Campus-Inside: U14-Junioren – Fußball total mit Herz und Ballgefühl
Mit Campus-Inside werfen wir regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen des CFC-Campus – dorthin, wo Trainer, Spieler und Talente an Technik, Taktik und Teamgeist feilen. Heute widmen wir uns den U14-Junioren unter Cheftrainer Lukas Ruzicka – einem Fußballlehrer mit internationaler Erfahrung und klarer Philosophie: Fußball total nach Johan Cruyff, kombiniert mit dem Tiki-Taka à la Pep Guardiola.
Vom internationalen Trainer zum CFC-Ausbilder
Lukas Ruzicka, 44 Jahre alt, stammt aus Tschechien und besitzt die höchste UEFA-Pro-Lizenz. Nach Stationen in Tschechien, England, Kanada und auf den Philippinen kam er im Sommer 2025 zum Chemnitzer FC. Zuvor war er Ausbilder beim tschechischen Fußballverband (2016 – 2020) und Trainer in mehreren Leistungszentren. Unterstützt wird er beim CFC von Co-Trainer Benjamin Hujer, mit dem ihn eine gemeinsame Vorstellung von modernem, mutigem Fußball verbindet.
„Ich mag den spanischen Fußball – wir spielen Tiki-Taka“, sagt Ruzicka mit einem Lächeln. „Wir wollen in jedem Spiel dominant sein, den Ball kontrollieren, das Spiel diktieren.“ Diese offensive Denkweise spiegelt sich in jedem Training wider.
Fußball total – von Cruyff bis Guardiola
Ruzickas Ansatz wurzelt tief in der Idee von Johan Cruyffs „Fußball total“: Jeder Spieler muss in der Lage sein, jede Rolle auf dem Platz zu übernehmen – unabhängig von seiner Position. „Bei uns sind alle Spieler offensiv. Innenverteidiger, Außenverteidiger, Mittelfeldspieler – jeder greift an.“ Aufbau, Ballkontrolle und Positionswechsel sind die Basis, die den Jungs früh taktische Intelligenz vermitteln soll.
Die Weiterentwicklung des ganzen: Die Passdominanz von Pep Guardiola. Das Ziel ist es den Ball in Bewegung halten, Überzahlsituationen schaffen, freie Räume erkennen und den Gegner durch permanente Ballzirkulation kontrollieren. „Wir haben den Ball – dann greifen wir an. Wir haben den Ball nicht – dann greifen wir den Ball an“, beschreibt Ruzicka seine Idee.
Trainingskultur: Spielen, lernen, verstehen
Im Mittelpunkt des Trainings steht das Spiel selbst. Über 50 Prozent der Einheiten bestehen aus kleinen, mittleren oder großen Spielformen. Übungen gibt es kaum isoliert – jede Einheit soll den Jungs helfen, Spielsituationen zu verstehen und Entscheidungen zu treffen.
- Dienstag: Eins-gegen-eins und Zwei-gegen-zwei-Duelle – Mut, Technik, Entscheidungsfreude.
- Mittwoch: Kraft und Koordination in der Halle – Ruzicka schwört auf Animal Flow-Bewegungen für Stabilität, Körperbeherrschung und Verletzungsprävention.
- Donnerstag: Kleinspielformen, Pass- und Mittelfeldkombinationen, um das Spielverständnis zu fördern.
- Freitag: Großspielformen, Abschluss und Standards.
Gegneranalyse? Fehlanzeige. „Wir spielen unseren Fußball – egal ob gegen Aue oder Real Madrid“, betont Ruzicka. Für ihn zählt die eigene Entwicklung, nicht die Anpassung an andere.
Spieler, Team und Werte
Im U14-Team des CFC herrscht eine starke Teamkultur. Viele Entscheidungen trifft Ruzicka selbst – andere überlässt er bewusst seinen Spielern. „Ich will kein Diktator sein. Sie sollen mitdenken, mitentscheiden, Verantwortung übernehmen.“ Diese Verantwortung zeigt sich auch in der Kommunikation: Die Führungsspieler Damien Mehl, Nils Rimpler, Sam Künzel oder Yacine Raouafi führen das Team nicht nur mit Worten, sondern mit Leistung und Beispiel.
Respekt, Pünktlichkeit und stetige Weiterentwicklung sind Grundpfeiler der Mannschaft. „Respekt ist das Wichtigste – zum Gegner, zum Schiedsrichter, zu sich selbst“, sagt Ruzicka. Zudem lehrt er die Spieler, Ziele zu setzen – im Fußball und im Leben. „Wer ein Ziel hat, weiß, wofür er arbeitet. Das gilt auf dem Platz genauso wie außerhalb.“
Entwicklung mit Geduld
Ergebnisse spielen in der U14 – wie im gesamten NLZ – keine Hauptrolle, Entwicklung steht an erster Stelle. Ruzicka arbeitet langfristig – wie schon bei seinen Stationen zuvor. „Es dauert zehn, manchmal zwölf Jahre. Aber wenn du dranbleibst, funktioniert es.“
Seine Jungs sollen lernen, mit dem Ball zu denken, Lösungen zu finden und Verantwortung zu übernehmen – im Spiel wie im Leben. „Das ist Kinderfußball, kein Profifußball“, sagt er. „Aber die Jungs müssen verstehen, was Team heißt. Und das kann man nur auf dem Platz lernen.“
Ausblick
Mit seiner klaren Philosophie, seinem internationalen Erfahrungsschatz und seiner Begeisterung für modernen Kombinationsfußball bringt Lukas Ruzicka frischen Wind in die Nachwuchsarbeit des CFC. Sein Ziel ist dabei so einfach wie anspruchsvoll: Fußball verstehen, nicht nur spielen.
Und genau das spürt man bei jeder Einheit auf dem Platz – zwischen kurzen Pässen, schnellen Entscheidungen und dem Lächeln eines Trainers, der weiß, dass Entwicklung Zeit braucht.
Auch das Format Campus Inside entwickelt sich – und das nun langsam in Richtung Ende. Drei Teams stehen noch aus: Die U13-, die U12-, und die U10/U11-Junioren. Springen wir also als nächstes aufs Kleinfeld und blicken darauf, wie der ganz junge CFC-Nachwuchs weiterentwickelt werden soll. Worauf es dabei ankommt, erfahrt ihr in der nächsten Folge.



