Campus-Inside: U23-Frauen – Talentschmiede mit Erfolgsrezept
Im Rahmen unserer Serie "Campus-Inside" blicken wir auf alle Teams des CFC-Campus – von den jüngsten Nachwuchskickern bis zur Frauenmannschaft. Heute richten wir den Fokus auf ein Team, das in seiner noch jungen Geschichte bereits für Aufsehen gesorgt hat: die U23-Frauen des Chemnitzer FC.
Cheftrainer Marek Schulze geht in seine zweite Saison mit der U23. Nach zwei Jahren als Coach der U17 übernahm er im Sommer 2024 die neu geschaffene zweite Frauenmannschaft – eine Entscheidung, die sich schnell als goldrichtig erwies.
Ungeschlagen durch die Premierensaison
Aus der ehemaligen U17 geformt, startete die Mannschaft in der Frauen-Landesklasse Süd/West – und marschierte ohne Punktverlust durch die Liga! Eine beeindruckende Leistung, vor allem, weil ein Großteil des Teams aus Teenagern besteht und gegen erfahrene Frauen spielte. "Wir mussten erst das Niveau einschätzen, aber die Mädels haben das überragend gemacht", so der 44-jährige Cheftrainer.
Auch wenn in der Liga große Leistungsunterschiede herrschen, zeigte die U23 in nahezu jedem Spiel, wie attraktiv und temporeich Frauenfußball beim CFC ist.
Der verpasste Aufstieg – Erfolg mit bitterem Beigeschmack
So perfekt die vergangene Saison sportlich auch verlief, der ganz große Lohn blieb am Ende verwehrt – nicht wegen mangelnder Leistung, sondern aufgrund der Regularien: Die U23 darf nicht in derselben Spielklasse spielen wie die Frauenmannschaft des CFC. Damit war der Aufstieg in die Landesliga, den man sich sportlich souverän erarbeitet hatte, trotz 100-Prozent-Bilanz unmöglich. "Natürlich war die Enttäuschung riesig – nicht nur bei mir, sondern bei allen Spielerinnen. Wir hätten uns das höhere Niveau absolut zugetraut", sagt Schulze. "Aber solche Dinge gehören zum Fußball. Wir nehmen diese Erfahrung mit und richten den Blick nach vorn."
Ausbildung vor Ergebnis
Trotz des sportlichen Erfolgs steht für Schulze der Ausbildungsauftrag im Vordergrund. Die U23 ist das direkte Sprungbrett in die erste Mannschaft – und soll den Übergang vom Juniorinnen- in den Frauenbereich erleichtern. "Im Mädchenfußball gibt es keine A-Jugend. Bei uns haben die Talente Zeit, sich körperlich und technisch auf das höhere Tempo vorzubereiten. Deshalb ist es mir auch wichtig, dass wir als U-Mannschaft gesehen werden."
Trainiert wird dreimal pro Woche, der Hauptbelastungstag liegt am Donnerstag. In jeder Einheit steht der Ball im Mittelpunkt – mit Fokus auf Kombinationsspiel, Ballkontrolle unter Gegnerdruck und ein sauberes Kurzpassspiel. "Wir wollen schönen, schnellen Fußball spielen und die Gegner bespielen – das ist unsere Philosophie. Die Mädels können schon viel, nun gilt es das auch unter Gegnerdruck und im hohen Tempo zu beweisen."
Veränderungen im Kader
Vor der neuen Saison gab es Bewegung im Team: Torhüterin Charlotte Veit wechselte studienbedingt zu Dynamo Dresden, Ex-Vize-Kapitänin Lea Wunderlich schaffte den Sprung in die Frauenmannschaft und Laura Ortmann fällt mit einer komplizierten Knieverletzung die gesamte Saison aus. An dieser Stelle gute Besserung vom gesamten Chemnitzer FC, Laura!
Im Gegenzug rücken drei vielversprechende Talente aus der U17 hoch, die in der U23 behutsam aufgebaut werden sollen.
Kapitänin der Mannschaft bleibt weiterhin Celine Klemm. "Eine neue Stellvertreterin werden wir in den kommenden Wochen bestimmen. Da werden wir darauf achten, wer sich nun herauskristallisiert."
Werte, die verbinden und ein Trainer mit klarer Philosophie
Neben Technik und Taktik legt das Trainerteam großen Wert auf Disziplin, Pünktlichkeit und Respekt – Eigenschaften, die nicht nur auf dem Platz zählen. "Wir tragen das CFC-Wappen auf der Brust – Himmelblau verpflichtet“, betont der Coach „Unsere Werte ziehen sich ja nicht nur durch unser Team oder den Frauen- und Juniorinnenbereich. Dieser Kompass wird im gesamten Club vorgelebt."
Auch der Anspruch des Trainers ist klar und ambitioniert: "Ich will, dass jede Spielerin, die bei uns aufläuft, mit einem klaren Plan auf den Platz geht – und mit dem Gefühl runtergeht, etwas gelernt zu haben", erklärt Schulze. "Wir wollen das Spiel gestalten, nicht nur auf den Gegner reagieren. Für mich ist es entscheidend, dass wir nicht nur schöne Tore schießen, sondern dass die Spielerinnen verstehen, warum wir etwas tun. Wer diese Prinzipien verinnerlicht, hat später alle Möglichkeiten – ob bei den CFC-Frauen, in anderen Vereinen oder sogar in höheren Ligen."
Zusammenarbeit als Schlüssel
Der Erfolg der U23 basiert nicht nur auf der Arbeit im eigenen Team, sondern auch auf der engen Verzahnung mit dem gesamten Frauen- und Mädchenbereich am CFC-Campus. Das Trainerteam der Frauenmannschaft und der U23 stimmen sich regelmäßig ab. Neben Cheftrainer Marek Schulze ist seit Sommer auch Co-Trainer Mario König Teil der Gruppe.
Oft finden die Trainingseinheiten zeitgleich mit denen der Frauenmannschaft auf benachbarten Plätzen statt. So können Talente schnell hochgezogen oder kurzfristig getestet werden. Auch mit der U17, aus der jährlich neue Spielerinnen nachrücken, gibt es einen intensiven Austausch. "Wir sind zwar in den letzten Jahren gewachsen, aber immer noch eine kleine Abteilung – das ist unser Vorteil. Wege sind kurz, Entscheidungen fallen schnell, und jeder kennt die Spielerinnen persönlich. Das ist Gold wert."
Blick nach vorn
Auch wenn der verpasste Aufstieg in die Landesliga sportlich ein Rückschlag war, richtet sich der Blick nach vorn. "Unser Ziel ist, jedes Spiel zu gewinnen und unsere Spielerinnen weiterzuentwickeln."
Für die CFC-Fans heißt das: attraktiver, schneller Fußball mit System – und jede Menge Talente, die in den kommenden Jahren den Sprung in die Frauen-Regionalliga schaffen können. „Wir freuen uns über jede einzelne Chemnitzerin und jeden Chemnitzer, der dieser jungen und talentierten Mannschaft in der kommenden Saison eine Chance gibt und sich eines unserer Spiele anschaut“, so der Schlussappell des Übungsleiters.
Ligastart ist dann am Sonntag, dem 31. August, ab 14 Uhr auf dem Neubauernweg gegen den ESV Eintracht Thum-Herold — Absteiger aus der Landesklasse und direkt zum Start eine der größten Challenges der Spielzeit. Bereits eine Woche vorher steht ein Duell im Landespokal an, an dem auch Zweitmannschaften teilnehmen dürfen.
Und hier geht es in der kommenden Woche weiter mit den U17-Juniorinnen. Wir blicken genau auf das Team von Cheftrainer Jama Kakar und die Ziele für die kommende Landesliga-Saison. Also seid gespannt und bis zur nächsten Ausgabe Campus-Inside.



