Blitzstart, Überlegenheit und eiserne Nerven: CFC entführt drei Punkte aus Berlin
Der 31. Spieltag führte den Chemnitzer FC im vorletzten Auswärtsspiel der Saison nach Berlin in die HOWOGE-Arena "Hans Zoschke" in Lichtenberg. Das Ausweichstadion der VSG Altglienicke wird offiziell mit einer Gesamtkapazität von knapp 10.000 Plätzen ausgewiesen. Das überrascht durchaus in Anbetracht des charmant angestaubten Charakters und der zum großen Teil überwachsenen Tribünen der Spielstätte. Der Rasenplatz präsentierte sich leider in einem desolaten Zustand, mit vielen kleinen Löchern, die für alle Akteure auf dem Platz ein enormes Verletzungsrisiko bedeuteten. Für ein Regionalliga-Spiel unwürdig – so offen muss man das sagen. Die Chemnitzer nahmen die äußeren Umstände so an und gewannen verdient in der Hauptstadt mit 2:0.
Benjamin Duda musste in Altglienicke auf drei Spieler im Spieltagsaufgebot verzichten. Jong-min Seo und Niclas Walther mussten eine Gelbsperre absitzen. Luis Fischer (Oberschenkel) musste wie in der Vorwoche verletzungsbedingt passen. Tom Baumgart und Niclas Erlbeck rückten dafür in die Startelf. Für Erlbeck war es der erste Einsatz von Beginn an, nachdem er mehr als zwei Monate mit einer Fußverletzung aussetzen musste und sein Comeback gegen Erfurt nach Einwechslung mit dem Treffer zum 2:0-Endstand krönte.
Blitzstart für den CFC: Reutter mit erstem Treffer in Himmelblau
Die Chemnitzer erwischten einen Start nach Maß: Bereits in der 3. Minute gingen sie mit ihrem ersten Angriff in Führung. Tom Baumgart wurde auf der linken Seite steil geschickt, brachte den Ball flach in die Mitte, wo Dejan Bozic knapp verpasste. Manuel Reutter stand allerdings genau richtig. Der Rechtsverteidiger traf traumhaft und drückte den schwierigen zu nehmenden Ball ins linke obere Eck – sein erster Treffer überhaupt im CFC-Trikot.
In der Folge entwickelte sich ein munteres Spiel. Beide Teams suchten den Weg nach vorne, doch der CFC zeigte mehr Zielstrebigkeit und hätte früh erhöhen können: Artur Mergel traf nach einer Flanke per Kopf den Pfosten (20.), kurz darauf setzte Dejan Bozic einen Ball aus kurzer Distanz über das Tor (24.). Altglienicke zeigte sich bemüht, doch wirkliche Gefahr strahlte das Team aus der Hauptstadt selten aus. Daniel Adamczyk im CFC-Tor musste kaum eingreifen.
Bozic legt nach – CFC dominiert die Partie
In der 35. Minute belohnte sich der CFC für seine starke erste Hälfte zum zweiten Mal: Nach einer sehenswerten Kombination über Artur Mergel blieb Dejan Bozic vor dem Tor eiskalt, täuschte den Keeper und schob den Ball locker zum 2:0 ins Netz. Damit stellt Bozic auf neun Saisontreffer und reiht sich auch auf dem 9. Platz in der Torjägerliste ein – nach nur 13 Einsätzen!
Altglienickes erste große Chance folgte kurz später, doch der eingewechselte Eren Öztürk scheiterte frei vor Adamczyk, der stark mit dem Fuß klärte (38.).
Mit der hochverdienten 2:0-Führung ging es in die Halbzeitpause.
CFC bleibt souverän – und verpasst es die Führung auszubauen
Nach dem Seitenwechsel blieb der CFC das überlegene Team. Zwar hatte Altglienicke etwas mehr Ballbesitz, echte Torchancen blieben jedoch Mangelware. Die Himmelblauen verteidigten stabil und setzten weiterhin gefährliche Nadelstiche. In der 61. Minute hatte Leon Damer Pech, als sein wuchtiger Distanzschuss aus 18 Metern an die Latte krachte. Der dritte Treffer wäre zu diesem Zeitpunkt absolut verdient gewesen.
Die Chemnitzer ließen auch in der Schlussphase nichts mehr anbrennen. Zwar mühte sich Altglienicke um den Anschluss, doch weder über Standards noch aus dem Spiel heraus kamen die Berliner gegen die kompakte CFC-Defensive ernsthaft durch. Stattdessen spielten die Himmelblauen die Partie abgeklärt zu Ende und brachten die Führung souverän über die Zeit.
In den letzten Minuten der Partie wechselte Cheftrainer Duda noch einmal mehrfach, schonte Stammkräfte wie Bozic und Müller und brachte frische Beine aufs Feld. Der Spielfluss litt dadurch etwas, aber an der grundsätzlichen Kontrolle änderte sich nichts mehr. Altglienicke blieb in der Offensive ideenlos, während der CFC hochseriös und konzentriert die Null hielt.
Mit dieser erwachsenen Leistung erobert sich der CFC den 7. Platz zurück, den der BFC Dynamo am Wochenende vorübergehend erobert hatte. Dadurch, dass der Greifswalder FC am Freitag bei Lok Leipzig 0:0 spielte schieben sich die Himmelblauen bis auf einen Punkt an den 6. Tabellenplatz ran.
"Alle in Weiß" im vorletzten Heimspiel der Saison
Auf den Chemnitzer FC wartet am kommenden Samstag noch mal ein echtes sportliches und atmosphärisches Highlight. Die Himmelblauen empfangen am 3. Mai ab 14 Uhr mit dem 1. FC Lokomotive Leipzig den großen Titelfavoriten der laufenden Spielzeit. Gemeinsam mit der aktiven Fanszene will der CFC noch mal für eine große Zuschauerkulisse bei diesem Ostklassiker sorgen.
Deshalb steht der Spieltag unter dem Motto "Alle in Weiß". Passend dazu wird es von der Chemnitzer Fanszene ein Motto-Shirt für nur 10 Euro am Spieltag geben. Also seid dabei, sichert euch dieses Andenken und unterstützt die Mannschaft, um gemeinsam zu verhindern, dass Lok Leipzig an der Gellertstraße Meister wird.
Sichert euch direkt eure Karten für das Traditionsduell.
Auch die Leipziger wollen nicht nur auf dem Platz ihren Beitrag zu einem echten Fußballfest beitragen. Insgesamt haben sich deutlich mehr als 2.000 Lok-Fans für die Partie auf der Fischerwiese angekündigt.
Die VSG Altglienicke tritt ebenfalls am Samstag beim Tabellenletzten VFC Plauen an. Der Anpfiff im Vogtlandstadion erfolgt bereits um 13 Uhr.
VSG Altglienicke – Chemnitzer FC 0:2 (0:2)
VSG: Zwick 31 – Hug 21, Kujovic 6 (35. Öztürk 30), Kapp 16, Tezel 17, Friedrich 29 – Manske 27, Deziel Jr. 14, Saghiri 37 (60. Abu-Alfa 9), Bokake 9 (60. Butendeich 17) – Türpitz 20 (C)
CFC: Adamczyk 1 – Lihsek 8, F. Müller 23, Zickert 21, Reutter 16 – T. Müller 38 (C) (84. Eppendorfer 25), Erlbeck 6 (88. Rücker 17), Baumgart 29 (70. Seidel 7) – Mergel 10 (84. Karimani 18), Damer 13, Bozic 33 (88. Malina 11)
Tore: 1:0 Reutter (3.), 2:0 Bozic (35.)
Zuschauer: 336



