeier auf dem Markplatz wurde die Forderung nach einem neuen Stadion lautstark vorgebracht. Was zu diesem Zeitpunkt viele nicht ahnten: Hinter den Kulissen wurde längst darüber debattiert. Denn schon am 28. Juni 2011 gab es im Rathaus einen Termin, wo ein funkelnagelneues Stadion am Standort Gellertstraße zusammen von Barbara Ludwig und CFC-Chef Dr. Mathias Hänel präsentiert wurde. Komplett überdacht, ca. 15.000 Plätze, davon 7.900 als Sitzplatz, Kostenpunkt ca. 23 Mio Euro. Als Gegenprobe wurde eine Multifunktionsarena (mit Leichtathletik) am Standort Reichenhain durchgerechnet, aber die Kosten dafür wären 1,5 mal so hoch gewesen. Ab dieser Vorstellung glänzte die Oberbürgermeisterin als mutige Kämpferin für das neue Stadion, für dessen Neubau nun Mehrheiten im Stadtrat organisiert werden mussten.

Von himmelblauer Seite wurden mehrere Aktionen gestartet, u.a. die Initiative "Lasst uns nicht im Regen stehen", bei welcher überall in der Stadt Unterschriften für die neue Fiwi 2.0 gesammelt wurden. Am Ende kamen über 21.000 Unterschriften zusammen, bereits die Hälfte hätte für ein Bürgerbegehren in Chemnitz ausgereicht. Moralisch flankiert durch diese Sammlung trat am 5. Oktober 2011 der Stadtrat zusammen und beschloß nach 3-stündiger Debatte mit 35 zu 19 Stimmen, dass das neue Stadion gebaut werden soll. Am 9. November 2011 wurde noch einmal abgestimmt und mit 33 zu 21 Stimmen der Neubau nochmals beschlossen.

Nach umfassenden Baumfällarbeiten - das alte Stadion sah ohne die gewohnte Pappelumrandung äußerst kahl und leer aus - folgte am 17. Mai 2013 nach dem Heimspiel gegen Unterhaching die Abschiedsparty von der liebgewonnenen Fanhalle. Am 15. Januar 2014 gab es das offizielle "Fiwi-Abschiedsspiel" gegen den vierfachen Deutschen Meister 1. FC Kaiserslautern (u.a. mit Chris Löwe), welches torlos endete. Nach dem Spiel wurde das Flutlicht mit Beteiligung der Zuschauer unter dem Motto "Drei - Zwei - Eins - Licht aus" ausgeknipst und mit einem Feuerwerk Abschied von der altehrwürdigen Sportstätte genommen. Acht Tage später erfolgte am 23. Januar 2014 mit einem Bagger-Aushub hinter der Südkurve der offizielle "Spatenstich" für den Umbau bei laufendem Spielbetrieb. Der grobe Plan war: Die alten Tribünen nacheinander abreißen, die vier Flutlichtmasten umsetzen, und stets Platz für ca. 10.000 Zuschauer gewährleisten.

Zuerst wurde die Südkurve von den Baggern beseitigt, dann folgte die Nordkuve. Dritte Großbaustelle sollte die Gegengerade werden, als vierter Bauabschnitt würde die neue Haupttribüne folgen. Gesagt, getan. Am schnellsten wuchsen die neuen Ränge in der Südkurve empor, so dass am 2. August 2014 zum Heimspiel gegen Osnabrück (2:0) erstmals der Mittelblock der neuen Südkurve für 2.500 Fans (noch ohne Dach) geöffnet werden konnte. Beim spektakulären 10:9 n.E. im DFB-Pokal gegen Mainz 05 war die neue "Süd" erstmals mit 5.000 Fans besetzt. Die Eröffnung der neuen Nord-Tribüne datiert vom Heimspiel gegen den SC Preussen Münster am 4. Oktober 2014. In diesen Monat fällt auch der Abschied von der alten Haupttribüne, wobei die dortigen Sitzplatz-Inhaber, Reporter und Stadionsprecher vorläufig auf die neue "Nord" umziehen mussten. Die ersten Fans auf der neuen Gegengeraden wurden am 31. Januar 2015 (CFC - Fortuna Köln 3:1) begrüßt.

Hier geht's zum zweiten von vier Teilen der Geschichte!

Ein Jahr später: An der neuen Haupttribüne wird am 31. März 2016 an der Glasfront das 36 Quadratmeter große CFC-Wappen montiert, welches aus dem Schilderwerk Beutha stammte und bis heute ein erhebender Blickfang an der Gellertstraße ist. Am 18. Juni 2016 erfolgte dann im Beisein von OB Ludwig die Stadion-Eröffnung mit einem "Tag der offenen Tür", wo die neue Fiwi 2.0 offiziell in Betrieb genommen wurde. An diesem Tag fand auch das erste Spiel im neuen Tempel statt, der CFC siegte gegen eine bunt gemischte (unterklassige) Chemnitzer Stadtauswahl mit 10:1. Für das standesgemäße Eröffnungsspiel wurde die Borussia aus Mönchengladbach verpflichtet, welche am 2. August 2016 auf der Fiwi 2.0 antrat und in der Nachspielzeit vor 14.486 Zuschauern mit 1:0 siegte.

Noch vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach wurde die Chemnitzer Software-Firma community4you als neuer Namenspate vorgestellt, und die neu erbaute Fischerwiese hieß ab sofort "community4you-Arena". Nach zwei Jahren endete dieses Kapitel jedoch, denn mit dem Abstieg des CFC aus der 3. Liga im Sommer 2018 löste sich der Vertrag auf.

Die Chemnitzer Wohnungsgesellschaft GGG, die das neue Stadion im Auftrag der Stadt mittlerweile betreute, kehrte nicht zum historischen Begriff "Stadion an der Gellertstraße" zurück, sondern nannte ihr Objekt "Stadion Chemnitz". Die GGG als Stadionbetreiber berief eine Kommission zur Namensfindung ein, bestehend aus dem GGG-Vorstand, einigen Stadträten und drei Fanvertretern. Genau dieses Trio plädierte dafür, trotz interessanter Vorschläge wie z.B. die Namen von Erwin Helmchen, Jürgen Bähringer oder sogar Michael Ballack, den alten und bundesweit bekannten Name "Stadion an der Gellertstrasse" zu verwenden. Mit einem Zusatz: Die Eigenschreibweise soll "Stadion - An der Gellertstraße" lauten, damit man im Falle eines zahlungskräftigen Sponsors dessen Name voranstellen kann und es trotzdem beim Stadion "an der Gellertstraße" bleibt. Die Geschäftsführerin der GGG verkündete am 7. Dezember 2018:

Simone Kalew: "Ich freue mich, dass wir uns in konstruktiven Sitzungen auf den Namen "Stadion – An der Gellertstraße" verständigt haben. Der territoriale Bezug "An der Gellertstraße" hat in der Fangemeinde des CFC eine rund 26-jährige Tradition, wird dem fußballerischen Thema gerecht und greift die territoriale Lage auf. Gleichzeitig erlaubt das Wort "Stadion" die Ergänzung um einen wirtschaftlichen Bezug, wenn ein Sponsor künftig wieder bereit ist, das Namensrecht zu erwerben. Darüber hinaus war es den Fanvertretern sehr wichtig, dass die Spielstätte nicht als Arena sondern als Stadion bezeichnet wird."

Damit hatte die traditionsreiche Chemnitzer Sportstätte nach dem Neubau ihren alten Name zurück. Im Juli 2019, kurz vor Beginn der Saison 2019/20, wurde der neue Schriftzug auf das Dach der Haupttribüne montiert. Und wer weiß, hätte es diesen Sport schon 150 Jahre früher gegeben - vielleicht wäre Herr Gellert zu seiner Zeit einmal nach Chemnitz zum Fußball gefahren, und hätte darüber ein schönes Gedicht verfasst. (fn)

Hier geht's zum dritten Teil der Geschichte!

Bildquellen: Magazin "11 Freunde", Peggy Schellenberger, CFC-Fanpage, Privat

Im Mai 2024 jährt sich zum 90. Male der Geburtstag der heutigen Spielstätte unserer Himmelblauen. Die Eckdaten sind weitgehend bekannt - die Eröffnung erfolgte am 13. Mai 1934 durch den Polizeisportverein Chemnitz, welcher 1945 nach Kriegsende aufgelöst werden musste. Die "Fischerwiese" wurde zur Heimstätte des FCK, und nach der Wende zu der des CFC. Zwischen 2014 bis 2016 erfolgte ein Neubau während des laufenden Spielbetriebs. Wir möchten in vier Teilen auf die Geschichte dieser für Chemnitz so traditionsreichen Sportstätte zurückblicken.

Teil 4: Vom alten zum neuen Fussballtempel an der Gellertstraße

Im Jahr 2009 hatte man mit dem Errichten eines neuen Haupteingangs an der Heinrich-Schütz-Straße und dem Einbau einer Rasenheizung die alte Fischerwiese in ihrem Umfeld und unter der Grasnarbe zwar enorm aufgewertet, aber die alten Traversen und die Haupttribüne blieben auf dem Vorwendestand von 1989 stehen. Die Vorstellung der Studie "Vision 2020" hatte Appetit auf mehr gemacht, und in der Saison 2010/11 schickte sich der CFC an, den Ligafavoriten RB Leipzig nicht nur zu ärgern, sondern ihm ab dem 6. Spieltag eine besonders lange Nase zu drehen. Tabellenführer CFC! Der Aufstieg in die 3. Liga winkte! Aber würde der DFB für die alte Fischerwiese eine Lizenz erteilen? Äußerst fraglich. Forderungen wurden laut, dass Chemnitz ein neues und modernes Stadion bräuchte. Aber aus dem Rathaus kamen völlig andere Signale.

Hier geht's zum ersten Teil der Geschichte!

In einem Interview der Freien Presse mit Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig aus dem März 2011 heißt es: "Der CFC marschiert Richtung dritte Liga. Dem Verein fehlt aber ein zeitgemäßes Stadion. Warum sind neue Arenen in Magdeburg oder Halle möglich, in Chemnitz jedoch nicht?"

Barbara Ludwig: "Der CFC spielt seit Saisonbeginn erfolgreichen Fußball. Dennoch kommen nach wie vor nur 3.000 bis 4.000 Besucher. Außerdem ist das Stadion weitestgehend drittliga-tauglich, seit wir 2009 rund 1,5 Millionen Euro investiert haben. Wenn sich die Mannschaft in der dritten Liga etabliert, werden wir mit den CFC-Verantwortlichen reden, um eine Lösung zu finden. Und was andere Städte angeht: Ich staune über die Hallenser, dass sie sich trotz hoher Verschuldung ihrer Kommune ein neues Stadion leisten. In Chemnitz wäre das nicht möglich, weil die Landesdirektion so ein Projekt gar nicht genehmigen würde."

Der CFC packte den Aufstieg 2011, und bei der Meisterfeier auf dem Markplatz wurde die Forderung nach einem neuen Stadion lautstark vorgebracht. Was zu diesem Zeitpunkt viele nicht ahnten: Hinter den Kulissen wurde längst darüber debattiert. Denn schon am 28. Juni 2011 gab es im Rathaus einen Termin, wo ein funkelnagelneues Stadion am Standort Gellertstraße zusammen von Barbara Ludwig und CFC-Chef Dr. Mathias Hänel präsentiert wurde. Komplett überdacht, ca. 15.000 Plätze, davon 7.900 als Sitzplatz, Kostenpunkt ca. 23 Mio Euro. Als Gegenprobe wurde eine Multifunktionsarena (mit Leichtathletik) am Standort Reichenhain durchgerechnet, aber die Kosten dafür wären 1,5 mal so hoch gewesen. Ab dieser Vorstellung glänzte die Oberbürgermeisterin als mutige Kämpferin für das neue Stadion, für dessen Neubau nun Mehrheiten im Stadtrat organisiert werden mussten.

Von himmelblauer Seite wurden mehrere Aktionen gestartet, u.a. die Initiative "Lasst uns nicht im Regen stehen", bei welcher überall in der Stadt Unterschriften für die neue Fiwi 2.0 gesammelt wurden. Am Ende kamen über 21.000 Unterschriften zusammen, bereits die Hälfte hätte für ein Bürgerbegehren in Chemnitz ausgereicht. Moralisch flankiert durch diese Sammlung trat am 5. Oktober 2011 der Stadtrat zusammen und beschloß nach 3-stündiger Debatte mit 35 zu 19 Stimmen, dass das neue Stadion gebaut werden soll. Am 9. November 2011 wurde noch einmal abgestimmt und mit 33 zu 21 Stimmen der Neubau nochmals beschlossen.

Nach umfassenden Baumfällarbeiten - das alte Stadion sah ohne die gewohnte Pappelumrandung äußerst kahl und leer aus - folgte am 17. Mai 2013 nach dem Heimspiel gegen Unterhaching die Abschiedsparty von der liebgewonnenen Fanhalle. Am 15. Januar 2014 gab es das offizielle "Fiwi-Abschiedsspiel" gegen den vierfachen Deutschen Meister 1. FC Kaiserslautern (u.a. mit Chris Löwe), welches torlos endete. Nach dem Spiel wurde das Flutlicht mit Beteiligung der Zuschauer unter dem Motto "Drei - Zwei - Eins - Licht aus" ausgeknipst und mit einem Feuerwerk Abschied von der altehrwürdigen Sportstätte genommen. Acht Tage später erfolgte am 23. Januar 2014 mit einem Bagger-Aushub hinter der Südkurve der offizielle "Spatenstich" für den Umbau bei laufendem Spielbetrieb. Der grobe Plan war: Die alten Tribünen nacheinander abreißen, die vier Flutlichtmasten umsetzen, und stets Platz für ca. 10.000 Zuschauer gewährleisten.

Zuerst wurde die Südkurve von den Baggern beseitigt, dann folgte die Nordkuve. Dritte Großbaustelle sollte die Gegengerade werden, als vierter Bauabschnitt würde die neue Haupttribüne folgen. Gesagt, getan. Am schnellsten wuchsen die neuen Ränge in der Südkurve empor, so dass am 2. August 2014 zum Heimspiel gegen Osnabrück (2:0) erstmals der Mittelblock der neuen Südkurve für 2.500 Fans (noch ohne Dach) geöffnet werden konnte. Beim spektakulären 10:9 n.E. im DFB-Pokal gegen Mainz 05 war die neue "Süd" erstmals mit 5.000 Fans besetzt. Die Eröffnung der neuen Nord-Tribüne datiert vom Heimspiel gegen den SC Preussen Münster am 4. Oktober 2014. In diesen Monat fällt auch der Abschied von der alten Haupttribüne, wobei die dortigen Sitzplatz-Inhaber, Reporter und Stadionsprecher vorläufig auf die neue "Nord" umziehen mussten. Die ersten Fans auf der neuen Gegengeraden wurden am 31. Januar 2015 (CFC - Fortuna Köln 3:1) begrüßt.

Hier geht's zum zweiten von vier Teilen der Geschichte!

Ein Jahr später: An der neuen Haupttribüne wird am 31. März 2016 an der Glasfront das 36 Quadratmeter große CFC-Wappen montiert, welches aus dem Schilderwerk Beutha stammte und bis heute ein erhebender Blickfang an der Gellertstraße ist. Am 18. Juni 2016 erfolgte dann im Beisein von OB Ludwig die Stadion-Eröffnung mit einem "Tag der offenen Tür", wo die neue Fiwi 2.0 offiziell in Betrieb genommen wurde. An diesem Tag fand auch das erste Spiel im neuen Tempel statt, der CFC siegte gegen eine bunt gemischte (unterklassige) Chemnitzer Stadtauswahl mit 10:1. Für das standesgemäße Eröffnungsspiel wurde die Borussia aus Mönchengladbach verpflichtet, welche am 2. August 2016 auf der Fiwi 2.0 antrat und in der Nachspielzeit vor 14.486 Zuschauern mit 1:0 siegte.

Noch vor dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach wurde die Chemnitzer Software-Firma community4you als neuer Namenspate vorgestellt, und die neu erbaute Fischerwiese hieß ab sofort "community4you-Arena". Nach zwei Jahren endete dieses Kapitel jedoch, denn mit dem Abstieg des CFC aus der 3. Liga im Sommer 2018 löste sich der Vertrag auf.

Die Chemnitzer Wohnungsgesellschaft GGG, die das neue Stadion im Auftrag der Stadt mittlerweile betreute, kehrte nicht zum historischen Begriff "Stadion an der Gellertstraße" zurück, sondern nannte ihr Objekt "Stadion Chemnitz". Die GGG als Stadionbetreiber berief eine Kommission zur Namensfindung ein, bestehend aus dem GGG-Vorstand, einigen Stadträten und drei Fanvertretern. Genau dieses Trio plädierte dafür, trotz interessanter Vorschläge wie z.B. die Namen von Erwin Helmchen, Jürgen Bähringer oder sogar Michael Ballack, den alten und bundesweit bekannten Name "Stadion an der Gellertstrasse" zu verwenden. Mit einem Zusatz: Die Eigenschreibweise soll "Stadion - An der Gellertstraße" lauten, damit man im Falle eines zahlungskräftigen Sponsors dessen Name voranstellen kann und es trotzdem beim Stadion "an der Gellertstraße" bleibt. Die Geschäftsführerin der GGG verkündete am 7. Dezember 2018:

Simone Kalew: "Ich freue mich, dass wir uns in konstruktiven Sitzungen auf den Namen "Stadion – An der Gellertstraße" verständigt haben. Der territoriale Bezug "An der Gellertstraße" hat in der Fangemeinde des CFC eine rund 26-jährige Tradition, wird dem fußballerischen Thema gerecht und greift die territoriale Lage auf. Gleichzeitig erlaubt das Wort "Stadion" die Ergänzung um einen wirtschaftlichen Bezug, wenn ein Sponsor künftig wieder bereit ist, das Namensrecht zu erwerben. Darüber hinaus war es den Fanvertretern sehr wichtig, dass die Spielstätte nicht als Arena sondern als Stadion bezeichnet wird."

Damit hatte die traditionsreiche Chemnitzer Sportstätte nach dem Neubau ihren alten Name zurück. Im Juli 2019, kurz vor Beginn der Saison 2019/20, wurde der neue Schriftzug auf das Dach der Haupttribüne montiert. Und wer weiß, hätte es diesen Sport schon 150 Jahre früher gegeben - vielleicht wäre Herr Gellert zu seiner Zeit einmal nach Chemnitz zum Fußball gefahren, und hätte darüber ein schönes Gedicht verfasst. (fn)

Hier geht's zum dritten Teil der Geschichte!

Bildquellen: Magazin "11 Freunde", Peggy Schellenberger, CFC-Fanpage, Privat