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05.03.2025 - 19.36 Uhr | Vereinsnachrichten

CFC-Torhüterin Franziska Frohs im Interview: "Es gibt nichts Schöneres, als Stürmerinnen zur Verzweiflung zu bringen!" | Folge 3/5

Seit 2014 steht Franziska Frohs für den Chemnitzer FC zwischen den Pfosten. Die 21-jährige Torhüterin begann ihre Fußballkarriere mit fünf Jahren bei der SG Striegistal in Berbersdorf und spielte bis zur C-Jugend mit den Jungs, bevor sie zum CFC wechselte. Heute ist sie eine der wichtigsten Säulen der ersten Frauenmannschaft. 

Im Interview spricht sie über ihre größten Highlights, die Entwicklung des Frauenfußballs beim CFC, die anstehende Rückrunde und den großen Traum vom Aufstieg. Viel Spaß beim Lesen, liebe CFC-Fans!

Franzi, du spielst bereits seit 2014 beim Chemnitzer FC. Wenn du auf diese Zeit zurückblickst – welches Erlebnis ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Frohs: Ein absoluter Höhepunkt war unser DFB-Pokalspiel gegen Viktoria Köln. Wir sind mit dem CFC-Bus angereist, hatten ein Hotel – das war eine unglaubliche Erfahrung. Im Spiel selbst waren wir voll da, haben abgeliefert und sind schlussendlich gegen einen starken Regionalligisten rausgeflogen. Das war ein Highlight. 

Als Torhüterin hast du eine besondere Rolle auf dem Platz. Was fasziniert dich an dieser Position und welche Herausforderungen bringt sie mit sich?

Frohs: Ich liebe es, das Spiel von hinten zu dirigieren und meine Mitspielerinnen zu organisieren. Als Torhüterin hat man eine ganz andere Perspektive und kann das gesamte Spielgeschehen überblicken. Dazu kommt dieser Adrenalinkick, wenn man einen Ball in letzter Sekunde pariert und das Team im Spiel hält. Es gibt nichts Schöneres, als Stürmerinnen zur Verzweiflung zu bringen! Übrigens habe ich das Torhüter-Dasein meinem Papa Andreas zu verdanken. Er war selbst Torhüter und hat mich schon früh für diese Position begeistert - ohne ihn wäre ich heute wohl keine Keeperin!

Wie würdest du die Leistung eurer Mannschaft in der Hinrunde zusammenfassen? Was lief gut, wo seht ihr noch Potenzial?

Frohs: Der Saisonstart war holprig, weil wir mit zwei Niederlagen in drei Spielen gestartet sind. Wir haben das allerdings als Mannschaft sehr gut gemeistert, sind enger zusammengerückt und haben uns spielerisch enorm verbessert. Wir haben gesehen, dass wir als Team stark sind – jede hat für jede gekämpft. Unser 3:1-Sieg gegen die BSG Chemie Leipzig am vierten Spieltag war ein absoluter Wendepunkt. Wir haben dort das Ruder herumgerissen, defensiv kompakt gestanden und vorne unsere Chancen eiskalt genutzt.

Nun habt ihr eure Wintervorbereitung absolviert. Welche Schwerpunkte wurden gesetzt, um bestmöglich für die Rückrunde gerüstet zu sein?

Frohs: Wir haben viel läuferisch gearbeitet und uns mit starken Testspielgegnern wie Erfurt und Hertha BSC gut vorbereitet. Solche Spiele gegen Regionalligisten sind extrem wichtig für unsere Entwicklung, weil sie uns zeigen, auf welchem Niveau wir uns messen müssen, wenn wir den nächsten Schritt machen wollen. Unterm Strich halte ich es für eine gelungene Vorbereitung und ich denke, wir sind sehr gut für die Herausforderungen der Restrunde gewappnet. 

Die Winterpause ist vorbei und die Liga geht wieder los. Wie groß ist die Vorfreude auf die kommenden Spiele und mit welcher Einstellung geht ihr in die Rückrunde?

Frohs: Die Vorfreude ist riesig! Das Kribbeln im Bauch ist wieder da. Jetzt geht es um wichtige Punkte und wir wollen in der Rückrunde noch viel erreichen. In jedem Spiel müssen wir 100 Prozent geben und voll fokussiert sein.

Am Wochenende startet ihr mit einem Spiel gegen den SSV Stötteritz in die Rückrunde. Was für eine Partie erwartest du?

Frohs: Stötteritz ist für uns immer ein schwieriger Gegner. In den letzten zwei Spielen gegen sie haben wir uns besonders schwergetan. Aber wenn wir als Team auftreten, unseren Stiefel runterspielen und offensiv selbstbewusst agieren, dann bin ich überzeugt, dass wir erfolgreich sein können. Fußballerisch können uns wenige Teams in der Liga das Wasser reichen.

Direkt zum Auftakt habt ihr mit Stötteritz (4. Platz), Eintracht Leipzig-Süd (1.) und der BSG Chemie Leipzig (3.) ein schweres Programm vor euch. Was wird entscheidend sein, um gegen diese starken Teams zu bestehen und die volle Punktzahl mitzunehmen?

Frohs: Wir müssen von Woche zu Woche denken, im Training Gas geben und uns auf jeden Gegner neu fokussieren. Das sind Spiele auf Augenhöhe und die Stimmung ist immer besonders – das gibt einen extra Kick. Es ist alles machbar und wir haben jedes Team schon mal besiegen können! Wir sind eine sehr gute Mannschaft und brauchen uns vor niemandem zu verstecken. Wenn wir dort mit breiter Brust auftreten, bin ich sicher, dass wir etwas mitnehmen können.

Euer großes Ziel ist der Aufstieg in die Regionalliga. Was müsst ihr als Mannschaft in der Rückrunde leisten, um dieses Ziel zu erreichen, und was wird der entscheidende Faktor sein, um am Ende ganz oben zu stehen?

Frohs: Es gibt nur ein Ziel: Die Saison als Erster zu beenden und eine Liga nach oben zu gehen! Der Verein hat im letzten Sommer viel getan, um uns die besten Voraussetzungen zu bieten – jetzt wollen wir das auch auf dem Platz zeigen. Entscheidend wird dabei vor allem unser Teamgeist sein, sowohl auf als auch neben dem Platz. Wir müssen von der ersten bis zur letzten Minute 110 Prozent geben, füreinander kämpfen und in jeder Partie alles abrufen. Wenn wir das schaffen, dann ist der Aufstieg absolut machbar.

Danke, Franzi, für das Gespräch und viel Erfolg für die Rückrunde!

In der nächsten Ausgabe unserer Vorbericht-Serie rückt die erste Frauenmannschaft des CFC in den Fokus. Welche Herausforderungen erwarten das Team in der Rückrunde, und wie groß ist der Glaube an den Aufstieg? Bleibt dran – die nächste Ausgabe erscheint am Donnerstag!

Interview: Yella Mihalyi