CFC verschläft die erste Halbzeit – Halle gewinnt nach drei Standardtreffern
Der 25. Spieltag der Regionalliga Nordost führte den Chemnitzer FC ins Chemie-Leuna-Stadion nach Halle. CFC-Legende Holger Hiemann steuerte den Mannschaftsbus der Himmelblauen ins 138 Kilometer entfernte Sachsen-Anhalt. Vor 7.300 Zuschauern traten die Schützlinge von Cheftrainer Benjamin Duda stark ersatzgeschwächt beim Halleschen FC an. Die Gastgeber gingen mit fünf Siegen in Folge, zehn ungeschlagenen Partien in Serie und entsprechend viel Selbstvertrauen als Favorit in die Begegnung.
Die Rollenverteilung wurde vor allem im ersten Durchgang deutlich sichtbar und spiegelte sich auch im Pausenstand wider: Aus Sicht des CFC ging es mit einem 0:3 in die Kabinen. Am Ende setzte sich der Hallesche FC verdient mit 3:1 durch.
Schon vor der Partie war klar, dass die Startformation beim CFC aufgrund von Sperren und Verletzungen auf mehreren Positionen umgestellt werden musste. So standen im Spieltagskader insgesamt zehn Akteure, die noch unter die U23-Regel fallen – fünf von ihnen gehörten zur Anfangsformation. Mit Felix Müller, Artur Mergel, Tobias Stockinger und Jonas Marx standen zudem vier Spieler neu in der Startelf. Niclas Walther (5. Gelbe Karte), Tom Baumgart (Gelb-Rot-Sperre), Maurizio Grimaldi (Knie) und Dejan Bozic (Bank) mussten ersetzt werden.
Früher Schock nach nicht einmal zwei Minuten
Die ganz in Rot gekleideten Gastgeber machten direkt nach dem Anpfiff deutlich, dass sie die Partie bestimmen wollten. Bereits nach 96 Sekunden schlug der Ball erstmals im Chemnitzer Tor ein. Nach einer Ecke von Hartmann auf den zweiten Pfosten verlor Tobias Müller kurzzeitig den Kontakt zu seinem Gegenspieler. Stierlin nutzte den Freiraum und köpfte den Ball über den Innenpfosten zur frühen Führung für den HFC ins Netz (2.).
Der CFC bemühte sich, um eine adäquate Antwort. In der 8. Minute wurde es erstmals gefährlich, als eine Flanke von der linken Seite am Fünfmeterraum Jonas Marx erreichte. Seine Direktabnahme verfehlte das Tor jedoch knapp und ging am linken Pfosten vorbei.
Halle bleibt am Drücker und legt konsequent nach
Auch danach blieben die Hallenser tonangebend. In einer unterhaltsamen Anfangsphase setzte Wosz in der 14. Minute den nächsten Akzent, als er den Ball von der Strafraumgrenze gefühlvoll aufs lange Eck schlenzte. Adamczyk im CFC-Tor reagierte stark und lenkte den Ball im letzten Moment mit einer Hand über die Latte.
Die anschließende Ecke sorgte jedoch unmittelbar für die nächste große Gelegenheit – und auch für den zweiten Gegentreffer für die Chemnitzer. Löhmannsröben brachte den Ball von der linken Seite in den Strafraum. Dario Gebuhr war zwar dran an seinem Gegenspieler, konnte den Abschluss aber nicht verhindern. So traf Burim Halili per Direktabnahme zum 2:0 für die Gastgeber (15.).
Die neu formierte Startelf des CFC fand in dieser Phase überhaupt keinen Zugriff auf das Spiel, wirkte phasenweise überfordert mit der Offensivwucht der Hallenser und war deshalb früh gezwungen, weiteren Schaden in Form weiten Gegentreffer zu verhindern.
Fakhro scheitert vom Punkt
Bereits in der 23. Minute bot sich Halle erstmals die dicke Chance auf den dritten Treffer. Nach einem langen Ball sprang Julius Bochmann der Ball an den ausgestreckten Arm, Schiedsrichter Florian Lukawski zeigte sofort auf den Punkt. Malek Fakhro trat an und setzte den Strafstoß wuchtig an den linken Pfosten. Das Glück war in dieser Szene auf Chemnitzer Seite.
Kurz darauf verbuchte der CFC mal wieder einen Abschluss in der Offensive. Nach einem schönen Doppelpass mit Mergel kam Alberico in der 27. Minute aus halblinker Position aus acht Metern zum Abschluss. HFC-Keeper Müller reagierte aufmerksam und konnte den Ball mit einem Reflex nach vorne abwehren.
HFC mit Chancenplus – CFC tief verunsichert
Doch insgesamt blieb der Hallesche FC weiter die klar spielbestimmende Mannschaft. Fakhro kam nach einer Halbfeldflanke in der 32. Minute zu einem weiteren gefährlichen Abschluss, wenig später setzte er einen Drehschuss ans Außennetz (37.).
CFC-Kapitän Tobias Müller hatte nach rund einer halben Stunde zudem Glück, dass er nach einem Einsteigen gegen HFC-Verteidiger Pascal Schmedemann mit gestrecktem Bein lediglich die Gelbe Karte sah.
Was sich angesichts des Chancenverhältnisses bereits abgezeichnet hatte, wurde kurz vor der Pause Realität. Mit der letzten Aktion der ersten Halbzeit fasste sich Fabrice Hartmann nach einem verlängerten Einwurf aus rund 14 Metern ein Herz und traf zum 3:0 für den Halleschen FC (45.). Auf Chemnitzer Seite machte sich entsprechend große Ernüchterung breit.
So ging es mit einem Drei-Tore-Rückstand in die Halbzeitpause – aus Sicht der Himmelblauen konnte es im zweiten Durchgang nur noch darum gehen, mit einer deutlichen Leistungssteigerung den Schaden möglichst zu begrenzen.
CFC zeigt mit Wiederanpfiff Herz
Der Chemnitzer FC kam mit verändertem Personal und deutlich mehr Energie aus der Kabine. Georg Hempel, Sam Biven und Martial Ekui kamen für Tobias Müller, Leon Damer und Julius Bochmann.
Die Himmelblauen setzten direkt erste offensive Akzente. Nach einem Chippass von Stockinger traf Alberico aus zehn Metern nur das Außennetz (52.), ehe wenig später der Anschluss fiel: Nach einer flachen Hereingabe von Eppendorfer verlängerte Jonas Marx den Ball am kurzen Pfosten ins lange Eck – 3:1 (53.).
Die Gastgeber suchten umgehend die Antwort. Stierlin setzte eine Flanke von Löhmannsröben über den Kasten (56.), ehe auf der Gegenseite Alberico nach einem schnellen Durchbruch traf, der Treffer jedoch wegen Abseits aberkannt wurde (57.).
In der Folge kam wieder der HFC zu mehreren guten Möglichkeiten. Hempel rettete zunächst mit einer starken Grätsche gegen Kulke. Adamczyk parierte den Nachschuss von Stierlin (62.). Wenig später klärte Eppendorfer nach einem Rückpass von der Grundlinie spektakulär per Hacke vor der Linie, ehe Kulke den Nachschuss über den leeren Kasten setzte (66.).
Der CFC blieb bemüht, noch einmal heranzukommen. Mergel verfehlte nach einer kämpferisch erarbeiteten Szene aus 16 Metern nur knapp das Tor (75.), und eine Flanke von Hempel segelte kurz davor am langen Pfosten knapp an Eppendorfer vorbei (73.).
CFC in der Schlussphase überlegen aber ohne zwingende Gefahr
Mit zunehmender Spielzeit verlagerte sich das Geschehen immer stärker in die Hälfte der Gastgeber. Der Chemnitzer FC versuchte, Druck aufzubauen und sich noch einmal in Schlagdistanz zu bringen. Doch der tief stehende Hallesche FC verteidigte konzentriert und machte die Räume vor dem eigenen Strafraum eng. Nicht ohne Grund stellen die Hallenser eine der stabilsten Defensivreihen der Liga.
In der Schlussphase brachte Cheftrainer Benjamin Duda noch einmal frische Kräfte: Noah Tänzer ersetzte Artur Mergel. Damit standen in den letzten Minuten alle U19-Feldspieler, die es an diesem Tag in den Kader geschafft hatten, gleichzeitig auf dem Platz – ein bemerkenswerter Moment für den Chemnitzer Nachwuchs.
Gute zweite Halbzeit reicht nicht – Verdiente Niederlage gegen Halle
Am Endergebnis änderte das nichts. Die Hypothek aus dem ersten Durchgang erwies sich letztlich als zu groß. Trotz einer deutlich verbesserten zweiten Halbzeit unterlag der Chemnitzer FC dem Halleschen FC verdient mit 1:3 und hat weiter ein großes Thema auf der Agenda: Konstanz.
Unter dem Strich kehrt der Chemnitzer FC mit drei Punkten aus drei Spielen einer intensiven Englischen Woche zurück. Beide Auswärtsspiele gingen verloren und konnten nicht an die zu Hause gezeigten Leistungen anknüpfen. Die kommenden beiden Spiele finden allerdings wieder im heimischen eins-Stadion – An der Gellertstraße.
In exakt sieben Tagen empfangen die Himmelblauen ab 14 Uhr den Tabellenvierten Rot-Weiß Erfurt zu Part eins der „Thüringer Wochen“. Für alle, die sich Tickets für die beiden Spiele gegen Erfurt und Jena sichern, gibt es 15 Prozent Rabatt auf den Kauf. Sichert euch die vergünstigten Tickets und unterstützt die Mannschaft bei den nächsten schweren Heimaufgaben. Zeitgleich spielt der Hallesche FC beim BFC Preussen.
Hallescher FC – Chemnitzer FC 3:1 (3:0)
HFC: Müller 1 – Schmedemann 24, Zaruba 4, Halili 5, Löhmannsröben 6 – Wosz 10 (59. Kulke 17), Landgraf 31, Stierlin 13 (88. Becker 25), Hauptmann 23 (88. Langhammer 34) – Fakhro 9 (72. Ehrlich 18), Hartmann 11 (59. Damelang 43)
CFC: Adamczyk 1 – Bochmann 5 (46. Ekui 27), Gebuhr 3, F. Müller 26, Eppendorfer 25 – T. Müller 38 (46. Biven 8), Mergel 10 (85. Tänzer 16), Damer 13 (46. Hempel 9) – Alberico 11 (77. Philipp 28), Marx 19, Stockinger 7
Tore: 1:0 Stierlin (2.), 2:0 Halili (15.), 3:0 Hartmann (45.), 3:1 Marx (53.)
Zuschauer: 7.300



