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06.01.2026 - 12.00 Uhr | Vereinsnachrichten

Campus-Inside: Das NLZ des Chemnitzer FC – Rückblick mit Haltung und der Blick nach vorn

Mit dieser Ausgabe von Campus-Inside schließen wir unsere Serie ab – und weiten den Blick. Nach den vielen Einblicken in einzelne Mannschaften, Trainingsschwerpunkte und Entwicklungsstufen steht nun das Nachwuchsleistungszentrum als Ganzes im Mittelpunkt. Es ist ein Rückblick auf das, was wir gesehen haben, und zugleich ein Ausblick auf das, wofür das NLZ des Chemnitzer FC stehen will. NLZ-Leiter Pierre Knechtel ordnet ein, erklärt Prozesse und beschreibt die Idee hinter der Ausbildung – ruhig, klar und mit langfristigem Anspruch.

Ein Bild, das bleiben soll

Wer die bisherigen Campus-Inside-Folgen gelesen hat, wird das NLZ des Chemnitzer FC als zukunftsorientierten Ausbildungsstandort wahrnehmen. Einen Ort, an dem mit Struktur, Klarheit und Ruhe gearbeitet wird. Der Begriff Leistungszentrum weckt Erwartungen – doch im Kern geht es hier zunächst um Ausbildung. Um Menschen. Um Spieler.

„Bevor man Leistung erwarten kann, muss man ausbilden“, sagt Knechtel. Diese Überzeugung prägt den aktuellen Weg. Das NLZ befindet sich bewusst in einer Übergangs- und Aufbauphase. Viele Strukturen, Kader und Abläufe sind vor dem Sommer entstanden und tragen noch nicht überall die heutige Handschrift. Genau deshalb liegt der Fokus auf nachhaltiger Entwicklung statt kurzfristiger Bewertung.

Werte, die zu Chemnitz passen

Die Grundlage der Nachwuchsarbeit sind Werte, die zum Verein, zur Stadt und zur Region passen. Aktuell wird die Trainings-, Ausbildungs- und Spielphilosophie stetig weiterentwickelt. Ziel ist ein grundlegendes Verständnis dafür, wofür der Nachwuchs stehen soll – getragen von Stadt, Region und Verein.

Die Rückmeldungen aus diesem Prozess sind eindeutig: Arbeiterstadt-Mentalität, Intensität, Zusammenhalt und familiäres Miteinander. Diese Werte sollen nicht auf Plakaten stehen, sondern den Alltag prägen – auf dem Platz, in der Kabine und im Umgang miteinander.

„Typisch CFC“ – sportlich und menschlich

Ein Spieler oder eine Spielerin, die den CFC-Nachwuchs durchlaufen hat, soll sportlich für Intensität, Einsatzbereitschaft und Mut stehen. Am Ball etwas können, Verantwortung übernehmen, Präsenz zeigen. Genauso wichtig ist der menschliche Bereich: bodenständig bleiben, wissen, wo man herkommt, Verantwortung für sich und andere übernehmen.

„Wir wollen Persönlichkeiten ausbilden“, betont Knechtel. Menschen, die belastbar sind, mit Anspruch und Druck umgehen können und bereit sind, für ihre Entwicklung zu arbeiten. Am Ende sollen gut ausgebildete Fußballerinnen und Fußballer entstehen – und verlässliche, verantwortungsbewusste Menschen, die den Verein und seine Werte nach außen tragen.

Eine Spielidee in der Entstehung

Die fußballerische Leitlinie wird aktuell seit der Neubesetzung der NLZ-Führungspositionen im vergangenen Sommer intensiv überarbeitet. In Umfragen und Gesprächen wurde gefragt, wie Fußball beim Chemnitzer FC aussehen soll. Die Antworten decken sich: Der Wunsch nach mutigem, aktivem Fußball ist eindeutig.

Wichtig ist dabei, dass Spieler selbst Entscheidungen treffen – nicht dauerhaft von außen gesteuert werden. Sie sollen Situationen erkennen, Lösungen finden und aus Fehlern lernen. Die Spielidee gibt den Rahmen vor; entscheidend bleibt die Trainingsqualität. Erfolge oder vergangene Stationen dürfen Anerkennung finden – ausschlaggebend ist jedoch, wie heute gearbeitet wird.

Entwicklung vor Ergebnis

In vielen Teams wurde es deutlich: Entwicklung steht vor Ergebnis. Dieser Grundsatz wird im NLZ strukturell verankert und Schritt für Schritt nach außen vertreten – auch wenn im Fußball oft zuerst auf Tabellen geschaut wird. Diese Diskussion führen nicht nur kleinere Vereine, sondern auch große Leistungszentren.

Das Ziel ist klar: Spieler ausbilden, die der ersten Mannschaft helfen können. Alles im Nachwuchs richtet sich daran aus, den nächsten Schritt möglich zu machen und den Verein sportlich zu stärken. Entscheidend ist, ob Spieler so reifen, dass sie oben ankommen – und genau das wünschen sich auch die Fans: eigene Jungs auf dem Platz, die für Verein, Stadt und Wappen alles geben.

Optimierung von Prozessen und Erschließen neuer Möglichkeiten

Ein zentraler Entwicklungsschwerpunkt liegt in Athletik, Gesundheit und Prävention. Dieser Bereich wurde in den vergangenen Monaten gezielt ausgebaut. Inzwischen erhalten alle Teams ein strukturiertes Athletik- und Präventionstraining, begleitet von qualifizierten Athletiktrainern. Ergänzend wurden die physiotherapeutischen Strukturen erweitert, um Belastungen besser zu steuern.

Darüber hinaus fließen neue Ansätze ein. Knechtel beschäftigt sich seit Jahren mit neurozentriertem Training. „Auch wenn diese Inhalte aktuell nur punktuell eingebracht werden können, sehe ich darin ein spannendes Feld, um perspektivisch entscheidende Prozentpunkte in der Entwicklung zu gewinnen“, so der 43-Jährige.

Auch im sportpsychologischen Bereich wurde mit Moritz Messer eine qualifizierte Lösung gefunden. Für das Jahr 2026 wurde er in das DFB-Trainerentwickler-Zertifikat aufgenommen und soll so auch die Coaches beraten und entwickeln können.

Professionalisierung mit Haltung

Das NLZ weiß um seine begrenzten finanziellen Möglichkeiten. Große Sprünge sind nicht das Ziel. Entscheidend ist, klar zu wissen, wofür man steht und wohin man will – und dann konsequent daran zu arbeiten. Man braucht nicht immer viel Geld, um gute Arbeit zu leisten. Überzeugung, Zusammenhalt und Wille sind entscheidend.

Leidenschaft, Vielfalt und Struktur

Die Campus-Inside-Serie hat gezeigt, wie vielfältig und zugleich verbindend Nachwuchsarbeit sein kann – von den jüngsten Jahrgängen bis zum Leistungsbereich. Dieser Abschluss macht deutlich: Das NLZ des Chemnitzer FC arbeitet an einem klaren Profil. Ruhig. Strukturiert. Mit Geduld.

„Unser Ziel ist es, unsere Nachwuchsspieler zu entwickeln und den Chemnitzer FC langfristig zu stärken“, fasst Knechtel zusammen. Es ist ein Weg, der Zeit braucht – aber getragen wird von Haltung, Überzeugung und täglicher Arbeit.

Damit endet Campus-Inside. Der Weg des NLZ geht weiter. Tag für Tag. Training für Training. Und immer mit dem Blick auf das große Ganze.