Neue Gesichter, altbekannte Gesichter und Lausitzer Dominanz: CFC empfängt Energie
Am Samstagnachmittag um 14 Uhr empfangen die Himmelblauen das nächste Spitzenteam der Regionalliga Nordost. In Greifswald konnten die Chemnitzer bereits eines der Top-Teams ärgern (0:0). Nun sollen die Gäste aus Cottbus zu Straucheln gebracht werden. Außerdem steht für den CFC eine Serie von vier Spielen ohne Niederlage und ohne Gegentor auf dem Spiel.
Gegner: Viel Bewegung bei Aufstiegsaspirant
Beim FC Energie Cottbus war im Winter ordentlich Bewegung im Kader. Um etwas Platz zu schaffen, mussten sich Alexander Prokopenko (Carl Zeiss Jena) und Timo Bornemann (FC Wegberg-Beeck, Regionalliga West) verabschieden. Dafür holten die Lausitzer Jan Shcherbakovski per Leihe von Dynamo Dresden und Niko Bretschneider vom FK Auda, dem Dritten der Vorsaison der ersten lettischen Liga. Filip Kusic und Yannik Möker holte der FCE aus der Vereinslosigkeit, beide spielen bisher allerdings kaum eine Rolle. Die Liste wird vervollständigt von zwei prominenten Regionalliga-Namen: Mit Maximilian Krauß kam einer der besten Flügelspieler der Regionalliga Nordost aus Jena. Außerdem holten die Cottbusser Maximilian Pronichev nach dessen unglücklicher Station in Erfurt zurück ins Stadion der Freundschaft.
Trotz vieler neuer Spieler missglückte der Start in die Rückrunde. Zum Auftakt setzte es ein Remis gegen den FSV Luckenwalde (1:1) und eine Niederlage bei Rot-Weiß Erfurt (2:0). Schon die letzten beiden Spiele vor der Winterpause konnte die Mannschaft von Kult-Trainer Claus-Dieter Wollitz nicht gewinnen (2:2 gegen Lok Leipzig, 0:1 gegen BFC Dynamo). Zuletzt folgten aber zwei Siege gegen Hansa Rostock II (3:1) und beim Spektakel gegen Viktoria Berlin (4:3). Noch in Minute neunzig lagen die Brandenburger gegen Viktoria mit 2:3 zurück, drehten die Partie aber in der Nachspielzeit. Damit Spiele zu drehen kennen sich die Lausitzer aus. Sie liegen in der Tabelle nach geholten Punkten nach Rückständen auf Platz 1 mit vierzehn Punkten. Das liegt auch daran, dass die Cottbusser mit zehn Rückständen am häufigsten aller Top-fünf-Teams der Liga zurücklagen. In der Meisterschaft liegen die Cottbusser deshalb auch nur auf Platz 3 mit sechs Punkten Rückstand auf Tabellenführer Greifswald.
Ziel des FCE ist der Aufstieg. Der Vorjahresmeister hat nicht umsonst noch einmal in der Winterpause nachgelegt. Mit einem Marktwert von 116 Tausend Euro pro Spieler stellen die Cottbusser den zweitteuersten Kader der Liga nach Hertha II, die von der ersten Vertretung profitieren. Zum Vergleich: Tabellenführer Greifswald stellt den drittteuersten Kader mit einem durchschnittlichen Marktwert von 95 tausend Euro pro Spieler.
Taktik: Der spannendste Fußball der Liga
Die spielstarken Cottbusser haben aktuell große Verletzungssorgen. Auf acht Spieler müssen die Lausitzer verzichten. Mit Tim Campulka und Paul Milde befinden sich darunter auch zwei Ex-Chemnitzer. Gerade Campulka ist dabei enorm wichtig für den Cottbusser Aufbau im flexiblen 4-1-4-1. Campulka (94,1 % Passquote) und Hildebrandt (89,0 % Passquote) sind die zentralen Aufbauspieler des FCE. Zu Beginn der Aufbauphase werden sie von den Außenverteidigern unterstützt (meist Dennis Slamar und Niko Bretschneider). Diese bewegen sich nach einer Weile jedoch in die Räume der zentralen Mittelfeldspieler, um auf Außen Platz für die Flügelspieler zu schaffen, die sich tief fallen lassen, um die gegnerische Zuordnung durcheinanderzubringen.
So bleiben die Lausitzer im Aufbau immer in Bewegung und schaffen ständig neue Anspielstationen für die sehr sicheren Aufbauspieler, die immer wieder per Pralle anspielbereit sind, ergibt sich kein Raum zum Aufdrehen für einen der Mittelfeldspieler. Den Platz für die Außenverteidiger, um ins Zentrum zu ziehen, schaffen die Achter, die sich fast auf Höhe des Stürmers schieben. Aber auch da ist die Wollitz-Elf flexibel, sodass auch die Außenverteidiger in Teilen neben Stürmer Heike auftauchen. Das zeigt auch folgende Statistik: Slamar (RV) spielt mit 194 erfolgreichen Pässen im Offensivdrittel die zweitmeisten der aktuellen Saison nach Tocay Cigerci (VSG Altglienicke).
Ist dann Platz geschaffen, können gerade Maximilian Krauß und Phil Halbauer ihre Eins-gegen-Eins-Qualitäten ausspielen und mit Tim Heike im Zentrum einen der besten und vielseitigsten Stürmer der Regionalliga Nordost finden. Mit dreizehn Treffern steht er aktuelle auf dem geteilten ersten Rang der Torjägerliste, gemeinsam mit Rufat Dadashov (BFC Dynamo). Diese Spielweise erfordert viel Dominanz und die liefert Energie. Mit 9595 Pässen spielen sie die meisten der Liga bei einer Passquote von 84,1 % (2. Platz). Dazu kommen 1333 erfolgreiche Pässe im Offensivdrittel (1. Platz) und 110 erfolgreiche Flanken (3. Platz). Bringt der Vorjahresmeister seine Qualität auf den Platz, kann kaum ein Regionalliga-Team diese Maschine aufhalten, doch die letzten Ergebnisse geben Grund zur Hoffnung für den CFC, denn da gelang es nicht immer genau diese hohe Qualität auf den Platz zu bringen. Gerade gegen konterstarke und körperliche Teams taten sich die Brandenburger schwer.
Defensiv lässt Wollitz in einem 3-4-3 pressen, allerdings nicht zu hoch. Es handelt sich um ein Mittelfeldpressing (auf den Bereich um die Mittellinie beschränktes Pressing). Besonders markant: Anders als viele andere Teams, die eine Dreier- /Fünferkette spielen (u.a. der CFC), ziehen sich die Cottbusser gegen den Ball nicht in eine Fünferkette zurück, sondern versuchen die letzte Reihe mit drei Spielern zu halten und so im Falle eines hohen Ballgewinns mit vielen Spielern schnell umschalten zu können.
Voraussichtliche Aufstellung FC Energie Cottbus: Sebald - Bretschneider, Hildebrandt (C), Slamar, Pelivan - Putze - Halbauer, Krauß, Osterhellweg, Nualu - Heike (4-1-4-1)
Die letzten 5 Partien
Regionalliga Nordost | 18. Spieltag | FC Energie Cottbus – FC Viktoria 1889 Berlin 4:3 (1:2)
Regionalliga Nordost | 20. Spieltag | FC Energie Cottbus – F.C. Hansa Rostock II 3:1 (0:1)
Regionalliga Nordost | 19. Spieltag | FC Rot-Weiß Erfurt – FC Energie Cottbus 2:0 (1:0)
Regionalliga Nordost | 16. Spieltag | FSV Luckenwalde 63 – FC Energie Cottbus 1:1 (0:1)
Regionalliga Nordost | 15. Spieltag | FC Energie Cottbus – BFC Dynamo 0:1 (0:0)
Personal: Erneute Grippewelle
Neben den bekannten Langzeitverletzten werden am Samstag einige Spieler erkältungsbedingt aussetzen müssen. Dejan Bozic, Leon Damer, Tobias Müller, Niclas Erlbeck und Clemens Boldt werden gegen Energie Cottbus fehlen.
Bilanz: Kurze Historie im Traditionsduell
Die Historie zwischen den beiden Teams ist kürzer als man denkt. Das liegt vor allem daran, dass der FC Karl-Marx-Stadt als DDR-Oberliga-Dauermitglied selten auf die Lausitzer traf, die sich größtenteils in Liga 2 aufhielten. Nur sechs Saisons verbrachte Energie im Oberhaus der DDR. So kam es vor der Wende gerade einmal zu zwölf Aufeinandertreffen, in denen sich die Sachsen nur einmal geschlagen geben mussten. Fünfmal siegte der CFC, sechsmal trennten sich die Teams unentschieden.
Ein großer Teil der Spiele stammt aus der jüngeren Historie seit dem Cottbusser Zweitliga-Abstieg 2014. Zuvor spielten die Brandenburger 17 Spielzeiten mindestens in der 2. Bundesliga und konnten sogar sechs Saisons im deutschen Oberhaus verbringen. Seit 2015 verlaufen die Entwicklungen der beiden Clubs annähernd parallel und in den letzten Jahren entwickelte sich die Begegnung zu einem der zuschauerstärksten Spiele der Regionalliga Nordost.
Die Chemnitzer liegen in der Gesamtbilanz (28 Spiele) knapp vorn mit elf Erfolgen. Energie durfte die drei Punkte acht Mal behalten, neunmal trennte man sich Remis. Zuletzt gingen die Duelle immer an die Lausitzer, die drei Siege in Folge bei 8:1 Toren verzeichnen können.
Schiedsrichter: Patrick Kluge aus Zeitz
Der 39-Jährige kann bereits auf einen Erfahrungsschatz von 113 Regionalligapartien zurückblicken, in denen 4,5 Gelbe Karten pro Spiel und insgesamt zwanzig Platzverweise verteilte. In dieser Saison war er bisher in sechs Spielen der Regionalliga Nordost im Einsatz, in denen er sieben Gelbe Karten pro Partie zeigte. Der letzte Einsatz mit himmelblauer Beteiligung Kluges liegt nicht weit zurück. Kluge leitete die Geschicke bereits beim Rückrundenauftakt gegen Hansa II auf dem Rasen. Zuvor pfiff er bereits das 2:7 in Erfurt im Dezember letzten Jahres und die 1:2-Heimniederlage gegen den FSV Luckenwalde im November. Unterstützt wird er am Samstagnachmittag von den jungen Assistenten Lukas Pilz (21) und Albert Lehmann (23) an der Seitenlinie.
Tickets: Online und im Stadion – An der Gellertstraße
Tickets sind online, im CFC-Fanshop und an den Tageskassen zu erwerben. Bei dem Spiel handelt es sich um ein Spiel der Kategorie A (siehe Ticketpreise). Der Tageskassenzuschlag beläuft sich auf 2,00 €. Wir bitten deshalb alle Besucher, den Kauf der Tickets im Vorverkauf über unseren Online-Ticketshop wahrzunehmen. Alle Infos dazu gibt es hier!
Übertragung: Im MDR-Stream, im Stadion und im CFC-Liveticker
Natürlich könnt ihr die Himmelblauen vor Ort im Stadion – An der Gellertstraße anfeuern und dazu beitragen, dass wir G-E-M-E-I-N-S-A-M den fünften Heimerfolg in Serie angreifen. Das Ziel, ist die Marke von 6.000 Zuschauern zu knacken. Der MDR übertragt unser Heimspiel gegen Energie Cottbus aber auch live im Stream ab 14 Uhr (hier geht’s zum Stream). Außerdem ist das himmelblaue Medienteam für euch unterwegs und berichtet live vom Geschehen auf dem Platz. Ihr könnt die Partie auch im Liveticker auf unserer Website oder auf Twitter verfolgen.



