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27.08.2025 - 20.49 Uhr | 1. Mannschaft

Kaltstart und Standard-Gegentor: CFC verliert beim amtierenden Meiser mit 1:2

Der 5. Spieltag führte den Chemnitzer FC zum amtierenden Meister 1. FC Lokomotive Leipzig. Nach der 2:4-Heimniederlage gegen Magdeburgs U23 zum Auftakt der Englischen Woche wartete im Bruno-Plache-Stadion vor 5.665 Zuschauern die nächste schwere Aufgabe auf die Himmelblauen – und am Ende erwies sich der Meister als eine Nummer zu groß. Frühe Tore auf beiden Seiten bestimmten die Halbzeiten – am Ende brachte Leipzig das 2:1 (1:0) in einer hektischen Schlussphase über die Ziellinie.

Cheftrainer Benjamin Duda musste seine Startelf auf zwei Positionen umbauen: Für den am Sprunggelenk verletzten Domenico Alberico und den erkälteten Niclas Erlbeck rückten Maurizio Grimaldi und Roman Eppendorfer in die Anfangsformation. Auch Tom Baumgart stand verletzungsbedingt nicht zur Verfügung.

Vor dem Anpfiff appellierte Lok-Sportgeschäftsführer Toni Wachsmuth über das Stadionmikrofon an die Zuschauer zu einem respektvollen Umgang miteinander. Anlass war eine rassistische Beleidigung beim DFB-Pokalspiel gegen Schalke 04, die bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte.

Ein optisches Ausrufezeichen setzten die rund 700 mitgereisten CFC-Fans im Gästeblock: Mit einer "Danke, Zicke"-Choreografie und dem Konterfei von Robert Zickert vor einem Fahnenmeer ehrten sie die Himmelblaue Identifikationsfigur – ausgerechnet in Leipzig, wo er selbst fünf Jahre lang gespielt hatte.

Früher Schock – starker Adamczyk hält den CFC im Spiel

Sportlich begann die Partie denkbar unglücklich. Nach nur 62 Sekunden schlug der Ball erstmals im Chemnitzer Tor ein: Jonas Arcalean wurde mit einem präzisen Zuspiel in die Schnittstelle geschickt und überwand, bedrängt von zwei CFC-Verteidigern, Torhüter Daniel Adamczyk mit einem gefühlvollen Heber – 1:0 für Lok.

Die ganz in Schwarz gekleideten Himmelblauen versuchten sofort zu antworten. Pistol prüfte Naumann mit einem ersten Abschluss, doch es dauerte einige Minuten, bis sich der CFC vom Schock erholte. Mit etwas Glück und mehreren starken Paraden von Adamczyk überstand das Duda-Team die druckvolle Anfangsphase ohne weiteren Gegentreffer.

Nach zehn Minuten setzten die Gäste ein erstes Ausrufezeichen: Nach einer Ekui-Flanke kam Bozic aus sieben Metern zum Kopfball, doch seine Bogenlampe landete nur auf dem Tornetz. In der 17. Minute scheiterte er nach energischem Solo erneut an Naumann, im Nachsetzen kam Grimaldi einen Schritt zu spät.

Insgesamt blieb Lok tonangebend, drängte den CFC tief in die eigene Hälfte und kam immer wieder gefährlich vor das Tor. Dass die Partie zur Pause noch offen war, lag vor allem am starken Adamczyk.

Müller trifft – Lok antwortet postwendend

Direkt nach Wiederanpfiff wiederholte sich die Geschichte der ersten Halbzeit – diesmal jedoch mit himmelblauem Happy End. In der 47. Minute führte Pistol einen Einwurf schnell aus, bekam den Ball von Grimaldi zurück und flankte in den Strafraum. Über Umwege landete das Leder bei Kapitän Müller, der den Ball trocken mit links volley zum 1:1-Ausgleich ins Netz jagte.

Doch die Freude währte nur kurz. Bereits fünf Minuten später stellte Lok den alten Abstand wieder her: Nach einer Ecke setzte sich Stefan Maderer geschickt von seinem Bewacher ab und köpfte aus vier Metern zum 2:1 ein (52.).

Debüt für U19-Talent – CFC drückt in Unterzahlphase

In der Folge ebbte die Offensivpower der Hausherren etwas ab. Der CFC hielt defensiv dagegen, tat sich aber schwer, eigene Chancen herauszuspielen. Duda versuchte mit Marx, Mergel und Rücker neue Impulse von der Bank zu setzen. Ab der 72. Minute durfte mit Noah Tänzer zudem ein U19-Talent sein Regionalliga-Debüt feiern – und machte seine Sache bei einem schweren Auswärtsspiel ordentlich.

Die Schlussphase gehörte den Himmelblauen. Leipzig zog sich zunehmend zurück, während der CFC den Druck erhöhte. In der 81. Minute schwächten sich die Gastgeber selbst: Nach einem rüden Einsteigen mit offener Sohle gegen Bozic sah Lok-Vize-Kapitän Abderrahmane die Rote Karte. 

Trotz aller Bemühungen gelang dem CFC in Überzahl kein weiterer Treffer. So blieb es beim 2:1 für Lok Leipzig, das für die Himmelblauen die zweite Niederlage innerhalb der Englischen Woche bedeutete.

Blick nach vorn

Jetzt gilt es, die Köpfe schnell wieder frei zu bekommen. Bereits am Samstag (14 Uhr) wartet im heimischen Stadion das Duell mit Aufsteiger BFC Preußen – mit der klaren Hoffnung auf zahlreiche Unterstützung der CFC-Fans, um gemeinsam wieder in die Erfolgsspur zu finden. Lok reist tags darauf als Tabellenzweiter zum FC Eilenburg.

1. FC Lokomotive Leipzig – Chemnitzer FC 2:1 (1:0)

Lok: Naumann 1 – Grözinger 27, Wilton 5, von Piechowski (46. Stein 4), Dombrowa 34 – Cevis 22 (70. Ziane 13), Abderrahmane 8, Siebeck 14 – Adetula 11 (87. Zimmer 15), Maderer 9 (70. Elsner 18), Arcalean 17 (79. Verkamp 7)

CFC: Adamczyk 1 - Ekui 27 (86. Walther 4), Bochmann 5, F. Müller 26, Pistol 18 – T. Müller 38 (66. Mergel 10), Eppendorfer 25 (66. Rücker 17), Stockinger 7 – Grimaldi 23 (72. Tänzer 16), Bozic 33, Damer 13 (46. Marx 19)

Tore: 1:0 Arcalean (2.), 1:1 T. Müller (47.), 2:1 Maderer (52.)

Besondere Vorkommnisse: Rot Abderrahmane (81.)

Zuschauer: 5.665