Bozic-Ausgleich per Elfmeter – CFC erarbeitet sich ein Remis gegen den BFC Dynamo
Zum Abschluss der Hinrunde empfing der Chemnitzer FC am 17. Spieltag den BFC Dynamo. Sechs Tage nach der krachenden Derby-Niederlage gegen Zwickau waren die Vorzeichen klar: Vor 4.237 Zuschauern im eigenen Stadion wollten die Himmelblauen mit einer engagierten Leistung und einem entsprechenden Ergebnis die atmosphärische Trendwende gegen den Rekordmeister der DDR einleiten. Die angestrebte Wiedergutmachung gelang jedoch nur zum Teil. Durch einen späten Bozic-Elfmeter rettete der CFC ein 1:1 (0:1)-Unentschieden gegen gut aufgelegte Berliner.
Zuvor hatten am späten Nachmittag noch Geschäftsstellenleiter Tommy Haeder, Ex-Profi Robert Zickert und einige Ehrenamtliche zur Schneeschippe gegriffen, um den Platz von einer zarten Schneedecke zu befreien. Der Aufwand zahlte sich aus – der Rasen präsentierte sich pünktlich zum Anpfiff in einem für die Jahreszeit gut bespielbaren Zustand.
Startelf mit drei Veränderungen
Cheftrainer Benjamin Duda veränderte seine Startelf im Vergleich zum Auswärtsspiel in Zwickau auf drei Positionen. Für Julius Bochmann, Artur Mergel und Domenico Alberico begannen Felix Müller, Johannes Pistol und Jonas Marx.
12 Minuten Stille aus Protest
Auf den Zuschauerrängen herrschte in den ersten zwölf Minuten Stille. Hintergrund war – wie bereits am vorangegangenen Spieltag – eine bundesweit abgestimmte Protestaktion der aktiven Fanszenen gegen mögliche Einschränkungen von Fanrechten, die auf der nächsten Innenministerkonferenz Anfang Dezember in Bremen diskutiert werden sollen.
Abtasten mit ersten Torannäherungen
Sportlich nutzten beide Mannschaften die Anfangsphase zunächst zum Abtasten, wobei der Chemnitzer FC mehr Ballbesitz verzeichnete und sich auf ein stabiles Aufbauspiel konzentrierte. Die erste gefährliche Aktion gehörte dennoch den Gästen: Nach einer Hereingabe von rechts kam Willi Reincke aus acht Metern unbedrängt zum Abschluss, doch Daniel Adamczyk war zur Stelle und parierte den zu zentral angesetzten Versuch sicher (13.).
Fast im Gegenzug dann eine ähnliche Szene auf der Gegenseite: Bozic brachte die Hereingabe bedrängt von seinem Gegenspieler jedoch nicht auf das Tor. In der Folge hatten beide Teams ihre Momente, ohne weitere klare Torraumszenen zu kreieren. Der CFC agierte defensiv sehr stabil, konnte nach vorn aber noch nicht die ganz große Durchschlagskraft entwickeln.
Dann wurde es wieder im Chemnitzer Strafraum gefährlich: In der 27. Minute musste Bozic per eingesprungener Grätsche im eigenen Strafraum in höchster Not vor dem einschussbereiten Leander Fritzsche zur Ecke klären.
Sechs Minuten später suchte Johannes Pistol aus der Distanz den Abschluss, doch BFC-Keeper Ortegel lenkte den Ball zur Seite. Der Nachschuss von Martial Ekui führte zwar noch zu einem Eckball, dieser brachte jedoch keine Gefahr (33.). Auf der Gegenseite prüfte erneut Reincke Adamczyk mit einem Distanzschuss (36.).
Kalte Dusche vor der Pause
Es lief alles auf ein torloses Unentschieden zur Halbzeit hinaus. Doch kurz vor der Pause wurde die Duda-Elf kalt erwischt. Der bis dahin auffälligste Berliner schlug zu: Reincke nutzte seine dritte Chance des Spiels und schob aus zentraler Position zum 0:1 für die Gäste ein (43.). Ein Treffer, der verständlicherweise für Enttäuschung beim Chemnitzer Anhang auf den Rängen sorgte und zugleich den Halbzeitstand markierte.
Drangphase und Pfostenglück
Die Himmelblauen starteten ohne personelle Veränderungen in die zweite Hälfte und kamen direkt zum ersten Abschluss. Stockinger chippte einen Freistoß aus dem Halbfeld in den Strafraum, wo Eppendorfer den Ball auf das Berliner Tor verlängerte (47.). Doch auch dieser Versuch strahlte keine echte Gefahr aus. Eine kurze Drangphase mit zwei Eckbällen und einer weiteren Hereingabe verpuffte ebenfalls ohne zählbaren Erfolg.
Dann richteten sich die Blicke wieder auf den anderen Strafraum: Fritzsche kam im Nachsetzen aus der Drehung zum Abschluss und traf nur den Pfosten (50.). Eine Szene, bei der der CFC Glück hatte, dass es beim zwischenzeitlichen 0:1 blieb.
Der BFC macht dem CFC das Leben schwer
Die Himmelblauen waren ob der passable vorgetragenen Offensiv-Aktionen des BFC längst gewarnt und wirkten zunehmend verkrampft. Das spiegelte sich auch im Spiel nach vorn wider, wo es im eigenen Ballbesitz an Ideen fehlte, der Ball zu schnell verloren ging oder es in aussichtsreichen Umschaltsituationen zu oft an der nötigen Präzision mangelte.
Der erhoffte Befreiungsschlag nach der herben Derby-Niederlage rückte so in weite Ferne. Rund um die 60. Spielminute waren die Berliner dem zweiten Treffer näher als Chemnitz dem Ausgleich.
Nach seiner Einwechslung brachte Alberico spürbar neuen Schwung ins Chemnitzer Offensivspiel und scheiterte nach einem schnellen Doppelpass mit Grimaldi an der Strafraumkante nur haarscharf. In der Folge blieb der CFC am Drücker und bemühte sich um den Ausgleich: Damer fand Bozic mehrfach per Flanke, doch dessen Kopfball (65.) verfehlte das Tor deutlich, ein weiterer Ball blieb im Duell mit Gunte hängen und wurde geklärt (68.).
Stockinger hatte acht Minuten vor dem Ende dann den Ausgleichstreffer für den CFC auf dem Fuß, traf aus fünf Metern aber nur das Außennetz (82.).
CFC gleicht vom Punkt aus
Doch dann hatte der Fußballgott doch noch ein Einsehen mit den Himmelblauen. Nach einer starken Einzelleistung wurde Grimaldi im Strafraum von den Beinen geholt. Die Verantwortung beim fälligen Strafstoß übernahm Dejan Bozic. Der Toptorjäger verlud den Keeper und schob sicher unten rechts zu seinem siebten Saisontreffer ein (85.).
Direkt danach kam Damer sogar der Führung mit einem Freistoß aus 25 Metern nahe. Ortegel fischte den Ball aus dem unteren linken Eck. Anschließend segelten noch einige Flanken in den BFC-Strafraum, die keine konkrete Gefahr für den Kasten bedeuteten.
Unter dem Strich steht ein leistungsgerechtes Unentschieden. Der BFC war in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft und ließ zu Beginn des zweiten Durchgangs das 2:0 liegen. Die Chemnitzer kämpften sich danach zurück in die Partie und belohnten sich spät vom Punkt.
Kommende Woche geht es dann für die Chemnitzer zum Greifswalder FC. Am Samstag um 14 Uhr wird die weiteste Auswärtsfahrt der Himmelblauen angepfiffen. Der BFC einen tag zuvor zu Hause gegen den Halleschen FC.
Chemnitzer FC – BFC Dynamo 1:1 (0:1)
CFC: Adamczyk – Ekui, Müller, Rücker (53. Damer), Pistol – Baumgart (84. Mergel), Eppendorfer – Stockinger (84. Biven), Bozic (C), Grimaldi – Marx (60. Alberico)
BFC: Ortegel – Polte, Gunte (C), Mattmüller – Sadrifar (73. Monthe), Windsheimer (82. Amadou), Pestic, Liebelt, Reincke (89. Wrebiakowski) – Breitfeld, Fritzsche (73. Soares Das Neves)
Tore: 0:1 Reincke (43.), 1:1 Bozic (85.)
Zuschauer: 4.237



