Chemnitzer FC gratuliert Vereinslegende Jürgen Bähringer zum 75. Geburtstag
Einer der ganz Großen des Chemnitzer Fußballs feiert am Dienstag seinen 75. Geburtstag: Jürgen Bähringer. "Bähre", wie ihn Freunde, ehemalige Mitspieler und Fans bis heute liebevoll nennen, ist weit mehr als ein ehemaliger Spieler – er ist eine lebende Legende des FCK und hat deshalb seinen festen Platz auf der im Sommer 2024 eröffneten Legendenwand hinter der Südkurve an der Gellertstraße.
Gefürchtet und doch bescheiden
Auf dem Platz war er ein unnachahmlicher Distanzschütze, dessen Schüsse wie Donnerschläge durch die Stadien der DDR-Oberliga hallten. Ob wuchtige Abschlüsse aus über 40 Metern, unwiderstehliche Alleingänge oder präzise Freistöße – "Bähre" stand immer für Kampfgeist, Durchschlagskraft und eine Portion Unberechenbarkeit. Abseits des Rasens blieb er bescheiden und mied das Rampenlicht.
Legendär ist bis heute die Szene nach seiner Rückkehr von Olympia 1980 in Moskau, als er mit der DDR-Auswahl die Silbermedaille gewann: Auf dem Rathausplatz in Karl-Marx-Stadt riefen die Fans unermüdlich "Bähre! Bähre!", obwohl neben ihm Goldmedaillengewinner anderer Sportarten standen. Der Trubel war ihm sichtlich unangenehm – typisch für den Mann, der seine Leistung lieber auf dem Platz sprechen ließ.
Glückwünsche aus der CFC-Familie
"Jürgen Bähringer ist für viele FCK-Fans die Vereinslegende schlechthin und ein echtes Aushängeschild unseres Vereins, das über die Grenzen unserer Stadt hinaus bekannt ist", würdigt Vorstandsvorsitzender Helmut Brunhuber. "Seine sportlichen Erfolge und seine Bodenständigkeit machen ihn zu einem Vorbild. Im Namen der gesamten Fußballfamilie des CFC gratuliere ich herzlich zu diesem besonderen Ehrentag."
Auch Geschäftsführer Uwe Hildebrand findet warme Worte: "'Bähre' ist einer dieser Menschen, die man nicht nur wegen ihrer sportlichen Verdienste für den FCK schätzt, sondern weil sie immer Mensch geblieben sind. Er ist ein fester Teil der CFC-Familie – und das hoffentlich noch viele Jahre. Wir wünschen ihm vor allem Gesundheit, damit er uns noch lange erhalten bleibt."
Eine Karriere voller Geschichten
Jürgen Bähringer wurde am 19. August 1950 im thüringischen Greiz geboren und begann seine fußballerische Laufbahn bei der dortigen BSG Fortschritt. 1972 wechselte er zur BSG Motor Werdau und wurde noch im selben Jahr zum FC Karl-Marx-Stadt delegiert, wo er sich sofort als Stammspieler etablierte. Zwischen 1973 und 1988 bestritt er 408 Pflichtspiele für den FCK und erzielte 72 Tore.
Seine Laufbahn wurde von Herbst 1974 bis Frühjahr 1976 durch den Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee unterbrochen. Ursprünglich als Stürmer eingesetzt, rückte er im Verlauf seiner Karriere immer weiter in die Abwehr zurück. Einer seiner größten Erfolge auf Clubebene war das Erreichen des FDGB-Pokalfinales 1983, das er als Kapitän für den FCK bestritt.
Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn 1988 kehrte Bähringer in seine Heimat nach Greiz zurück und war dort bis 1997 als Spielertrainer seines Heimatvereins – inzwischen 1. FC Greiz – tätig.
Auszeichnungen und Ehrungen
Für seine Verdienste um den FC Karl-Marx-Stadt und den Chemnitzer FC wurde Jürgen Bähringer 2006 zum Ehrenspielführer ernannt und ist Ehrenmitglied des Vereins. Den größten internationalen Erfolg feierte er 1980 mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Moskau.
Der Chemnitzer FC sagt: Alles Gute, "Bähre" – auf viele weitere gemeinsame Jahre, Erinnerungen und Momente in Himmelblau!



