CFC gewinnt Schneeschlacht in Chemnitz
Der CFC holt drei wichtige Punkte im Heimspiel gegen Viktoria Berlin im Stadion - An der Gellertstraße. Nach drei Elfmeterpfiffen und viel Schnee stehen die Himmelblauen mit einem wichtigen Sieg da, nachdem am Vorabend viele direkte Konkurrenten unerwartet punkteten.
Beide Teams fanden gerade zu Beginn über Zweikämpfe in die Partie auf dem zugeschneiten Rasen und verfingen sich immer wieder in kleinen Fouls. Schon in der Anfangsphase war abzusehen, welchen Einfluss der Schnee auf das Spielgeschehen haben sollte. Die Spieler rutschten häufig weg, wenn sie aus dem Sprint abstoppten und lange Bälle gestalteten sich durchaus schwierig, da nicht nur der Ball getroffen wurde, sondern auch viel Schnee. Die Teams brauchten Zeit, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen. Das erste Highlight produzierte dann Felix Müller, als Shean Mensah Tempo auf der linken Seite aufnahm und Müller die Schneesense auspackte, um Mensah fair abzugrätschen (23.). Kurze Zeit später bekam Inaler zu viel Platz im Zentrum und wieder war Felix Müller per Grätsche zur Stelle, um den Torschuss aus 16 Metern zu verhindern (25.). Das nächste Mal gefährlich wurden die Gäste, als Damelang nach abgefälschtem Steckpass frei vor Stanley Birke auftauchte, der allerdings überragend mit dem Fuß reagierte und das 0:0 bewahrte. Danach kam es zu einer Spielunterbrechung, da die Spielfeldbegrenzungen erneut vom Schnee befreit werden mussten.
Auch aus dieser Unterbrechung heraus kamen die Berliner besser und hatten direkt die nächste Chance durch Mensah, der nach einer Bogenlampe, die vor seinen Füßen landete, flach aufs lange Eck zielte. Doch es war kein Vorbeikommen an Birke, der wieder den Fuß rechtzeitig ausfahren konnte (40.). Im direkten Gegenzug gab es einen Freistoß für den CFC, den Damer von der Mittellinie in den Strafraum brachte. Dort kam Zickert zu Fall und Schiedsrichter Chris Rauschenberg zeigte auf den Punkt. Zum Elfmeter trat Dejan Bozic an, der lässig unten rechts einschob. So ging es für den CFC mit einem glücklichen 1:0 in die Kabine.
In Halbzeit zwei beruhigte sich das Schneetreiben ein wenig und Semih Keskin nutzte direkt die Chance, um seinen Top-Stürmer Lucas Falcao (sieben Tore, drei Vorlagen) zu bringen. Diesem gehörte auch der erste Torschuss in der zweiten Hälfte. Nach einem Foul von Zickert an der Strafraumkante entschied Rauschenberg auf Freistoß für die Viktoria. Diesen trat Falcao, der aber am sich streckenden Birke scheiterte (65.). Dann stand erneut Zickert im Mittelpunkt. Nach großem Durcheinander im Chemnitzer Strafraum schoss ein Berliner Offensivspieler dem liegenden Zickert an den Arm und der Unparteiische zeigte erneut auf den Punkt. Nach kurzer Beratung mit seinem Assistenten revidierte Rauschenberg allerdings seine Entscheidung und legte die Aktion als "Schutzhand" aus, sehr zum Unmut von Viktoria-Trainer Keskin, der für seine lautstarke Beschwerde die Gelbe Karte sah (70.). Der Schiedsrichter kam aber scheinbar auf den Geschmack und zeigte kurze Zeit später zum dritten Mal an diesem Nachmittag auf den Elfmeterpunkt. Nach einem langen Ball von Stagge wurde Keller im Strafraum zu Fall gebracht. Diesmal trat jedoch nicht wieder Bozic, wie beim ersten Elfmeter an, sondern Leon Damer, der souverän oben links zum 2:0 verwandelte (76.). "Leon (Damer) und ich sind mittwochs und donnerstags nach dem Training noch länger draußen und schießen. Da ist auch mal ein Elfmeter dabei, daher wusste ich, wie gut er schießen kann. Er hat die letzten Spiele so gut gespielt. Dann hat er mich gefragt, ob er schießen darf und ich wollte, dass er sich belohnt, weil er uns in den letzten Wochen immer wieder Tore aufgelegt hat", begründet Bozic den Schützenwechsel nach der Partie.
Die Freude wurde kurze Zeit später jedoch getrübt, da Fatih Baca nach einer Ecke per Kopf am kurzen Pfosten ins lange Eck verlängerte und so den Anschluss für die Berliner wiederherstellte (81.). In der Folge starteten die Gäste eine Schlussoffensive, kamen aber nicht mehr zum Ausgleich, auch weil Birke abermals gut reagierte und den Sieg in der Nachspielzeit festhielt.
"Heute war aufgrund der Witterung schnörkelloser und unattraktiver Fußball angesagt. Viktoria macht es ehrlicherweise etwas besser als wir, doch wir hatten heute auch das nötige Quäntchen Glück", fasste Zickert nach dem Spiel zusammen. So nimmt der CFC etwas Druck vom Kessel, nachdem am Vorabend viele Teams im Tabellenkeller punkten konnten. Dabei bauten die Chemnitzer eine kleine Heimserie mit dem zweiten Sieg in Folge auf.
FC Viktoria 1889 Berlin: Kinzig - Liu, Touglo, Kühn, Yildirim (46. Falcão) - Damelang (83. Günay), Inaler(C), Mohamed (83. Oellers), Baca, Mensah (62. Scacun), - Hebisch
Chemnitzer FC: Birke - Lihsek (83. Koch), Müller, Zickert, Pribanovic (66. Berger) - Damer, Ampadu, Müller (C) (69. Eppendorfer), Stagge, Keller (83. Mensah) - Bozic
Tore: 1:0 Bozic (9.), 2:0 Damer (76.), 2:1 Baca (81.)
Zuschauer: 2.937



