Zurück zur Übersicht

05.08.2024 - 12.59 Uhr | 1. Mannschaft

CFC unterstützt den Aufruf der Fanszenen zur Reform der Ansetzungspolitik

Der Chemnitzer FC schließt sich dem am 2. August 2024 veröffentlichten Aufruf der Fanszenen aus der Regionalliga Nordost an und appelliert an den Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV), die Ansetzungspolitik der Spiele grundlegend zu reformieren.

Gemeinsam mit den Fanszenen der ostdeutschen Traditionsvereine ruft der CFC den Verband auf, die Interessen aller Beteiligten bei der Festlegung von Spielterminen zukünftig wieder stärker zu berücksichtigen. Der Chemnitzer FC setzt sich dafür ein, dass es – gerade bei Derbys, Ost-Klassikern sowie aufgrund von Tabellenkonstellationen besonders attraktiven Spielen – keine Anstoßzeiten an Wochentagen mehr vor 18 Uhr gibt und die Ansetzungen mit deutlich größerem zeitlichem Vorlauf kommuniziert werden, um eine bessere Planung eines Spielbesuchs für Fußballfans zu ermöglichen. Hier muss gemeinsam mit den Sendern und im Interesse aller Fanszenen und ihrer Vereine schnellstmöglich eine für alle Seiten tragfähige Lösung vom NOFV gefunden werden.

Die derzeitige Praxis der Spielansetzungen, insbesondere mit Anstoßzeiten vor 18 Uhr unter der Woche, stellt eine erhebliche Schwierigkeit für Fans dar, rechtzeitig ins Stadion zu kommen, und gefährdet die wichtige finanzielle Unterstützung, die die Vereine unter anderem durch Ticketkäufe, Catering und Merchandise erhalten.

"In der Regionalliga, wo die Einnahmen aus TV-Rechten überschaubar sind, sind die Vereine besonders auf ihre Fans angewiesen, um auch wirtschaftlich in diesem herausfordernden Wettbewerb der Regionalliga bestehen zu können. Die Anhänger in den Stadien sind kein Beiwerk, sondern tragen erheblich dazu bei, dass die Vereine an den Spieltagen Einnahmen generieren, seriös wirtschaften können und der Wettbewerb so möglichst fair und attraktiv bleibt. Wir wünschen uns, dass der NOFV und insbesondere Verbandspräsident Hermann Winkler hier alle Beteiligten schnellstmöglich gemeinsam an einen Tisch bringt, die Situation offen diskutiert und einen Lösungsvorschlag einbringt, der für alle Beteiligten als tragfähiger Kompromiss betrachtet werden kann, um die Situation noch in der aktuellen Spielzeit zu verbessern", erklärte CFC-Geschäftsführer Uwe Hildenbrand.

Der Chemnitzer FC ist sich bewusst, dass jede Übertragung eine wichtige Plattform für jeden Verein in der Liga darstellt, um eine möglichst große Bühne zu bekommen, die beispielsweise auch bei der Sponsoringvermarktung der Clubs Mehrwerte bietet. Aber der entscheidende Faktor ist für alle Traditionsvereine, möglichst viele Fans und volle Stadien zu haben, um ein attraktives Stadionerlebnis an den Spieltagen zu schaffen. Das hat das diesjährige Eröffnungsspiel gegen den Halleschen FC in Chemnitz eindrucksvoll gezeigt. Es war auch aufgrund der Rahmenbedingungen Werbung für die Regionalliga und deren Vereine.

Hintergrundinformationen

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) ist nur mittelbar mit dem NOFV vertraglich verbunden, während die TV-Vermarktung durch das private Unternehmen "Ostsport.tv" erfolgt. Trotz der vereinbarten Verschwiegenheit über die Vertragsdetails der TV-Vermarktung ist bekannt, dass die Vereine nicht einmal eine fünfstellige Summe für eine gesamte Saison aus diesem Topf erhalten. Diese Summe für die TV- und Onlinevermarktung steht dabei in keinem Verhältnis zu den zusätzlichen Belastungen, die durch kurzfristige und unattraktive Spieltermine entstehen. Dies wirft ein äußerst ungünstiges Licht auf die aktuelle Ansetzungspolitik des Verbandes.

Forderungen der Fanszenen

Langfristige Planungssicherheit: Ein klares Bekenntnis des Verbandes zur Ermöglichung langfristigerer Ansetzungen, die die Planungssicherheit für Vereine und Anhänger erhöhen.

Gemeinsame Terminplanung: Ein gemeinsam und auf Augenhöhe mit den Vereinen abgestimmter Rahmen, in dem Termin- und Tageszeitkorridore für Ansetzungen festgelegt werden. Dies betrifft sowohl Spieltage unter der Woche als auch am Wochenende.

Berücksichtigung besonderer Umstände: Die frühzeitige Berücksichtigung von bekannten übergeordneten Hinderungsgründen (z.B. Feiertage, Wahlen und andere Großereignisse) in der Staffelplanung vor Saisonbeginn.

Überprüfung der Derby-Ansetzungen: Eine kurzfristige Neubewertung der aktuellen Thüringenderby-Ansetzung (zwischen Jena und Erfurt am 4. September um 17 Uhr) und ein zeitnaher, ehrlicher Austausch, um eine für alle Beteiligten tragbare und attraktive Terminierung zu erreichen.

Der Chemnitzer FC unterstützt diese Forderungen vollumfänglich. Es ist absolut im Interesse des Verbandes, der Vereine, der Fans und der übertragenden Sender, dass zukünftig mehr auf die unterschiedlichen Bedürfnisse geachtet wird und gemeinsam im Interesse der gesamten Liga ein Kompromiss gefunden wird. Nur so kann gewährleistet werden, dass der Fußball in der Regionalliga weiterhin lebendig und emotional bleibt.

Gemeinsam für eine fanfreundliche Zukunft und einen fairen Wettbewerb

Der Chemnitzer FC wird sich außerdem in Zukunft im Dialog mit dem NOFV verstärkt dafür einsetzen, dass der NOFV sich bei der nächsten großen DFB-Tagung viel entschiedener als in der Vergangenheit dafür stark macht, dass es künftig einen festen Aufsteiger in der stärksten Regionalliga Deutschlands gibt. In keiner anderen Regionalliga tummeln sich derart viele Traditionsvereine wie in der Staffel Nordost, die auf eine große Geschichte zurückblicken und auch aufgrund des Zuschaueraufkommens und Faninteresses eine Bereicherung für jede höherklassige Liga wären.

"Es widerspricht außerdem dem Sportsgeist und einem fairen Wettbewerb, dass ausgerechnet die Vereine im Osten nicht direkt aufsteigen können, wo in den zurückliegenden Jahrzehnten aufgrund verschiedener Reformen und Standortnachteile ehemals große Traditionsvereine gelitten haben wie in keiner anderen Region in Deutschland. Hier muss endlich Gerechtigkeit geschaffen werden, dass der Meister in der Regionalliga Nordost sich direkt für die 3. Liga qualifiziert", macht Uwe Hildenbrand die Position des Chemnitzer FC deutlich.

In den Top-10 der Regionalligen in Deutschland, gemessen an den durchschnittlichen Stadionbesuchern der vergangenen Saison, befinden sich allein sechs Traditionsvereine der Nordost-Staffel. Zudem führt die Regionalliga Nordost in den zurückliegenden beiden Spielzeiten mit Abstand die Liste der durchschnittlichen Gesamtzuschauerzahl an. In der aktuellen Regionalliga Nordost finden sich aktuell ostdeutsche Traditionsclubs mit insgesamt 40 bedeutenden DDR-Titeln aus Oberliga-Meisterschaften (1. Liga) und FDGB-Pokalsiegen.

Bisher läuft die Aufstiegsregel in den Regionalligen nach folgenden Kriterien: Die zwei Meister der Regionalliga West und Südwest steigen immer direkt auf. Der dritte Direktaufsteiger wird aus einem jährlich rotierenden System zwischen Nord, Nordost und Bayern bestimmt. Die beiden anderen Staffelsieger ermitteln den vierten Aufsteiger in einer Relegation. In der Spielzeit 2023/24 hat die Regionalliga Bayern das direkte Aufstiegsrecht, während der Meister der Regionalliga Nordost in der Relegation auf den Vertreter der Regionalliga Nord trifft.

Der Aufruf wurde von folgenden Fanszenen initiiert:

SÜDKURVE JENA (FC Carl Zeiss Jena)
STEIGERWALDKURVE ERFURT (Rot-Weiß Erfurt)
ULTRAS 1. FC LOK (1. FC Lokomotive Leipzig)
ULTRAS CHEMNITZ 1999 (Chemnitzer FC)
HFC-FANKURVE (Hallescher Fußballclub)
NORDKURVE BABELSBERG (SV Babelsberg 03)
FANSZENE ZWICKAU (FSV Zwickau)
FANSZENE BFC DYNAMO (BFC Dynamo)
BADKURVE PLAUEN (VFC Plauen)

Ansetzungspolitik jetzt reformieren! Vereine und Anhänger respektieren!