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31.08.2026 - 14.00 Uhr | Vereinsnachrichten

Audiodeskription zurück im eins-Stadion – An der Gellertstraße

Der Chemnitzer FC bietet wieder gemeinsam mit CoWerk und der Stadt Chemnitz bei seinen Heimspielen im eins-Stadion – An der Gellertstraße Audiodeskription für blinde und sehbehinderte Fußballfans an. Ziel des Projektes ist es, das Stadionerlebnis für weitere Besuchergruppen zugänglich zu machen und damit einen weiteren Schritt in Richtung Barrierefreiheit zu gehen.

Audiodeskription hat beim Chemnitzer FC bereits eine Vorgeschichte: Über viele Jahre war das Blindenradio eng mit dem Engagement von Jens Oppermann und Radio Gellertwelle verbunden. Nach seinem Tod konnte dieses Angebot in dieser Form nicht fortgeführt werden. Die Anfrage von CoWerk hat beim CFC deshalb sofort das Interesse geweckt, ein entsprechendes Angebot wieder zu unterstützen.

Die Audiodeskription kam erstmals beim Heimspiel gegen den FSV Zwickau am vorletzten Spieltag der Saison 2025/26 zum Einsatz. Während der Begegnungen werden Spielszenen, die Atmosphäre im Stadion und weitere wichtige Details live beschrieben. Dadurch können blinde und sehbehinderte Fans das Geschehen auf dem Rasen und rund um die Partie unmittelbar verfolgen.

Zuletzt war das ehrenamtliche Team beim Heimspiel gegen den FC Carl Zeiss Jena im Einsatz. Insgesamt vier Ehrenamtliche begleiteten die Begegnung und übertrugen das Geschehen für blinde und sehbehinderte Fußballfans. „Damit machen wir den Fußball in Chemnitz für alle erlebbar“, erklärt Elisa Pfeiffer, Projektleiterin Audiodeskription bei der SFZ Förderzentrum gGmbH. „Wenn sehende und blinde Sportfans gemeinsam jubeln und sich austauschen, entsteht ein echtes Miteinander. Diese Begegnungen zeigen, wie Teilhabe und Inklusion im Alltag funktionieren können.“

So funktioniert die Nutzung

Für den Stadionbesuch wird eine reguläre Eintrittskarte benötigt. Die entsprechenden Audiodeskriptionsanlagen können am Spieltag am Akkreditierungscontainer am eins-Stadion – An der Gellertstraße abgeholt und nach der Partie dort wieder zurückgegeben werden. Die für das Angebot benötigten Geräte gehören der Stadt Chemnitz und werden im Rahmen des gemeinsamen Projektes zur Verfügung gestellt.

Dass das Angebot bei den Fans ankommt, zeigte sich auch nach der Partie gegen Jena. Die sehbehinderte CFC-Anhängerin Sindy hatte die Audiodeskription bereits beim Heimspiel gegen den FSV Zwickau genutzt und war erneut auf der Fischerwiese dabei. „Sie haben das bei diesem schnellen Spiel gut gemacht, ich konnte sehr gut folgen“, lobte sie die Arbeit des ehrenamtlichen Teams. „Ich finde es toll, dass der CFC uns hierbei unterstützt.“

„Der Fußball gehört allen“

Nico Götze, Marketingleiter des Chemnitzer FC und federführend auf Seiten des Vereins für das Projekt verantwortlich, erklärt: „Wir freuen uns sehr, dass wir unser Stadion mit diesem Angebot ein weiteres Stück barrierefreier machen können. Fußball gehört allen und deshalb ist es uns wichtig, dass sich möglichst jede Person bei uns im Stadion wohlfühlt und das Erlebnis auf der Fischerwiese genießen kann. Als CoWerk mit der Idee auf uns zugekommen ist, war für uns schnell klar, dass wir dieses Engagement unterstützen möchten. Die Audiodeskription schafft für blinde und sehbehinderte Fans eine weitere Möglichkeit, unsere Heimspiele und die besondere Atmosphäre unmittelbar mitzuerleben. Ein großer Dank geht an CoWerk und die Stadt Chemnitz, mit denen wir dieses Projekt gemeinsam umsetzen und den Fußball damit noch zugänglicher machen können.“

Gleichzeitig lebt das Angebot vom Engagement der Menschen hinter den Mikrofonen. Sie müssen das Spielgeschehen innerhalb kürzester Zeit erfassen und so beschreiben, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer ein möglichst genaues Bild davon erhalten, was gerade auf der Fischerwiese passiert. Neben den Aktionen mit dem Ball spielen deshalb auch Bewegungen der Spieler sowie Reaktionen und die Stimmung im Stadion eine Rolle.

Zu den ehrenamtlichen Stimmen gehört Robert Paulig. Der CFC-Fan kennt die Fischerwiese bereits seit seiner Kindheit und begleitet die Spiele nun selbst als Reporter. „Unsere Stimmen sind das Auge für unser Publikum“, beschreibt er seine Aufgabe. „Es ist schon ziemlich knifflig, das Geschehen möglichst präzise, detailgetreu und in Echtzeit einzusprechen.“ Für Paulig ist das Engagement zugleich die Möglichkeit, zwei persönliche Interessen zusammenzubringen: „Es macht mir unglaublich viel Spaß, Fußball und Sprache miteinander zu verbinden.“

Der Grundstein für das heutige Team wurde im August 2025 gelegt. Das zunächst auf ein Jahr ausgelegte und durch Aktion Mensch geförderte Projekt brachte elf Ehrenamtliche zusammen. Drei Mitglieder des Teams haben selbst eine Seheinschränkung. Nach dem Auslaufen der Förderung führen die Beteiligten ihre Arbeit weiter und möchten das Angebot auch künftig bei Sportveranstaltungen ermöglichen.

Dafür werden weiterhin Unterstützerinnen und Unterstützer gesucht. „Wir freuen uns über Menschen und Organisationen, die sich für dieses Thema engagieren und dazu beitragen möchten, dass Audiodeskription auch künftig bei Sportveranstaltungen angeboten werden kann“, sagt Elisa Pfeiffer. Interessierte, die sich selbst in diesem Bereich engagieren möchten, können sich an die Projektleitung Audiodeskription bei CoWerk wenden. Oder, wie Pfeiffer es formuliert: „Wir bleiben für euch am Ball und am Mikrofon.“