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18.11.2025 - 14.41 Uhr | Vereinsnachrichten

Campus-Inside: U13-Junioren – Technik, Tiefe, Teamgeist: Der nächste Schritt im Aufbaubereich

Mit Campus-Inside geht der Blick regelmäßig hinter die Kulissen des CFC-Campus – dorthin, wo junge Spieler ihren Weg vom Grundlagenbereich in Richtung Leistungsfußball gehen. Die U13-Junioren stehen genau an dieser Schnittstelle: Der Schritt aus dem Kleinfeldbereich wird im Laufe der Saison gegangen, die Anforderungen steigen, und das System, in dem gespielt und ausgebildet wird, ist besonders anspruchsvoll.

Ziele und Entwicklung im Aufbaubereich

Die U13 gehört noch klar zum Aufbaubereich des CFC. Im Vordergrund steht der nächste große Entwicklungssprung: Aus technisch gut ausgebildeten Spielern sollen Jugendliche werden, die Spielsituationen selbstständig lösen, Entscheidungen treffen und Verantwortung auf dem Platz übernehmen.

Die technische Basis ist in vielen Bereichen bereits vorhanden, wird aber weiter geschärft – vor allem im Eins-gegen-Eins, mit Ball am Fuß und unter Gegnerdruck. Hinzu kommt der Übergang von rein technischer Ausbildung hin zu Entscheidungs- und Handlungsschnelligkeit: Dribbeln, passen, abschließen, in die Tiefe starten, Räume anlaufen – und das alles jeweils im richtigen Moment.

Die Entwicklung wird nicht primär an Tabellenplätzen gemessen, sondern an der Spielweise. Wichtige Hinweise liefern ruhigere Ballaktionen, weniger einfache Ballverluste, mehr Mut in Offensivaktionen und ein wachsendes Verständnis für das gemeinsame Verteidigen.

Spielmodus, Regeln und Spielfeld

Die U13 spielt in einem speziellen Twin-Modus, der dem gesamten Kader viel Einsatzzeit ermöglicht. Jede Mannschaft wird zu einem Spieltag in zwei Teams geteilt. Beide Teams bestreiten jeweils ein Spiel gegen die zwei Teams des Gegners. Aus den Ergebnissen dieser Partien entsteht eine Art Halbzeiten-Wertung:

- Jedes Einzelspiel – unabhängig vom tatsächlichen Torergebnis – zählt als „1:0“ oder „1:1“.

- Aus allen Partien eines Spieltags ergibt sich ein Gesamtverhältnis, das in die Tabelle einfließt.

- Es sind maximal vier Punkte pro Spieltag möglich; bei durchgängigen Remis ist ein 4:4 die höchste Ausprägung, gewinnt eine Mannschaft jedes Spiel, geht es 4:0 aus.

Der Modus ist weniger tor-, sondern klar spielstandorientiert und sorgt dafür, dass Ergebnisse nicht „ausufern“, sondern alle Spiele in eine einheitliche Wertung überführt werden. Gleichzeitig ist geregelt, dass alle eingetragenen Spieler mindestens zwei Halbzeiten absolvieren müssen. Jede Halbzeit dauert 17,5 Minuten, sodass jede Spielerin bzw. jeder Spieler auf ausreichend Einsatzzeit kommt – unabhängig von Tagesform oder Ergebnis.

Gespielt wird im 1:6 (Torwart und sechs Feldspieler) auf einem verkürzten Spielfeld, kleiner als ein halbes Großfeld. Die genauen Maße können leicht variieren, bleiben aber im Rahmen der Regularien. Zusätzlich gibt es eine Abseitszone etwa zehn Meter vor dem Strafraum, also im letzten Drittel. Diese Kombination aus engem Feld und Abseitszone erschwert das einfache Überspielen des Mittelfelds mit langen Bällen und fördert eine spielerische Lösung über Kombinationsfußball.

In der Rückrunde verändert sich das System deutlich: Aus dem Twin-Modus auf Kleinfeld wird ein verkürztes Großfeld im 1:8, mit klassischem Ligabetrieb. Bei einem Kader von rund 20 Spielern können nicht mehr alle in jedem Spiel im Kader stehen, Spielzeit ist nicht mehr gleich verteilt. Die Rückrunde markiert damit den Einstieg in eine klarere Leistungsorientierung, ohne den Entwicklungsauftrag aus den Augen zu verlieren.

Schwerpunkte auf dem Platz

Im Mittelpunkt der Ausbildungsarbeit stehen mehrere Säulen:

- Technik und Eins-gegen-Eins: Dribblings in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, Tempowechsel, Finten und Richtungswechsel. Ziel ist, Gegenspieler zu überwinden, Überzahlsituationen zu schaffen und Mut im Angriffsdrittel zu entwickeln.

- Spielen und Gehen: Nach einem Pass soll Bewegung folgen – in freie Räume, in die Tiefe, in Anspielpositionen. Stehenbleiben nach einem Zuspiel wird Schritt für Schritt durch aktive Laufwege ersetzt.

- Schnelles Umschalten: Nach Ballgewinn soll möglichst zügig in die Tiefe gespielt werden, der erste sichere Ball idealerweise mit Offensivabsicht.

- Entscheidungstraining: In vielen Spielformen werden die Spieler bewusst in Situationen gebracht, in denen mehrere Optionen offenstehen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Erkennen des geeigneten Moments für Pass, Dribbling oder Abschluss.

Auch die Physis und Stabilität spielt eine Rolle: Durch regelmäßige Einheiten mit einem externen Boxtrainer wird an Körperspannung, Koordination, Standfestigkeit und Selbstbewusstsein gearbeitet. Gerade Spieler, die Zweikämpfen anfangs ausweichen, profitieren von solchen Elementen und treten mit wachsender Sicherheit auf.

Das Trainingspensum ist hoch und für den Altersbereich intensiv. Montag, Dienstag und Donnerstag gehören regelmäßig zu den kräftig belasteten Tagen, wobei vor allem der Dienstag als individueller „Hauptbelastungstag“ mit hoher Intensität ausgelegt ist. Kleine Hallen- oder Kunstrasenplätze werden konsequent für Spielformen genutzt, um möglichst viele Ballaktionen in kurzen Zeitfenstern zu ermöglichen.

Diese Inhalte vermitteln die Trainer*innen Tommy Taubert, Silvio Pocher und Michelle Felicia Lieschke. Die drei arbeiten eng mit der Mannschaft zusammen, strukturieren den Trainings- und Spielalltag und führen die Spieler schrittweise an das nächste Leistungsniveau heran.

Schwerpunkte neben dem Platz

Die U13 befindet sich in einer Phase, in der nicht nur sportliche, sondern auch persönliche Entwicklung stark an Fahrt gewinnt. Entsprechend wichtig sind soziale Werte und das tägliche Miteinander.

Im Zentrum stehen ein respektvolles, unterstützendes und lösungsorientiertes Miteinander – besonders in Momenten, in denen Ergebnisse ausbleiben oder individuelle Fehler passieren. Gleichzeitig sollen die Spieler Verantwortung und Eigenständigkeit entwickeln.

Ergänzt wird dies durch ein starkes Teamgefühl, das weit über den Fußballplatz hinausreicht: Gemeinsame Ausfahrten, Turniere mit Übernachtungen oder Aktivitäten wie ein Besuch im Tropical Island sowie Auslandsreisen, etwa nach Salzburg oder Polen, fördern den Zusammenhalt und stärken die Gruppe nachhaltig.

Eine besondere Rolle spielen der Kapitän Fabian Klömich und sein Co-Kapitän Willi Schmelz, die von der Mannschaft gewählt wurden. Sie tragen Verantwortung im Team, moderieren kleinere Konflikte und sind wichtige Ansprechpersonen innerhalb der Gruppe. Konflikte werden, wo möglich, intern gelöst – ein wichtiger Schritt in Richtung Eigenverantwortung und Reife.

Ausblick

Die U13 gilt als entscheidende Etappe auf dem Weg durch den CFC-Campus: Neue Spielmodi, veränderte Spielfeldgrößen, mehr Verantwortung und ein wachsender Leistungsanspruch formen die Spielerinnen und Spieler auf und neben dem Platz.

Campus-Inside begleitet diesen Weg weiter – Schritt für Schritt durch die Nachwuchsabteilung des Chemnitzer FC. Nach der U13 rücken in der nächsten und letzten Folge die U10 und die U11 in den Mittelpunkt. Wir schauen uns an, wie die kleinsten auf dem Campus beim CFC empfangen werden.