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10.09.2024 - 21.40 Uhr | 1. Mannschaft

CFC unterliegt Chemie bei Duda-Debüt

Am 7. Spieltag empfing der Chemnitzer FC im ersten Spiel unter dem neuen Cheftrainer Benjamin Duda die BSG Chemie Leipzig im heimischen Stadion – An der Gellertstraße. Unter Flutlicht vor 5.573 Zuschauern wollten die Himmelblauen die sportliche Trendwende nach vier Niederlagen in Folge in der Liga einleiten. Drei Tage zuvor hatte das Team unter Interimstrainer Hoheneder durch das Weiterkommen im Sachsenpokal frisches Selbstvertrauen getankt.

Im Vergleich zum Pokalspiel rückten Daniel Adamczyk ins Tor und Niclas Erlbeck, nach überstandenen Magen-Darm-Problemen, in die Startelf. Taktisch setzte Duda, wie schon Hohendeder zuvor, auf eine Viererkette. Nicht zur Verfügung standen wie in den vergangenen Wochen Tom Baumgart, Jan Koch, Ephraim Eshele und Dejan Bozic. Roman Eppendorfer schaffte es nach seiner Bänderverletzung erstmals wieder in den Regionalliga-Kader.

Vor dem Anpfiff wurde eine Schweigeminute für die am Freitag verstorbene Vereinslegende Fritz Feister abgehalten. Die Himmelblauen trugen Trauerflor in Gedenken an den Meisterspieler. Danach sorgten die CFC-Fans unter dem Motto "Im Glanze der Stadt" mit einer beeindruckenden Glitzerfolienchoreografie aus Hunderten silbernen und blauen Fahnen für eine atmosphärische Einstimmung. Ein übergroßes CFC-Logo rundete das Bild im Herzen der Südkurve ab.

Von Beginn an gingen die Chemnitzer energisch zu Werke, und bereits nach 15 Sekunden führte ein langer Ball in die Leipziger Abwehrreihe zum ersten Eckball. Es war der Startschuss für einen mutigen und laufstarken Auftritt der Himmelblauen. Mit Kompaktheit und hoher Laufbereitschaft setzte die Duda-Elf Leipzig früh unter Druck und ließ den Gästen kaum Luft zum Atmen.

In den ersten Minuten konnte der CFC die Leipziger weitgehend in deren eigener Hälfte festnageln. Bereits in der 5. Minute sorgte eine Ecke von Leon Damer für Gefahr: Felix Müller köpfte präzise Richtung kurzes Eck, doch ein Leipziger Verteidiger rettete im letzten Moment mit dem Kopf an die Latte. Ein großes Glück für die Gäste, da Torhüter Bellot bereits geschlagen war.

Die Himmelblauen blieben bis zur 25. Minute spielbestimmend und stellten die Leipziger Abwehr immer wieder vor Probleme. In der 20. Minute schien der Führungstreffer zum Greifen nah, als Malina freistehend vor dem Tor zum Abschluss kam, den Ball jedoch aus zehn Metern über den Kasten setzte. Da war mehr drin, doch dem Stürmer fehlte die nötige Präzision.

Mit der Zeit fanden die Leutzscher besser ins Spiel. In der 28. Minute wurde es erstmals gefährlich für das Tor von Adamczyk, als Reithmeir einen Eckball freistehend über das Gehäuse köpfte. In der stärksten Phase der Gäste zwischen der 30. und 40. Minute musste der CFC verstärkt in die Defensive arbeiten, da die eigenen Entlastungsangriffe ins Stocken gerieten.

Das Spiel beruhigte sich, und beide Teams neutralisierten sich zwischen den Strafräumen. Dennoch machte die erste Halbzeit Hoffnung: Die Himmelblauen zeigten eine deutlich entschlossenere Körpersprache als in den vergangenen Liga-Partien.

Der CFC kam mit frischem Elan aus der Kabine und setzte Leipzig sofort wieder unter Druck. Keine 60 Sekunden waren im zweiten Durchgang gespielt, als Niels Lihsek zweimal gefährlich zum Abschluss kam und nur knapp den Führungstreffer verpasste.

Unter den lautstarken Anfeuerungen beider Fanlager entwickelte sich ein intensives Spiel. In der 56. Minute probierte es Lihsek erneut aus der Distanz, doch Bellot parierte den Schuss souverän. Das hohe Anfangstempo machte sich nun bemerkbar: Die Räume wurden größer, und das Spiel entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten. Leon Damer zeigte erneut einen auffälligen Auftritt, war stets anspielbar und agil, doch ihm fehlte in entscheidenden Momenten das letzte Quäntchen Glück.

Mit zunehmender Spieldauer taten sich beide Mannschaften schwerer, sich entscheidend vor das gegnerische Tor zu kombinieren. Dann kam die kalte Dusche für den CFC: In der 72. Minute wurde die Chemnitzer Defensive von einem langen Ball überrascht, Bunge tauchte allein vor Adamczyk auf und schob zum 0:1 für Chemie Leipzig ein.

Ein bitterer Rückschlag für die Gastgeber, die bis dahin einen mutigen und engagierten Auftritt zeigten, sich aber nicht belohnen konnten. Die BSG witterte die Chance auf mehr und kam in der 76. Minute dem zweiten Treffer ganz nah: Mauer traf mit einem Schuss die Unterkante der Latte – Glück für den CFC.

Der Rückstand schien die Himmelblauen zu lähmen. Die Mannschaft fand weder im Vorwärts- noch im Rückwärtsgang zur Kompaktheit der ersten Halbzeit zurück. Doch in den letzten zehn Minuten mobilisierte der CFC noch einmal alle Kräfte, ohne jedoch zu klaren Chancen zu kommen.

Die gefährlichste Aktion entstand nach einem Luftzweikampf zwischen Müller und Weigel. Der Ball kullerte auf das lange Eck zu, doch Bellot hielt seinen Kasten mit der langen Fingerspitze sauber.

Nach dieser unglücklichen Heimniederlage bleibt der CFC weiter im Tabellenkeller der Regionalliga stecken. Am Samstag wartet mit dem Auswärtsspiel beim BFC Dynamo die nächste Gelegenheit, den Bock nach fünf Niederlagen in Serie umzustoßen.

Chemnitzer FC – BSG Chemie Leipzig 0:1 (0:0)

Chemnitzer FC: Adamczyk 1 – Walther 4 (58. Fischer 27), F. Müller 23, Zickert 21, Reutter 16 – Lihsek 8 (73. Wolter 7), Erlbeck 6, Rücker 17 – Damer 13, Malina 11, Mergel 10 (87. Roscher 9)

BSG Chemie Leipzig: Bellot 1 – Rüth 17, Weigel 32, Reithmeier 13 – Oke 11, Kaymaz 5, Mast 10, Brügmann 2 – Mauer 9 (85. Asare), Kirstein 20 (78. Jagatic), Mäder 7 (69. Bunge)

Tore: 0:1 Bunge (72.)

Zuschauer: 5.573