Bozic rettet das Remis spät vom Punkt – CFC kommt gegen den BFC Preussen nicht über ein 1:1 hinaus
Zum Abschluss der Englischen Woche empfing der Chemnitzer FC am Samstag den BFC Preußen vor 3.726 Zuschauern im eigenen Stadion. Der Aufsteiger aus Berlin war mit sieben Punkten solide in die Saison gestartet und lag vor der Partie am 6. Spieltag einen Zähler vor den Himmelblauen. Die Mannschaft von Cheftrainer Benjamin Duda wollte nach den Niederlagen gegen Magdeburg II und Lok Leipzig unbedingt wieder punkten und so für einen Stimmungsumschwung sorgen. Mit einem späten Ausgleich durch Torjäger Dejan Bozic gelang das nur in Teilen.
Personalsorgen vor dem Anpfiff
Geplagt von erheblichen Ausfällen musste Duda seine Startelf auf drei Positionen umbauen. Kapitän Tobias Müller wurde aufgrund muskulärer Probleme vorsorglich geschont, für ihn rückte kurzfristig Artur Mergel in die Anfangsformation. Ebenfalls neu dabei waren Jonas Marx und Anton Rücker, die Leon Damer und Roman Eppendorfer ersetzten. Ganz verzichten musste der CFC auf Domenico Alberico und Tom Baumgart (beide Sprunggelenk) sowie Niclas Erlbeck (Erkältung).
Rekordtorjäger zu Gast
Bei besten äußeren Bedingungen – 21 Grad und Sonnenschein – liefen beide Teams unter dem Beifall der Zuschauer ein. Mit dabei im Publikum: Vereinslegende Anton Fink, Rekordtorschütze der Himmelblauen mit 118 Treffern.
CFC beginnt mutig
Nach einem ersten sehenswerten Chemnitzer Angriff über Mergel und Bozic setzte Grimaldi einen Schuss von der Strafraumgrenze ab, doch BFC-Keeper Westphal packte sicher zu (3.). Die Himmelblauen wirkten von Beginn an hellwach und versuchten, die Enttäuschung der letzten beiden Spiele abzuschütteln. Laufbereitschaft, Zweikampfverhalten und Körpersprache waren deutlich präsenter als zuletzt.
Nach einer Viertelstunde kombinierten sich die Berliner Gäste erstmals gefällig durch die Chemnitzer Defensive. Adamczyk rettete aufmerksam und wischte den Ball am Boden liegend mit einer Hand aus der Gefahrenzone. Kurz darauf setzte Marx nach präziser Grimaldi-Flanke einen Kopfballaufsetzer, der aber zu wenig Druck hatte – erneut war Westphal zur Stelle (20.).
Standard bringt Rückstand
Defensiv standen die Gäste kompakt und lauerten auf Umschaltmomente. In der 44. Minute nutzten sie einen Standard eiskalt: Nach einer langgezogenen Ecke tauchte Routinier Patrick Breitkreutz – früher u. a. bei Holstein Kiel und Energie Cottbus – frei am langen Pfosten auf und drückte den Ball zum 0:1 über die Linie.
Schockmoment um Westphal nach dem Seitenwechsel
Die Himmelblauen kamen ohne Wechsel aus der Pause – und sofort wurde es turbulent. Zwei Mal stand Bozic im Mittelpunkt. Erst traf er aus spitzem Winkel nur das Außennetz (49.), dann fehlten ihm am ersten Pfosten nur Millimeter nach einer Pistol-Hereingabe.
Kurze Zeit später rückte das sportliche für einen Moment in den Hintergrund. Es war ein heftiger Zusammenprall für BFC-Keeper Steffen Westphal nach einem Steckpass in den Strafraum. Nach minutenlanger Behandlung musste der 26-Jährige mit der Trage aus dem Stadion gebracht werden, begleitet von Applaus der Chemnitzer Fans. Für ihn übernahm Ersatzkeeper Karls ab der 56. Minute.
Der Keeper wurde noch während des Spiels ins Krankenhaus eingeliefert mit Verdacht auf mehrere Brüche im Gesicht. Gute Besserung und schnelle Genesung vom gesamten Chemnitzer FC!
Rote Karte gegen Mensah
Nur wenige Minuten später wurde es erneut brenzlig. Adamczyk klärte außerhalb des Strafraums per Fußabwehr, BFC-Angreifer Shawn Mensah rauschte mit offener Sohle in den Chemnitzer Torwart und traf ihn oberhalb des Sprunggelenks. Schiedsrichterin Miriam Schwermer zeigte dem Berliner folgerichtig die Rote Karte (64.).
Überzahl ohne Wirkung
In Überzahl versuchte der CFC, Druck aufzubauen. Stockinger steckte auf Grimaldi durch, der mit Vollspann das Außennetz traf. Insgesamt aber fehlten den Himmelblauen Überzeugung und spielerische Klarheit, um eine Lücke in der Berliner Defensive zu finden. Das Chemnitzer Spiel wirkte zu verkopft, während der Aufsteiger diszipliniert verteidigte und kaum Chancen zuließ.
Vor allem Rechtsverteidiger Johannes Pistol zeigte bis in die Schlussphase hinein großen Einsatz, initiierte Dribblings und Flankenläufe – doch auch seine Bemühungen brachten letztlich nicht den erhofften Ertrag.
Bozic holt raus und erlöst
Bis kurz vor dem Schluss liefen die Chemnitzer weiter wütend, wenn auch nicht mit genug Durchschlagskraft an. Nach einem halbhohen Querschläger im Strafraum wurde Bozic am Knie getroffen und holte spät in der Nachspielzeit einen Elfmeter heraus. Der gefoulte trat selbst an und traf zum hoch verdienten Ausgleich vom Punkt.
Hinten stabiler, vorn fehlt die Durchschlagskraft
Trotz des späten Ausgleichs und der Emotionen kurz vor dem Abpfiff müssen sich die Chemnitzer nach langer Überzahl gegen einen guten Aufsteiger ärgern, nicht das Punktemaximum in der Stadt behalten zu haben. Die Überlegenheit auf dem Feld konnte nur selten in wirklich zwingende Gelegenheiten umgemünzt werden.
Trotzdem ist der Punktgewinn nach zwei Niederlagen in Folge wieder ein Ergebnis auf dem sich aufbauen lässt. Hinten war der CFC nur einmal anfällig – das haben die Gäste dafür sehr effizient genutzt. Vorn fiel wieder mehr vom Laster als noch unter der Woche bei Lok.
So geht’s für beide Teams weiter
Für den BFC Preußen geht es am kommenden Wochenende im Berliner Landespokal beim Kreisligisten 1. Traber FC Mariendorf weiter. Die Himmelblauen empfangen am Sonntag im Sachsenpokal Blau-Weiß Leipzig zum nächsten Pflichtspiel – Anstoß auf der Fischerwiese ist um 12.30 Uhr. Pokaltickets gibt es hier.
Bereits einen Tag zuvor bestreitet der CFC ein freundschaftliches Duell der besonderen Art: In Oberhausen treffen ab 14 Uhr zwei Traditionsvereine aus West und Ost im "Nicht-Aufstiegsspiel 2025" aufeinander. Mit dieser Partie setzt die Initiative Aufstiegsreform 2025 ein weiteres öffentlichkeitswirksames Zeichen im Kampf für eine gerechte Aufstiegsregelung in allen Regionalligen.
Tickets für RWO x CFC gibt es hier.
Chemnitzer FC – BFC Preußen 1:1 (0:1)
CFC: Adamczyk 1 – Ekui 27 (78. Walther 4), Bochmann 5, F. Müller 26, Pistol 18 – Mergel 10 (86. Biven 8), Rücker 17, Stockinger 7 – Grimaldi 23 (78. Tänzer 16), Bozic 33 (C), Marx 19 (65. Damer 13)
BFC: Westphal 19(56. Albers 27) – Meyer 77, Stein 39, Kireski 4, Dikarev 11 – Brandt 6, Fontein 7 – Ramadan 17 (66. Frank 30), Breitkreuz 29 (C) (72. Maric 8), Mensah 14 – Hoch 31 (72. Engelhardt 23)
Tore: 0:1 Breitkreuz (44.), 1:1 Bozic (90. + 5)
Zuschauer: 3.726
Besondere Vorkommnisse: Rote Karte Mensah (64.)



