CFC überholt Spitzenreiter Lok Leipzig: Beste Defensive der Liga trägt Himmelblau
Es lief bereits die Nachspielzeit in einem spannenden Kampfspiel im Bruno-Plache-Stadion in Leipzig. Jannick Wolter spitzelte den Ball am aus dem Tor geeilten Andres Naumann vorbei, zog ab und traf aus knapp zwanzig Metern in den verwaisten Kasten zum 2:0. Auf Chemnitzer Seite brachen alle Dämme. Spieler, Betreuer und Verantwortliche stürmten auf den Rasen und lagen sich noch in den Armen, als der Unparteiische die Partie abpfiff.
Mit dem emotionalen 2:0-Siegtreffer beim bis dato ungeschlagenen Tabellenführer am Freitagabend in Leipzig sicherte der eingewechselte Wolter nicht nur die drei Punkte, sondern auch die Chemnitzer Tabellenführung in einer besonderen Kategorie: Der CFC stellt seit dem vergangenen Wochenende die stabilste und beste Defensive der gesamten Regionalliga Nordost.
Eine wichtige Stütze der Abwehr ist dabei natürlich Torwart Daniel Adamczyk: Der Neuzugang aus Osnabrück hat sich mit konstanten Leistungen zu einem der besten Keeper der Liga entwickelt und führt mit acht Spielen ohne Gegentor aktuell die Liste der besten Torhüter der Regionalliga Nordost an.
Die Leipziger hatten vor dem vergangenen Spieltag noch einen Treffer weniger als die Chemnitzer geschluckt. Durch die zwei Gegentreffer im direkten Duell verbleibt der CFC jedoch als einziges Team mit einer einstelligen Anzahl an Gegentreffern in der Liga nach fünfzehn absolvierten Partien.
Mittelfeld-Abräumer Anton Rücker lobt dabei vor allem die Arbeit der Mannschaft als Ganzes: "Unser Prunkstück ist ganz klar die Defensive. Das liegt daran, dass die gesamte Mannschaft von vorne bis hinten mitarbeitet. Wenn wir jetzt auch noch regelmäßig Tore erzielen, trägt unsere Arbeit Früchte."
Vize-Kapitän Robert Zickert, der aufgrund der Verletzung von Tobias Müller auch am Freitag wieder die Kapitänsbinde trug, schlägt in dieselbe Kerbe: "Die Defensivarbeit ist eine geschlossene Mannschaftsleistung und nicht nur auf die Abwehr zurückzuführen. Da möchte ich nochmal speziell 'Ephe' (Ephraim Eshele; Anm. d. Red.) hervorheben, der sowohl mit als auch gegen den Ball gegen Lok meiner Meinung nach sein bisher bestes Spiel für uns gemacht hat. Wir sind als Mannschaft alle bereit zu leiden, und Leiden kommt von Leidenschaft, und die bringen wir Tag für Tag auf dem Platz."
Auffällig ist die Rolle des 34-jährigen Abwehrchefs seit Cheftrainer Benjamin Duda im Amt ist, weil er als echter Leader in jedem Spiel auf dem Platz vorangeht und seine Teamkollegen so auch in schwierigen Phasen immer wieder mitreißt. Durch sein geschicktes Stellungsspiel und im perfekten Zusammenspiel mit seinem Nebenmann Felix Müller verhindert der Routinier immer wieder gefährliche Torschüsse und Flankenversuche. "Natürlich bin ich jetzt in meinem fußballerischen Herbst, aber ich glaube, das Alter spielt eher eine untergeordnete Rolle. Ich hatte auch als ich noch jünger war schon bessere und schlechtere Phasen. Kein Mensch ist eine Maschine und kann immer Leistung abliefern. Aktuell fühle ich mich einfach enorm wohl, bin körperlich fit und kann meine Leistung bringen", beantwortet Zickert die Frage nach seiner stabilen Formkurve.
Mit dreizehn Punkten aus den letzten acht Partien gehören die Chemnitzer ganz klar zu den aufstrebenden Teams der Liga. In diesem Zeitraum belegen die Chemnitzer den sechsten Tabellenplatz. Gerade in der Fremde sind die Himmelblauen stark unterwegs. Mit zwölf Punkten aus acht Spielen belegen die Chemnitzer hinter Lok Leipzig und dem Greifswalder FC den dritten Platz in der Auswärtstabelle.
Die Zielsetzung in den verbleibenden vier Ligaspielen bis zur Winterpause ist für Sportdirektor Chris Löwe klar: "Unser Ziel bis Weihnachten ist es, mindestens vier Mannschaften in der Tabelle hinter uns zu lassen und uns so weit wie möglich von den Abstiegsrängen abzusetzen. In den kommenden Spielen bis zur Winterpause wird unser voller Fokus darauf liegen. Wir wollen uns im Herbst eine solide Basis schaffen, auf der wir dann mit einer erfolgreicheren Rückrunde aufbauen können."
Aktuell sieht es so aus, als würde die Mannschaft dieses Ziel erreichen. Auf dem 13. Tabellenplatz stehend lassen die Himmelblauen sogar fünf Teams hinter sich. Bis zur Winterpause und dem erklärten Ziel ist es allerdings noch ein weiter Weg in der engen und umkämpften "Champions League des Ostens".
Nun gilt es allerdings erstmal, beim Rekordpokalsieger die Kräfte für den Landespokal zu bündeln und am Freitag (19 Uhr) im modernisierten und traditionsreichen Heinz-Steyer-Stadion mit einer engagierten und konzentrierten Leistung das Weiterkommen gegen den Dresdner SC 1898 zu sichern. Seid mit dabei und unterstützt die Mannschaft wieder zahlreich und lautstark in Dresden beim Kampf ums Viertelfinale im Sachsenpokal!



