CFC beim Ligaprimus an der Ostsee
Am Samstagnachmittag ab 13 Uhr spielen die Himmelblauen beim Greifswalder FC im Volksstadion. Dort treffen die beiden aktuell formstärksten Teams aufeinander. Die Greifswalder konnten zuletzt dreizehn Punkte aus fünf Spielen holen, während der CFC seine Siegesserie auf vier ausbauen möchte.
Gegner: Radikaler Kaderumbruch im Sommer
Die Greifswalder spielen aktuell ihre zweite Regionalligasaison und geht es nach den Verantwortlichen des GFC, wird es auch die letzte bleiben. Das Team von der Ostsee hat aktuell den Platz an der Sonne inne und will diesen auch bis zum Saisonende nicht mehr hergeben. Seit dem 6. Spieltag stehen die Greifswalder mindestens auf Platz zwei, die meiste Zeit hatten sie aber die Tabellenführung inne und das nach einem 14. Platz in der Vorsaison.
Der Aufschwung kommt allerdings nicht von ungefähr und war so wohl auch geplant. Der Unternehmer Jonas Holtz stieg als Investor beim GFC ein, so hatte der Verein im Sommer sehr viel Spielraum, um den Kader umzubauen. Ganze 17 Neuzugänge hatte Trainer Lars Fuchs zu Saisonbeginn zu integrieren. Darunter viel Erfahrung aus der Regionalliga. Zu den bekanntesten Transfers zählen wohl Jakub Jakubov (vom Chemnitzer FC), Mike Eglseder (von Lok Leipzig) und Manassé Eshele, die der aktuelle Liga-Primus allesamt von direkten Konkurrenten holen konnte. Im Gegenzug verließen aber auch zwanzig Spieler den Verein.
Mittlerweile stellt Greifswald den zweitgrößten Kader der Regionalliga Nordost und den drittteuersten (nach Hertha II und Energie Cottbus) mit einem durchschnittlichen Marktwert von 95.000 Euro pro Spieler laut Marktführer Transfermarkt. Der Schlüssel zum aktuellen Erfolg ist dabei die Konstanz, die noch beeindruckender ist, bedenkt man, dass neu zusammengestellte Teams für gewöhnlich eine Weile brauchen, um sich zu finden. Die Laufwege und das Verständnis untereinander auf dem Platz müssen sich für gewöhnlich erst entwickeln. Trotz der vielen Wechsel in der Sommerpause schaffte es Fuchs, sein Team zu elf Siegen und sieben Unentschieden und achtzehn Partien zu führen. Die Greifswalder sind in dieser Saison noch ungeschlagen.
Taktik: Wenig Angriffsfläche beim ungeschlagenen Spitzenreiter
Fuchs lässt seine Jungs häufig in einem 4-3-3 auflaufen, wobei vor allem die vordere Dreierreihe positionstechnisch praktisch Narrenfreiheit hat. Es ist egal, ob neben Torjäger Soufiane Benyamina der Routinier Guido Kocer, Neuzugang Johannes Manske oder Ex-Chemiker Manassé Eshele auflaufen, alle dürfen die gesamte Breite des Spielfeldes nutzen.
Gerade diese vier interpretieren die Rolle auf dem Flügel sehr invers aufgrund ihres Zuges zum Tor. Dazu kommt: Alle sind stark in der Luft. Da die Flügelspieler vermehrt ins Zentrum ziehen, wird auf den Außenbahnen viel Platz, den der ballnahe Außenverteidiger nutzen kann, um die Linie lang zu marschieren und Flanken zu schlagen. 5,6 erfolgreiche Flanken pro Partie bedeuten Platz vier in der Liga. Der ballferne Außenverteidiger bleibt etwas zurück, um einen möglichen Konter abzusichern.
Vor dem Tor braucht der Tabellenführer dann nicht viel, um erfolgreich zu sein. Im Schnitt 6,4 Schüsse müssen die Mannen von der Ostsee abgeben, um ein Tor zu erzielen - Ligabestwert. Dann ist auch wenig verwunderlich, dass die Greifswalder mit 37 Treffern (2,1 pro Spiel) auch hier an der Spitze stehen. Aus dem Mittelfeld wird gut nachgeschoben in der Offensivaktion und auch hier gibt es viel Freiraum für die Spieler. In 5,3 erfolgreichen Eins-gegen-eins-Duellen pro Spiel (3. Platz) werden, unterstützt durch kluge Stürmerlaufwege, immer wieder Räume eröffnet, die dann bespielt werden (9,4 Schlüsselpässe pro Spiel, 4. Platz).
So zeigt sich die hohe individuelle Qualität des Kaders, die Fuchs in ein funktionierendes Gefüge verpacken konnte. Da der GFC selten dem Gegner den Ball überlässt, muss defensiv die Konterabsicherung funktionieren - und die steht. Nur 0,7 Gegentore pro Spiel lässt die Greifswalder Defensive zu und auch hier handelt es sich um den Ligabestwert. Mit Jakub Jakubov bekamen die Greifswalder auch einen Keeper, dessen Qualitäten in Chemnitz hinlänglich bekannt sind und auch er liefert mit acht weißen Westen in dieser Spielzeit einen Bestwert.
Voraussichtliche Aufstellung Greifswalder FC: Jakubov - Coskun, Schmedemann, Eglseder, Farr - Deadlow, Sanin, Wulff - Kocer, Benyamina, Kratzer (C) (4-3-3)
Die letzten 5 Partien
Regionalliga Nordost | 19. Spieltag | Greifswalder FC - FC Carl Zeiss Jena 3:0 (1:0)
Regionalliga Nordost | 18. Spieltag | FC Eilenburg - Greifswalder FC 0:2 (0:1)
Regionalliga Nordost | 17. Spieltag | ZFC Meuselwitz - Greifswalder FC 1:2 (0:1)
Regionalliga Nordost | 15. Spieltag | FSV Zwickau - Greifswalder FC 2:2 (0:1)
Landespokal Mecklenburg-Vorpommern | Achtelfinale | SV Warnemünde - Greifswalder FC 1:3 (1:2)
Bilanz: Ausgeglichene junge Historie
Trotz des Chemnitzer Laufs von drei Siegen in Folge scheinen die Vorzeichen klar verteilt im Duell mit dem ungeschlagenen Tabellenführer. Die Bilanz ist allerdings sehr ausgeglichen, auch wenn die "sample size" sehr gering ist. Bisher gab es nur drei Duelle zwischen den beiden Teams; alle drei in den letzten eineinhalb Jahren und alle in der Regionalliga Nordost.
Im ersten Duell trennten sich die Teams torlos an der Ostsee, bevor der CFC die Greifswalder in der Rückrunde 2022/23 mit 2:0 im Stadion - An der Gellertstraße schlagen konnte. In der Hinrunde der aktuellen Saison entführten die Greifswalder drei Punkte aus Chemnitz trotz himmelblauer Bozic-Elfmeter-Führung (1:2).
Schiedsrichter: Phillipp Vierock aus Berlin
Der 32-Jährige kann auf einen für sein Alter beachtlichen Erfahrungsschatz von 116 Regionalligapartien zurückblicken, in denen er vier Gelbe Karten pro Spiel und insgesamt 26 Platzverweise verteilte. In dieser Saison war er bisher in acht Spielen der Regionalliga Nordost im Einsatz, in denen er knapp über fünf Gelbe Karten pro Partie zeigte und vier Platzverweise. Darunter die Chemnitzer Niederlage in Leipzig bei der BSG Chemie (1:0). Unterstützt wird Vierrock am Samstagnachmittag von Leander Dietz (26) und Tom Channir (28) an der Seitenlinie.
Tickets: Online und vor Ort
Tickets für die Partie zwischen dem Greifswalder FC und dem Chemnitzer FC können im Online-Ticketshop des GFC gekauft werden. Die Eintrittspreise betragen für Vollzahler 12,00 Euro sowie Ermäßigte (Rentner, Studenten, Schüler und Schwerbehinderte) 10,00 Euro an der Tageskasse. Die Tageskasse an der Wolgaster Str. öffnet am Samstag dann um 11.30 Uhr.
Alle Infos dazu gibt's in unseren Faninformationen!
Übertragung
Die Partie wird weder im TV noch im Livestream übertragen. Dafür ist das himmelblaue Medienteam für euch unterwegs und berichtet live vom Geschehen auf dem Platz. Ihr könnt die Partie auch im Liveticker auf unserer Website oder auf Twitter verfolgen.



