CFC verliert nach früher Führung bei Altglienicke
Mit Ruhm bekleckert haben sich beide Teams am Dienstagabend unter Schnee- und Nieselregen im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark nicht. Am Ende dreht die VSG Altglienicke das Spiel gegen die Himmelblauen aufgrund eines klaren Chancenübergewichts und eines Traumtors in der Nachspielzeit zum 1:2 (1:0).
Die Partie begann bei frostigen drei Grad Celsius und leichtem Nieselregen und ähnlich frostig fanden beide Teams in die Begegnung. Nachdem sich die Mannschaften in den Anfangsminuten belauerten, erzwang der CFC nach einem ersten Mensah-Abschluss einen Eckball. Die Ecke konnte die VSG noch klären, aber nicht weit genug, um die Gefahr zu klären. So kämpfte Tobias Müller den Ball durch mehrere Verteidiger auf Leon Ampadu. Mit etwas Zeit im Strafraum legte er wieder auf den durchlaufenden Müller, der aus sieben Metern zur frühen CFC-Führung einschob (9.). Die Gastgeber fanden gegen Mitte der ersten Hälfte in die Partie. Nach einem Cigerci-Chip in die Tiefe war Sezer frei durch und wurde vom am Ball vorbei springenden David Wunsch abgeräumt. Zurecht entschied Schiedsrichter Müke auf Elfmeter für die VSG. Der Altglienicker Kapitän Tolcay Cigerci trat an und schoss den Elfmeter über die Latte in den dunklen Berliner Nachthimmel (24.). Danach blieb das Team von Murat Salar am Drücker und erspielte sich gefährliche Situationen, ohne wirklich in den Abschluss zu kommen, bis Gogia auf halb rechts frei abschließen durfte. Den Schuss wehrte Wunsch zu zentral ab, direkt vor die Füße des Ex-Chemnitzers Phillip Türpitz, der im Nachsetzen nur die Latte traf (35.). Wenig später reagierte Wunsch stark mit dem linken Bein, als Sezer frei aus fünf Metern halbrechter Position das kurze Eck anvisierte (37.). Mit einer etwas glücklichen 0:1 CFC-Führung ging es also für beide Teams in die Kabinen.
In den zweiten Durchgang starteten die Himmelblauen durchaus schwungvoll und nach einer Reihe gewonnener Zweikämpfe fand Müller die Lücke für Stephan Mensah, der aber Schwung aus dem Angriff nahm und mit einer ungenauen Flanke Stanley Keller im Zentrum verfehlte (53.). So fehlte den durchaus vorhandenen Konterchancen die nötige Konsequenz, um einen wirklich gefährlichen Angriff erzwingen zu können. Pünktlich fünfzehn Minuten nach Wiederanpfiff meldeten sich dann auch die Gastgeber wieder zurück im Spiel. Cigerci bekam zu viel Platz an der Strafraumkante und verfehlte nur knapp das rechte obere Angel (63.). Darauf folgend setzte der eingewechselte Louis Wagner eine missglückte Flanke auf die Latte des Chemnitzer Kastens (64.). Altglienicke erhöhte weiter die Schlagzahl und belohnte sich dafür. Nach einem langen Ball von Sander bekam Gogia zu viel Platz auf der linken Seite, brachte den Ball flach ins Zentrum und da verwertete der kurz zuvor eingewechselte Roczen im Nachsetzen, nachdem er im ersten Versuch nur Wunschs Kopf traf (74.).
Bevor der CFC antworten konnte, rollte bereits der nächste Angriff der Hauptstädter. Nachdem die Chemnitzer den Ball bereits nach einem Wunsch-Fehlpass zurückerobern konnten, übersah der sonst starke Tobias Müller den in seinen Pass spritzenden Cigerci, der nach Kombination mit Gogia abermals frei aus sechzehn Metern das Tor verfehlte (85.). Im Gegenzug machte Lihsek eine zu lang geratene Damer-Flanke wieder scharf und setzte Keller in Szenen, der aus knapp zehn Metern halblinker Position nur das Außennetz des kurzen Pfostens traf (88.). Mit der letzten Offensivaktion der Partie zeigte der ebenfalls eingewechselte Deziel noch einmal, was er kann und ließ Tobias Müller mit einem leichtfüßigen Wackler ins Leere grätschen. Danach versenkte er den Ball per traumhaftem Schlenzer ins lange Eck (90.). Der K.-o.-Schlag für die Himmelblauen.
Die Chemnitzer müssen sich nach einer kämpferischen Leistung an die eigene Nase fassen, da die VSG Altglienicke viel Raum in der eher luftig organisierten Defensive ließ. Selbst die teils auf dem Silbertablett servierten Chancen nutzten die Berliner nicht. Spielerisch war der CFC in Meuselwitz sicherlich besser aufgelegt, aber nach Kampf und langer Führung gegen das individuell wohl am besten besetzte Team der Liga sollte der Kopf nicht zu tief hängen. Immerhin ist die Pause zur nächsten Partie gegen Viktoria Berlin am Samstag im Stadion - An der Gellertstraße nicht sonderlich lang.
VSG Altglienicke: Kasten - Engel, Kauter, Sander, Zietarski - Cigerci(C), Gogia (89. Kobylanski), Dirkner (66. Deziel Jr.), Türpitz - Manske (55. Wagner), Sezer (66. Roczen)
Chemnitzer FC: Wunsch - Pribanovic, Zickert, F. Müller, Lihsek - Damer, Ampadu, Müller(C), Keller, Mensah - Akindele (66. Eppendorfer)
Tore: 0:1 T.Müller (9.), 1:1 Roczen (74.), 2:1 Deziel (90.)
Zuschauer: 315 (rund 150 CFC-Fans)



