Campus-Inside: U15-Juniorinnen – Zwischen Aufbau und Angriffspressing
Mit der Gründung der U15-Juniorinnen im Sommer 2025 hat der Chemnitzer FC eine wichtige Lücke in seiner Nachwuchsarbeit geschlossen. Die Altersklasse soll den Übergang von der U13 ins Großfeld und damit zur U17 erleichtern. Ein junges, hungriges Team, geführt von Cheftrainer Alexander Zehm, startet in die erste Saison – mit klaren Entwicklungszielen, aber auch dem Anspruch, konkurrenzfähig zu sein. Wir werfen in der neusten Folge Campus Inside einen genauen Blick auf das Team.
Vom Future-Team an die Seitenlinie
Trainer Alex Zehm ist in der Chemnitzer Fussball kein Unbekannter. Nach Stationen beim 1. FFC Chemnitz, eigenen Projekten im Individualtraining und einer Phase im Future-Team des CFC, übernahm er zunächst die U13, bevor er mit Teilen dieses Kaders nun die U15 formte. „Ich bin seit Sommer 2023 beim CFC, und es macht riesig Spaß, den Weg der Spielerinnen kontinuierlich zu begleiten“, erzählt er.
Gemeinsam mit Co-Trainer Max Fischer und Mannschaftsleiterin Anja Lewey betreut er die Mannschaft. „Wir wollen Freude am Fußball vermitteln, aber gleichzeitig eine klare Linie fahren, was Einsatz und Ehrgeiz angeht.“
Ein Trainer mit Philosophie
Zehm setzt auf aktives, aggressives Spiel. „Wir wollen mutig sein, ein Angriffspressing aufziehen und den Gegner früh stören. Ballbesitz soll nicht nur Verwaltung sein, sondern schnellstmöglich Chancen kreieren.“ Dabei legt er Wert auf Variabilität: Positionen werden rotiert, Spielerinnen lernen, offensiv wie defensiv Verantwortung zu übernehmen.
Technische Elemente – Dribblings, beidfüßiges Spiel, Passschärfe – stehen genauso auf dem Plan wie taktische Abläufe. Ziel ist es, dass die Mädchen flexibel reagieren können, egal in welcher Formation sie später spielen und gleichzeitig auf die U17 vorbereitet werden.
Regelwerk: Das Spielfeld der U15
Ein besonderer Schritt für die Spielerinnen ist der Wechsel vom Kleinfeld zum fast vollständigen Großfeld. Gespielt wird nun von Strafraum zu Strafraum, auf große Tore – und in der Besetzung 1 Torhüterin + 8 Feldspielerinnen. Damit lernen die Talente, Räume besser einzuschätzen, defensiv kompakter zu agieren und offensive Überzahlsituationen clever auszuspielen.
„Das Umstellen auf 1:8 ist ein wichtiger Meilenstein. Es fordert unsere Torhüterinnen mehr, aber auch die Abwehr muss lernen, clever zu verschieben“, erklärt der Coach.
Trainingssteuerung zwischen Belastung und Entwicklung
Die U15 trainiert zweimal pro Woche – dienstags und mittwochs, parallel zur U17. Während der Dienstag eher technische Schwerpunkte bietet, dient der Mittwoch als Hauptbelastungstag.
Viele Spielerinnen sind zusätzlich mit Zweitspielrechten unterwegs, was eine präzise Steuerung der Belastung erfordert und ihnen Zweikampfhärte im Wettbewerb mit den meist körperlich überlegenen Jungs ermöglicht. Dadurch wird die Lösungsfindung über andere Wege gefördet.
„Wir wollen die Mädchen nicht überlasten, sondern sie gezielt fordern. Kommunikation mit Eltern und Vereinen ist da enorm wichtig“, betont Zehm.
Kapitänin mit bekanntem Namen
Angeführt wird die U15 von Charlene Bochmann, die erst in dieser Sommerpause vom FC Erzgebirge Aue zum Chemnitzer FC gewechselt ist. Schon nach wenigen Trainingseinheiten überzeugte sie durch Einsatzbereitschaft, Führungsstärke und ihren Willen, immer 100 Prozent zu geben – so sehr, dass sie direkt zur Kapitänin ernannt wurde.
Besonders macht ihre Rolle auch der familiäre Bezug: Sie ist die kleine Schwester von Julius Bochmann, Innenverteidiger und Stammkraft der ersten Männermannschaft des Chemnitzer FC in der Regionalliga Nordost. Fußball liegt ihr im Blut – und beim CFC schreibt sie nun ihre eigene Geschichte.
Stellvertreterinnen, die Verantwortung teilen
Unterstützt wird Charlene von Leni Bartel und Sophie Seidel, die als Stellvertreterinnen Verantwortung tragen. Beide bringen wichtige Eigenschaften mit ins Führungstrio: Leni, die nach einem Zweitspielrecht nun komplett zum CFC gewechselt ist, gilt als zuverlässige Organisatorin auf dem Feld. Sophie, die parallel bei Lok Chemnitz aktiv ist, bringt zusätzliche Erfahrung und eine Portion Abgeklärtheit mit. Gemeinsam ergänzen sie ihre Kapitänin perfekt und sorgen dafür, dass innerhalb des Teams klare Strukturen und gegenseitige Unterstützung spürbar sind.
Werte und Kommunikation
Neben den sportlichen Zielen steht die Persönlichkeitsentwicklung im Fokus. Respekt, Hilfsbereitschaft und Teamgeist sind Grundwerte, die Zehm und sein Team vermitteln. Einzelgespräche mit Spielerinnen gehören ebenso zum Alltag wie Feedbackrunden mit Eltern.
„Wir wollen, dass die Mädchen nicht nur technisch, sondern auch charakterlich wachsen. Fußball ist Teamsport – auf und neben dem Platz“, so der Trainer.
Ziele für die Saison
Sportlich peilt die U15 einen Platz im vorderen Mittelfeld an – Top 5 ist das erklärte Ziel. Doch wichtiger ist die langfristige Entwicklung. Der Kader ist jung, talentiert und breit aufgestellt. Im Vergleich zu den anderen Teams in der Liga ist das Team noch sehr jung.
„Am Ende wollen wir eine mutige, spielfreudige Mannschaft sehen, die sich nicht versteckt, sondern selbstbewusst auftritt“, fasst Zehm zusammen.
Und wir sehen hier als nächstes die U13-Juniorinnen bei Campus-Inside. Wir wollen mit einem Blick auf die jüngsten Spielerinnen bei uns den Frauenbereich abschließen und schauen uns an, welche Grundlagen beim CFC gelegt werden.



