Aufholjagd nach 0:2-Rückstand reicht nicht aus: CFC unterliegt Babelsberg knapp
Am 5. Spieltag der Regionalliga-Saison 2024/25 empfing der Chemnitzer FC den SV Babelsberg 03 zum dritten Heimspiel auf der Fischerwiese. Beide Teams standen bereits früh in der Saison unter erheblichem Druck und brauchten dringend einen Erfolg. Der CFC hatte aus den ersten vier Spielen vier Punkte geholt, während die Potsdamer mit zwei Zählern weniger als Tabellenvorletzter in das Duell mit den Himmelblauen gingen.
Vor 4.626 Zuschauern behielt der SV Babelsberg in einer spannenden und unterhaltsamen Partie das bessere Ende für sich. Der Chemnitzer FC zeigte im zweiten Durchgang große Moral und kämpfte sich nach einem 0:2-Rückstand zurück ins Spiel, musste sich am Ende jedoch unglücklich mit 2:3 (0:2) geschlagen geben.
CFC-Cheftrainer Christian Tiffert nahm nach der 0:1-Auswärtsniederlage am Mittwoch in Jena drei Veränderungen in seiner Startelf vor. Ole Schiebold ersetzte den verletzten Jan Koch (Sprunggelenk). Im Angriff rückte Luis Fischer für Artur Mergel ins Team. Nach fast sechs Monaten Pause feierte Niclas Erlbeck sein Startelf-Comeback, Robert Zickert nahm stattdessen auf der Bank Platz.
Beide Mannschaften versammelten sich vor dem Anpfiff im Mannschaftskreis, um sich auf die bevorstehenden 90 Minuten einzuschwören. Nach einer kurzen Druckphase der Chemnitzer übernahmen jedoch die in Rot gekleideten Gäste aus Potsdam das Kommando auf der Fischerwiese.
Bereits in der 2. Spielminute sorgte eine brenzlige Situation für Aufregung: CFC-Keeper Daniel Adamczyk versuchte nach einem Rückpass, Babelsbergs Kapitän Daniel Frahn zwei Meter neben seinem Strafraum auszuspielen. Dabei verlor er den Ball, hatte jedoch Glück, dass Schiedsrichter Niclas Rose keinen Freistoß für den Ex-Chemnitzer pfiff.
Die erste Großchance des Spiels gehörte ebenfalls den Babelsbergern: Nach einer Ecke stand Vollert frei am Fünfmeterraum und köpfte Richtung langes Eck, doch Lihsek rettete für den CFC auf der Linie (7.).
Die Gäste hielten den Druck hoch – und wurden belohnt. Eine Unordnung in der Chemnitzer Defensive auf der linken Seite ermöglichte Daniel Frahn, frei vor dem Tor aufzutauchen. Der 37-Jährige spitzelte den Ball gefühlvoll an Adamczyk vorbei ins Netz, Felix Müller konnte den Einschlag nicht mehr verhindern – 0:1 für Babelsberg (9.).
Nur eine Minute zuvor hatte der CFC seine erste gefährliche Aktion, doch der Schuss von Leon Damer war zu harmlos. Nach dem frühen Rückstand tat sich Chemnitz schwer, ins Spiel zurückzufinden, während Babelsberg durch die Führung beflügelt wirkte und zwischen der 13. und 14. Minute zu drei weiteren gefährlichen Möglichkeiten kam.
Erst ab der 26. Spielminute erholte sich der CFC von dem Nackenschlag und setzte ein Lebenszeichen. Ephraim Eshele kam mit einem platzierten Kopfball zur bis dahin größten Chance, doch Babelsbergs Torhüter Bangsow konnte die Situation entschärfen.
Für etwa zehn Minuten übernahm der CFC nun die Kontrolle und arbeitete energisch am Ausgleich. Nach einem schönen Zusammenspiel von Lihsek und Eshele war es erneut Lihsek, dessen Schuss nur knapp am Tor vorbeigelenkt wurde. Auch der folgende Eckball brachte Gefahr: Felix Müller köpfte den Ball aufs Tor, doch erneut reagierte Bangsow stark und klärte auf der Linie (35.).
Gerade als der CFC weiter an Fahrt aufnahm, schlug Babelsberg erneut zu: Wieder war es Daniel Frahn, der in der 38. Minute mit seinem zweiten Treffer die Chemnitzer Bemühungen dämpfte.
Mit der letzten Aktion vor dem Halbzeitpfiff war der CFC dem Anschlusstreffer noch einmal ganz nah: Der Ball kam über Reutter und Eshele zu Fischer, dessen Schlenzer das lange Eck nur knapp verfehlte. Danach ging es für die sichtlich verunsicherten Tiffert-Schützlinge in die Kabine.
CFC-Cheftrainer Christian Tiffert setzte mit dem Wiederanpfiff ein Zeichen und brachte Artur Mergel als zusätzlichen Offensivspieler. Dafür blieb Abwehrspieler Ole Schiebold in der Kabine.
Die Himmelblauen benötigten eine deutliche Leistungssteigerung im zweiten Durchgang – und sie lieferten ab. Keine 60 Sekunden nach dem Wiederanpfiff flankte Tobias Müller gefühlvoll. Am langen Pfosten lauerte Ephraim Eshele und köpfte den Ball zum 1:2-Anschlusstreffer ins Netz. Ein verdienter Lohn für seinen bis dahin engagierten Auftritt (46.).
Der erste Heimtreffer der laufenden Saison gab dem CFC sofort neues Selbstvertrauen. Die Chemnitzer drängten nun auf den Ausgleich und agierten dabei mit großem Einsatz. Der Ball lief gut durch die eigenen Reihen, und es wurde immer wieder Tiefe im Spiel gesucht.
In der 59. Minute folgte jedoch der nächste Schockmoment: Nach einem gewonnenen Kopfballduell in Höhe der Mittellinie landete Eshele unglücklich auf seinem linken Bein und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Für den 22-Jährigen ging es nicht weiter – er musste mit einer Trage vom Feld gebracht werden
Christian Tiffert musste nun ohne gelernten Mittelstürmer auskommen und stellte um: Niclas Walther kam für Eshele auf die linke Außenbahn, während Luis Fischer ins Sturmzentrum rückte.
Nur drei Minuten später bot sich Walther nach einem Eckball die erste Chance, doch sein Kopfball verfehlte das Ziel knapp (62.). Im zweiten Anlauf war es dann soweit: Nach einer langgezogenen Flanke stand Walther im Zentrum goldrichtig und wuchtete den Ball per Kopf zum verdienten Ausgleich ins Tor (70.). Die Partie war nun 20 Minuten vor dem Ende wieder völlig offen.
Doch die kalte Dusche folgte nach der Chemnitzer Aufholjagd in der 78. Minute: Pollasch wurde im Strafraum freigespielt und versenkte den Ball aus 13 Metern humorlos unter die Latte.
Der CFC rannte nach dem erneuten Nackenschlag verzweifelt an und erarbeite sich noch ein ums andere Mal in den Strafraum der Babelsberger. Rücker köpfte nach einer Damer-Ecke noch einmal über den Gäste-Kaste (83.). Weitere konkrete Torgefahr konnten die Himmelblauen nicht erzwingen.
Die Babelsberger konnten nur noch selten für Entlastung sorgen, brachten aber den knappen Vorsprung über die Zeit. Für die Himmelblauen ist es eine bitterer Niederlage nach der Aufholjagd in der zweiten Halbzeit, aufgrund des ersten Durchgang aber verdient.
Der Chemnitzer FC gastiert am kommenden Freitag beim ZFC Meuselwitz. Die Babelsberger empfangen zwei Tage später den VFC Plauen.
Chemnitzer FC – SV Babelsberg 03 2:3 (0:2)
Chemnitzer FC: Adamczyk 1 – Erlbeck 6, F. Müller 23, Schiebold 19 (46. Mergel 10) - Lihsek 8 (83. Zickert 21), Rücker 17, T. Müller 38 (C) (83. Wolter 7), Reutter 16 – Fischer 27, Eshele 20 (59. Walther 4), Damer 1
SV Babelsberg 03: Bangsow 1 – Vollert 5, Häusl 31, Zeiger 21 – Büch 27, Pollasch 8, Covic 10, Schulz 24 (75. Werbelow 7) – Wegener 6, Frahn 11 (C) (90. Silic 2), Werthmüller 14
Tore: 0:1 Frahn (9.), 0:2 Frahn (38.), 1:2 Eshele (46.), 2:2 Walther (70.), 2:3 Pollasch (78.)
Zuschauer: 4.626



