Bozic kontert Ratifo blitzschnell – CFC entführt einen Punkt aus dem Alfred-Kunze-Sportpark
Der 24. Spieltag führte den Chemnitzer FC zur BSG Chemie Leipzig in den Alfred-Kunze-Sportpark. Vor 4.999 Zuschauern wollte die Mannschaft von Cheftrainer Benjamin Duda sich mit einem Auswärtssieg bei den abstiegsbedrohten Leutzschern mit Nachdruck in der ersten Tabellenhälfte festsetzen. Am Ende durften die Himmelblauen sich glücklich schätzen, dass sie nach einem äußerst durchwachsenen Auswärtsauftritt zumindest einen Punkt aus Leipzig entführen konnten.
Die Himmelblauen mussten vor der Partie auf einer Position umbauen. Niclas Erlbeck fehlte aufgrund seiner fünften Gelben Karte, dafür rückte Leon Damer in die Startelf. Taktisch setzte Duda auf ein 4-2-3-1, in dem Kapitän Tobias Müller und Tom Baumgart die Doppelsechs bildeten.
Chemie nimmt das Zepter in die Hand
Die Chemnitzer erwischten unter den Augen von Aue-Cheftrainer Jens Härtel einen fahrigen Start. Im Spielaufbau fehlte es an der nötigen Ruhe und Präzision. Auf dem schmierigen Rasen bestimmten schnelle Ballverluste beider Mannschaften zunächst das Geschehen. Die Gastgeber erspielten sich mit zunehmender Spielzeit zumindest ein optisches Übergewicht, ohne jedoch zu klaren Chancen zu kommen.
In der 20. Spielminute hatten die 750 mitgereisten CFC-Fans den ersten gefährlichen Angriff ihrer Mannschaft vor Augen: Dejan Bozic zögerte an der Strafraumgrenze zu lange mit dem letzten Pass, sodass Chemie Leipzigs Abwehr im letzten Moment noch klären konnte – Dardan Karimani hatte frei gestanden und auf das Zuspiel gewartet.
Danach übernahmen die Leipziger endgültig die Kontrolle. Der CFC machte es den Hausherren zu einfach, gefährlich vor das Tor zu kommen. Aliji (35./42.), Kaymaz (38.) und Mäder (40.) vergaben zunächst beste Möglichkeiten für die Leipziger.
In der 45. Spielminute nutzte Chemie schließlich eine Nachlässigkeit des CFC eiskalt aus: Jong-min Seo verlor den Ball in der eigenen Hälfte, und Leipzig schaltete schnell um. Mauer legte quer auf Tim Bunge, der den Ball mit dem Vollspann flach ins Netz setzte – 1:0 für die Hausherren und gleichzeitig der Halbzeitstand.
CFC braucht nicht lang – Bunge hilft mit
Chefcoach Duda reagierte und brachte zur Pause Artur Mergel und Luis Fischer für Seo und Karimani. Die Himmelblauen zeigten sich nach dem Seitenwechsel deutlich verbessert: Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen stimmten besser, die Körpersprache war entschlossener und auch die Zweikampfhärte nahm zu.
Nach einer Ecke von rechts hatte dann Tom Baumgart die große Chance auf den Ausgleich, doch sein Kopfball ging weit vorbei (47.). Nur eine Minute später stand Leon Damer in der Nähe der Eckfahne zum Freistoß bereit. Er brachte den Ball scharf vors Tor, wo Leipzigs Torschütze Tim Bunge unglücklich eingriff: Beim Versuch zu klären, beförderte er den Ball wuchtig ins eigene Netz – der CFC kam in der 48. Minute so glücklich zum 1:1-Ausgleich.
Die Gastgeber hatten in der 55. Minute die Großchance, erneut in Führung zu gehen. Lisinski kombinierte sich mit einem Doppelpass in den Strafraum und hatte völlig freie Schussbahn, doch sein Abschluss aus acht Metern ging über das Tor. Viel Glück für die Himmelblauen in dieser Szene.
Bozic kontert Ratifo blitzschnell
Der CFC schaltete danach wieder in den Modus der ersten Halbzeit zurück und verschlief über weite Teile die Partie auch im zweiten Durchgang, defensiv stimmte allerdings die Körpersprache. Die Leipziger wirkten in Kopf und Beinen frischer. Die Chemnitzer zeigten über die volle Spielzeit betrachtet die bisher schwächste Leistung im Jahr 2025.
Die Leipziger rollten ihrerseits mit viel Leidenschaft ein ums andere Mal gefährlich auf das Gehäuse von Daniel Adamczyk zu. Der Gastgeber scheiterte vor allem an seinen Abschlussqualitäten. Es dauerte bis zur 78. Spielminute, bis sich die Leutzscher für ihren Aufwand belohnen konnten. Nach einem langen Ball verlängerte Asare auf den eingewechselten Goalgetter Ratifo, der volley über Adamczyk zur abermaligen Führung traf – hochverdient und längst überfällig zu diesem Zeitpunkt.
Postwendend die Antwort vom CFC: Und der erneute Ausgleich – durch wen sonst, wenn nicht Bozic? Der Stürmer schoss das Leder nach einem langen Ball aus fünfzehn Metern an den langen Pfosten. Von dort sprang der Ball ins Tor. Der Glückliche Ausgleich nur wenige Sekunden nach dem Chemie-Treffer durch Ratifo.
Kampfbetontes Ende mit Punktgewinn für den CFC
Die Schlussminuten hatten es noch einmal in sich. Chemie Leipzig drängte mit aller Macht auf den Siegtreffer, während der CFC auf Kontersituationen lauerte. In der 83. Minute vergab Ratifo die große Chance zur erneuten Führung, als er einen langen Ball annahm und flach am langen Eck vorbeischob.
Für Aufregung sorgte in der 87. Minute eine strittige Elfmetersituation im Chemnitzer Strafraum zwischen Baumgart und Ratifo, die ungeahndet blieb. Chemie-Coach David Bergner protestierte vehement und sah daraufhin die Gelb-Rote Karte. In der hektischen Schlussphase musste dann auch der CFC noch einen Platzverweis hinnehmen: Luis Fischer unterband mit einem taktischen Foul an der Mittellinie einen gefährlichen Leipziger Konter und wurde in der 90. Minute mit Gelb-Rot vom Platz gestellt.
Chemie erhielt in der Nachspielzeit noch eine aussichtsreiche Freistoßchance aus 18 Metern, doch Brügmann setzte den Ball knapp neben das Tor. Der CFC verteidigte das 2:2 bis zum Schlusspfiff und entführte einen Punkt aus Leipzig.
Glücklicher Punktgewinn in umkämpfter Partie
Mit der Leistung in Leipzig sind nicht alle Chemnitzer Akteure zufrieden, mit dem Punktgewinn jedoch durchaus. Über weite Strecken war Chemie Leipzig das aktivere Team und hatte mehr Torchancen, doch die Himmelblauen bewiesen Moral und nutzten die wenigen eigenen Möglichkeiten effizient. Besonders der schnelle Bozic-Ausgleich nach Ratifos Treffer zeigt die Widerstandsfähigkeit der Mannschaft.
Unter Cheftrainer Benjamin Duda bleibt der CFC damit auch im zehnten Auswärtsspiel in Folge ungeschlagen – ein beeindruckender Lauf, der das Team weiter in der oberen Tabellenhälfte hält. Kommende Woche Samstag (14 Uhr) spielen die Chemnitzer gegen den BFC Dynamo direkt um die nächsten wichtigen Punkte. Die BSG Chemie ist bereits am Mittwoch ab 19 Uhr zu Hause gegen Hertha Zehlendorf gefordert.
BSG Chemie Leipzig – Chemnitzer FC 2:2 (0:1)
BSG: Bellot 1 – Brügmann 2, Rüth 17, Weigel 32, Lisinski 18 – Kaymaz 5, Aliji 14 – Bunge 8 (69. Ratifo 30), Mäder 7, Asare 6 (90. Wajer 4) – Mauer 9
CFC: Adamczyk 1 – Lihsek 8 (77. Eppendorfer 25), F. Müller 23, Zickert 21, Reutter 16 – T. Müller 38, Baumgart 28 – Seo 14 (46. Fischer 27), Karimani 18 (46. Mergel 10), Damer 13 – Bozic 33 (80. Malina 11)
Tore: 1:0 Bunge (45.), 1:1 Bunge ET (49.), 2:1 Ratifo (78.), 2:2 Bozic (79.)
Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rot Bergner (87.), Gelb-Rot Fischer (90.)



