Bozic sticht erneut als Joker – CFC gewinnt erstmals bei Viktoria Berlin
Der Chemnitzer FC trat am Mittwochabend vor 466 Zuschauern zum Nachholspiel des 17. Spieltages beim FC Viktoria 1889 Berlin an. Beim direkten Kontrahenten, der nur zwei Punkte und zwei Plätze vor dem Spieltag in der Tabelle hinter den Himmelblauen rangierte, ging es für die Mannschaft von Cheftrainer Benjamin Duda darum, mit einem Erfolg den Sprung in die erste Tabellenhälfte zu schaffen.
Schon vor dem Duell gegen die Berliner war klar, dass die Chemnitzer ihre Mannschaft auf drei Positionen umbauen mussten, da mit Niclas Erlbeck (Rote Karte), Jong-min Seo (Gelb-Rot) sowie Felix Müller (5. Gelbe Karte) gleich drei Stammspieler gesperrt waren. Damit fehlte dem CFC eine komplette Achse an Leistungsträgern. Duda vertraute stattdessen auf Tom Baumgart im Mittelfeld, Winterneuzugang Fynn Seidel auf dem linken Flügel sowie Anton Rücker in der Innenverteidigung.
Nach gutem Start übernehmen die Gastgeber
Im Stadion Lichterfelde entwickelte sich von Beginn an eine ansehnliche Regionalliga-Partie mit hohem Tempo auf beiden Seiten. Der Platz präsentierte sich für die Jahreszeit in einem guten Zustand, auch wenn der Untergrund stellenweise recht seifig war. Da beide Teams einen spielerischen Ansatz verfolgten, lebte das Spiel im ersten Durchgang von viel Nettospielzeit und zahlreichen Torannäherungen.
Unterstützt von rund 120 Auswärtsfahrern wirkte der CFC in den ersten 20 Spielminuten etwas gefährlicher als die Gastgeber. Nils Lihsek (4.) und Leon Damer (8.) tankten sich vielversprechend in den Strafraum der Berliner, doch der letzte Pass fand keinen Abnehmer. Baumgart (15.) entschied sich vor der Strafraumgrenze gegen den Distanzschuss und fand mit seinem Steckpass den am Elfmeterpunkt lauernden Damer nicht.
Die Duda-Schützlinge überließen den Hausherren zunehmend die größeren Spielanteile und lauerten immer wieder auf gefährliche Umschaltsituationen. Auch für lange Bälle war sich die Duda-Elf in dieser Spielphase nicht zu fein.
Doch die Gastgeber wurden immer stärker. Bekannt für eine gepflegte Spielanlage, stellten sie die Chemnitzer Defensive mehr und mehr vor Probleme. So war es zu diesem Zeitpunkt keine Überraschung mehr, dass die Berliner in der 34. Spielminute nach einem Konter über Damelang zur bis dahin größten Torgelegenheit kamen. Elekwa scheiterte in aussichtsreicher Position mit seinem etwas zu zentralen Abschluss an Daniel Adamczyk im Chemnitzer Tor.
Der CFC konnte seinerseits gleich von einer Handvoll guter Umschaltsituationen nicht profitieren, weil es zumeist am Timing bei Lauf- und Passwegen gegen hochstehende Berliner fehlte.
So waren es die Hauptstädter, die noch vor der Pause zur nächsten gefährlichen Szene kamen: Doch Jones fand mit seinem Chip in den Strafraum am langen Pfosten keinen Mitspieler (41.) – der CFC hatte Glück in dieser Szene und brachte das Ergebnis so in die Halbzeitpause.
Bozic-Treffer erzwingt die Wende
Die Himmelblauen schienen noch in der Kabine gewesen zu sein, als in der 46. Spielminute die Gäste mit viel Schwung ungestört in den Strafraum vordrangen und dann doch die Unordnung nicht ausnutzen konnten, weil sie auch in dieser Szene viel zu verspielt wirkten und schlicht den Abschluss verpassten und weil sich der gut aufgelegte Anton Rücker in jeden Abschluss warf.
Dann unterstrich der Chemnitzer FC einmal mehr, was diese Mannschaft auszeichnet, seitdem Benjamin Duda als Cheftrainer Verantwortung trägt: brutale Effizienz! Dejan Bozic stand noch keine acht Minuten auf dem Platz, als Artur Mergel den Stoßstürmer mit seinem Abschluss-Versuch fand und er den Ball freistehend nur noch über die Torlinie drücken musste – 1:0 für den CFC. Der 32-Jährige brauchte somit eine Gesamtspielzeit von nur 28 Spielminuten inklusive seines Einsatzes in Zwickau, um direkt zwei Mal zu netzen. Was für eine Quote!
Mit dem Führungstreffer im Rücken wuchs das Selbstvertrauen der Chemnitzer sichtlich. Die gesamte Spielstruktur wirkte stabiler. Gleichzeitig zeigte der Nackenschlag Wirkung bei den Gastgebern, die sich kaum noch in die gefährlichen Räume spielen konnten.
Damer sorgt für die Entscheidung – Wieder legt Mergel vor
Stattdessen ging der CFC auf den zweiten Treffer und nutzte die größer werdenden Räume. Wieder war es der in beide Richtungen des Spielfelds sehr agile Artur Mergel, der einen Mitspieler perfekt in Szene setzte: Diesmal erreichte sein Pass Leon Damer auf halbrechts, der in der 66. Spielminute frei vor Horenburg im Berliner Kasten auftauchte und sicher unten links zum 2:0 einschob.
Im Anschluss blieben die Chemnitzer das coolere Team und verpassten nur knapp die vorzeitige Entscheidung durch Bozic (79.) und den eingewechselten Malina (89.). Den Berlinern blieb irgendwann nicht mehr, als es über lange Bälle zu probieren, die nicht zum Erfolg führten.
Damit bleibt der CFC unter Cheftrainer Benjamin Duda weiterhin Auswärts ungeschlagen und belohnt sich für einen engagierten Auftritt in der Hauptstadt. Kurz vor und kurz nach dem Pausenpfiff drohte die Partie zu kippen, doch da Bozic erneut als Joker stach, nehmen die Chemnitzer erstmal in der Vereinsgeschichte drei Punkte bei Viktoria Berlin mit.
Die Berliner reisen am 21. Spieltag zum Auswärtsspiel nach Leipzig und treffen am Samstag im Bruno-Plache-Stadion auf Tabellenführer 1. FC Lokomotive – neben dem CFC das einzige Team, dass im Stadion Lichterfelde gegen Viktoria gewinnen konnte.
Für den Chemnitzer FC wartet zum Abschluss der ersten Englischen Woche in 2025 ebenfalls am Samstag das nächste Liga-Spiel. Dann empfangen die Himmelblauen ab 16 Uhr den FC Carl Zeiss Jena zum ostdeutschen Traditionsduell im Stadion – An der Gellertstraße.
FC Viktoria 1889 Berlin – Chemnitzer FC 0:2 (0:0)
VIK: Horenburg 22 – Scholz 13 (87. Dikarev 21), Lippegaus 29, Oellers 14, Mohamed 16 (87. Pohl 18), Damelang 11 – Günay 7, Sylla 24 (76. Littbarski 28), Küc 10 – Jones 9 (62. Wang 15), Elekwa 17 (76. Hebisch 23)
CFC: Adamczyk 1 – Lihsek 8, Rücker 17, Zickert 21, Reutter 16 – T. Müller 38 (C), Baumgart 29 (90. Schiebold 19) – Seidel 7 (74. Malina 11), Mergel 10 (83. Karimani 18), Damer 13 (83. Eppendorfer 25) – Eshele 20 (46. Bozic 33)
Tore: 0:1 Bozic (53.), 0:2 Damer (66.)
Zuschauer: 466



