Aufstiegsinitiative fordert mit 5-Punkte-Plan mehr Tempo und Fairness im Reformprozess
Die Initiative „Aufstiegsreform 2025“ hat die Mitteilung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) vom 22. September zur Zusammensetzung der Arbeitsgruppe Regionalliga-Reform zur Kenntnis genommen und begrüßt es ausdrücklich, dass nun die nächste Hürde im Reformprozess genommen werden konnte. Leider wurde die Initiative vom DFB erst kurz vor Veröffentlichung telefonisch über die konkrete Ausgestaltung der Arbeitsgruppe informiert – ein Vorgehen, das für Irritationen sorgt.
DFB schafft Machtsymmetrie zu Lasten der Klubs
„Nachdem wir nun fast drei Monate nach Einreichung unseres Vorschlages auf die Ausgestaltung der AG gewartet haben, ist es ein schlechtes Signal, dass wir am Montag erst in letzter Minute eingebunden und lediglich telefonisch informiert wurden, bevor der DFB offiziell in die Kommunikation gegangen ist. Gerade wenn Fairness und Augenhöhe im Zentrum stehen sollen, erwarten wir noch mehr Transparenz und ein echtes Miteinander. Von einer kleinen Modifikation unseres Vorschlags kann zudem keine Rede sein,“ erklärt Tommy Haeder, Sprecher der Initiative Aufstiegsreform 2025 und Geschäftsstellenleiter des Chemnitzer FC.
Ursprünglich hatte die Reforminitiative drei Klubvertreter pro Staffel gefordert, um größtmögliche Pluralität aller Regionalligen von Anfang an in die Diskussion einzubringen. Der DFB hat nun nur einen Vertreter pro Staffel bestimmt. Nach einer internen Umfrage innerhalb der Aufstiegsinitiative wird die durch den DFB beschlossene Minimalvariante widerwillig akzeptiert – im Sinne des weiteren Prozesses, der endlich ohne weitere Verzögerungen starten muss. Doch mit sieben Stimmen von DFB und Verbänden gegenüber nur fünf Klubvertretern (7:5) herrscht von Anfang an eine klare Machtsymmetrie zu Lasten der Vereine. Damit droht jede Lösung der Klubs blockiert zu werden.
Positiv ist: Anders als in der letzten Task Force des DFB, in der sich die Klubs untereinander nicht immer einig waren, gibt es diesmal breite Vorgespräche und einen engen Austausch. Die Vereine sind geeinter als je zuvor – besser vorbereitet und bereit, Verantwortung zu übernehmen.
Damit die Arbeitsgruppe nicht zum Papiertiger wird, müssen aus Sicht der Initiative nun fünf zentrale Punkte schnellstmöglich vom DFB aufgegriffen und umgesetzt werden:
1. Klarheit schaffen – Benennung der Vereinsvertreter
Bis spätestens 15. Oktober muss feststehen, welche Klubvertreter der jeweiligen Staffeln die AG vertreten. Jede weitere Verzögerung wäre ein fatales Signal und würde den ohnehin langsamen Prozess weiter ausbremsen.
Haeder: „Bis Mitte Oktober muss endlich feststehen, welche Klubvertreter in die AG entsandt werden. Jede weitere Verzögerung ist nicht hinnehmbar.“
2. Arbeitsfähigkeit sichern – Stellvertreter-Regelung
Damit die AG jederzeit voll besetzt und stimmfähig ist, braucht es eine klare Stellvertreter-Regelung. Nur so können Ausfälle einzelner Mitglieder ohne Zeitverlust kompensiert werden.
Haeder: „Ohne Stellvertreter riskieren wir Stillstand, wenn es zur Abstimmung von Zwischenergebnissen kommt – und den können wir uns nicht leisten.“
3. Verbindlich arbeiten – Arbeitsbeginn und Rhythmus
Eine reine konstituierende Sitzung im letzten Quartal des Jahres wie vom DFB angestrebt reicht nicht. Noch 2025 muss die AG mit inhaltlicher Arbeit beginnen – in einem turnusmäßigen Rhythmus und an einem zentralen Ort.
Haeder: „Das hätte alles zügiger und unbürokratischer laufen können. Wir wollen zeitnah und praktisch loslegen – und noch dieses Jahr erste Zwischenergebnisse haben.“
4. Struktur geben – Neutraler Vorsitz als Moderator
Ein von allen akzeptierter, neutraler Vorsitz ist zwingend notwendig und wurde von der Reforminitiative von Anfang an gefordert. Dass dieser bislang nicht benannt wurde, obwohl der DFB sich gerade für die Besetzung des Postens einen Zeitraum bis Ende September erbeten hatte, ist enttäuschend. Bis spätestens 15. Oktober muss nun auch hier eine Lösung gefunden werden, die von allen Seiten mitgetragen wird.
Haeder: „Dass der Vorsitz bis heute nicht geklärt ist, bremst den Start der Arbeitsgruppe unnötig aus. Auch hier erwarten wir eine schnelle und tragfähige Lösung – im Sinne des weiteren gemeinsamen Prozesses.“
5. Ergebnisse liefern – Zeitschiene festlegen
Von Beginn an braucht es einen verbindlichen Zeitplan mit konkreten Zwischenzielen. Der Fahrplan ist für uns klar: Benennung der Vertreter bis 15. Oktober, erste Zwischenergebnisse noch 2025, verbindlicher Beschluss auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag vor der Saison 2026/27 – damit die neue Aufstiegsregelung zur Saison 2027/28 umgesetzt werden kann.
Haeder: „Die Zeit drängt – und das darf niemand übersehen. Wir müssen uns endlich an die inhaltliche Arbeit für eine faire Aufstiegsreform machen, um eine Lösung für den gesamtdeutschen Fußball zu finden. Hierbei wünschen wir uns explizit die vollumfängliche Unterstützung der Verbände und ihrer Vertreter, denn es geht nicht um Einzelinteressen, sondern um das Gesamtprodukt 4. Liga. Der weitere Fahrplan ist für uns klar: Ab der Saison 2027/28 muss eine gerechte Aufstiegsregelung gelten – ohne Relegationsspiele und auf Augenhöhe der Meister aller 4. Ligen.“
Gemeinsamer Druck für einen gerechten Wettbewerb
Die Initiative „Aufstiegsreform 2025“ vereint derzeit 47 Vereine von der Bundesliga bis zur Oberliga. „Doch wir wollen weiter wachsen. Unser Appell richtet sich an alle Traditionsvereine und Fußballfreunde in Deutschland: Schließt euch unserer Initiative an! Nur wenn der Druck durch Klubs und Fanszenen hoch bleibt, entsteht die Kraft und der Veränderungswille, die es für eine echte Reform im Sinne des Sports braucht“, betont Haeder.
Es geht um nichts weniger als die Abschaffung der unfairsten Regel des deutschen Fußballs. Meister müssen aufsteigen. Für den Fußball. Für Fairplay und einen gerechten Wettbewerb in allen Ligen.
Appell der Reforminitiative
Zum Abschluss formuliert Tommy Haeder einen eindringlichen Appell: „Es bringt uns nicht weiter, wenn wir immer wieder nur darüber reden, warum etwas nicht geht. Lasst uns endlich lösungsorientiert denken. Dafür brauchen wir eine klare Zeitschiene, an der sich alle Beteiligten orientieren können. Ohne verbindlichen Fahrplan wird es keine Bewegung geben. Gleichzeitig braucht es ein gemeinsames Bekenntnis, das unmissverständlich lautet: Wir wollen die ungerechteste Regelung im deutschen Fußball endlich abschaffen. Daraus ergibt sich eine klare Zielsetzung: Wir werden das bestehende System verändern – nicht halbherzig, sondern konsequent. Einzelinteressen oder persönliche Befindlichkeiten dürfen dabei keinen Platz haben. Gewinner muss die gesamte 4. Liga sein – und damit der deutsche Fußball insgesamt.“
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